LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Funky P-Frontmann Isaac Roosevelt hat seine erste Solo-EP veröffentlicht

Einmal Castingshow hin und zurück: Der US-amerikanische Sänger-Songwriter Isaac Roosevelt, Leadsänger der luxemburgischen Funk-Combo Funky P gehörte zweifelsohne zu den wenigen positiven Überraschungen der 2013er Ausgabe von „The Voice of Germany“. Vor kurzem hat er nun mit „Scream“ seine allererste Solo-EP veröffentlicht. Eine Gelegenheit für all jene Hörer, für die Roosevelt seit Jahren die Verkörperung des coolen Funk-Barden schlechthin darstellt, nun auf der sechs Titel umfassenden Platte die souligere Seite des Musikers kennen zu lernen. Allerdings, und dies wird die Funky P-Fangemeinde freuen, kappt Roosevelt auf der neuen Scheibe nicht das Verbindungsseil zu seiner funkigen Vergangenheit.

Neue Seite

Der Eintritt ins kompakte Roosevelt-Universum erfolgt über die Single „Ice Cream Baby“, der, und dies soll nicht verschwiegen werden, allerdings ein kleines Intro vorausgeht.

Die erste Auskoppelung ist luftige Popeiskrem, zu deren Ingredienzien eine knackig federnde Snaredrum und ein perfekt aufeinander abgestimmtes Bläserensemble gehören. Satt wird der Hörer vom Opener allerdings nicht: Das Stück birgt keine Überraschungen, der ersehnte Aha-Effekt bleibt aus. „Ice Cream Baby“ ist eher ein fades „Amuse Bouche“ als eine schmackhafte Vorspeise, kurzum leicht verdaulicher Radiopop mit einer souligen Note.

Der nächste Gang ist allerdings weitaus nahrhafter: Das funkig-rockige „Love ist he only thing I need“ ist Balsam für die Ohren aller Funkfans, die sich auf der neuen Scheibe nicht nur mit der souligeren Seite Roosevelts anfreunden müssen, sondern vermutlich durch den poppigen Opener mehr als irritiert sind. Allerdings sollte man immer im Hinterkopf haben, dass es sich bei der EP um vieles, außer um ein verkapptes Funky P-Album handelt.

Für „A Real Mother for you“ bedient sich Roosevelt, ähnlich wie schon für „Ice Cream Baby, im Supermarkt der musikalischen Genres und verfeinert seine Komposition mit einer Blues-Trüffel. Wüsste man es nicht besser, so würde man wetten, dass Johnny Lee Hooker den Gitarrenpart beigesteuert hätte. Soul-Fans brennt sicher schon die Frage unter den Nägeln, ob Roosevelt auch einen reinen Soultitel auf seine Scheibe gepackt hat. Ja, er hat: Mit „Your Love is“ erweist er Lionel Richie seine Reminiszenz. Danach schließt er mit „Let’s Move“ sein Debütwerk und verpasst somit seiner Platte einen funkigen Schlussakkord.

Mit „Scream“ liefert Isaac Roosevelt einen soliden Einstand ab, sieht man einmal von der etwas kraftlosen Single „Ice Cream Baby“ ab. Die ganz großen Überraschungen bleiben jedoch aus, diese hebt er sich vielleicht für sein Debüt-Album auf.


„Scream“ von Isaac Roosevelt ist im iTunes-Store
erhältlich