LUXEMBURG
LJ MIT DPA

Vier Luxemburger und zehn weitere LuxairTours-Kunden sitzen auf Teneriffa in Hotel fest

Nach dem Ausbruch einer Coronavirus-Epidemie in Italien melden immer mehr europäische Staaten Nachweise des Erregers. Österreich, Kroatien, das spanische Festland und die Schweiz berichteten gestern von Covid-19-Fällen. Auf der spanischen Urlaubsinsel Teneriffa wurde nach einer bestätigten Erkrankung ein großes Hotel mit rund 1.000 Touristen praktisch unter Quarantäne gestellt - darunter auch vier Luxemburger und zehn weitere LuxairTours-Kunden, wie das Außenministerium und Luxair gestern Nachmittag mitteilten.

Wer vergangene Woche auf Teneriffa verbrachte, soll seinen Gesundheitszustand überwachen

Die luxemburgische Gesundheitsdirektion macht darauf aufmerksam, dass Touristen, die vergangene Woche in anderen Hotels auf Teneriffa verbrachten, als Personen mit geringem Risiko einzustufen sind. Sie sollen ihren Gesundheitszustand überwachen, indem sie zweimal täglich die Temperatur nehmen und sofort die Gesundheitsaufsicht unter der Tel. 247-85650 oder, im Falle von Symptomen (Fieber, Husten und Atemschwierigkeiten), den Notruf anrufen.

Auch auf dem spanischen Festland ist der Erreger nun nachweislich angekommen. In Barcelona wurde eine Frau nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums positiv getestet. Sie soll kürzlich von einer Reise nach Norditalien zurückgekehrt sein, berichtete die Zeitung „La Vanguardia“.

Das neuartige Coronavirus hat zudem Österreich erreicht. Eine 24-jährige Frau und ihr gleichaltriger Freund seien positiv auf das Virus getestet worden, berichtete ein Sprecher der Klinik in Innsbruck. Beide stammten aus dem Raum Bergamo in Italien. Inzwischen seien beide in einem guten Zustand und schon wieder fieberfrei, so der Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin, Günter Weiss. Die Suche nach möglichen Kontaktpersonen sei im Gange.

In Kroatien wurde die erste Ansteckung bei einem Mann nachgewiesen, der zuvor einige Tage in Italien gewesen war. Der erste Nachweis in der Schweiz ereignete sich laut Bundesamt für Gesundheit im Kanton Tessin. Details waren zunächst nicht bekannt. Der Kanton Tessin ragt in die italienische Lombardei hinein, wo mehrere Fälle aufgetreten sind.

Fälle wie in Italien können sich häufen

In Italien ist die Ausbreitung des Erregers in immer mehr Regionen nachgewiesen. Es ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. Auf Sizilien gebe es den ersten Fall Süditaliens, teilte Zivilschutzchef Angelo Borrelli gestern in Rom mit. Auch in Südtirol wurde ein Infizierter gemeldet, in der Toskana zwei. Insgesamt stieg die Zahl der Angesteckten in dem Land auf rund 280. Wie es zu so einem rasanten Ausbruch kommen konnte, ist noch nicht bekannt. In der Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer hinein und hinaus darf.

Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus ist nach einer neuen Einschätzung des Europäischen Zentrums für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) für Europäer derzeit „niedrig bis moderat“. Als „moderat bis hoch“ schätzt das Zentrum das Risiko ein, dass sich Fälle wie derzeit in Italien auch anderswo häufen.

Folgen hat die Sorge vor der Lungenkrankheit auch für den Sport: So wird etwa das Europa-League-Spiel von Inter Mailand gegen Ludogorets Rasgrad vor leeren Rängen stattfinden. Der Tischtennis-Weltverband wird zudem die Ende März geplante Mannschafts-WM im südkoreanischen Busan um mindestens drei Monate verschieben. In Südkorea stieg die Zahl der neuen Nachweise zuletzt weiter an: innerhalb von 24 Stunden um 144 Fälle auf nun 977. Die Zahl der Todesfälle stieg auf zehn.

US-Medienberichten zufolge sollen rund eine Milliarde Dollar der Mittel in die Entwicklung eines Impfstoffs gesteckt werden. Der Kongress muss die Mittel aber erst noch bewilligen. Im Iran stieg die Zahl der gemeldeten Todesopfer von zwölf auf 15, wie der Sprecher des Gesundheitsministeriums gestern im Staatsfernsehen erklärte. Ihm zufolge wurden landesweit inzwischen 95 Menschen - 34 mehr als am Vortag - aus verschiedenen Landesteilen positiv auf das Virus getestet. Irans regionale Nachbarländer Irak, Kuwait, Bahrain und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) meldeten mehrere neue Fälle von Patienten, die zuvor in den Iran gereist waren. Einige Länder im arabischen Raum versuchten, eine Ausbreitung durch verringerte Reiseverbindungen mit dem Iran zu verhindern.

Auch in China bleibt die Lage angespannt. Wie die Pekinger Gesundheitskommission mitteilte, kamen weitere 71 Menschen ums Leben. Die Gesamtzahl der Todesopfer in China stieg damit auf 2.663, die Zahl der nachgewiesenen Infektionen kletterte um 508 auf 77.658. Seit einer neuerlichen Änderung der Zählweise vor knapp einer Woche hat sich der tägliche Anstieg der neuen Infektionen in China reduziert. Experten gehen allerdings weiter von einer hohen Dunkelziffer aus.