LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Kleine Open-Airs punkten oft mit ihren Nischenangeboten

Die populäre Musik bildet das Herzstück der meisten Musikfestivals in Luxemburg.

Parallel zu den luxemburgischen Vorzeige-Veranstaltungen haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Festival-Nischenprodukte entwickeln und auch gegenüber der vermeintlich großen Konkurrenz behaupten können.

Eine musikalische Nische füllt das „Open Air Festival“ in Bourglinster, das am 7. und 8. Juni zum dritten Mal von der örtlichen Jugendherberge und der Kulturkommission der Gemeinde Junglinster organisiert wird.

Beschränkten sich die beiden ersten Auflagen exklusiv auf den Bereich Blues und Jazz, so möchte man in knapp zwei Wochen mit der ersten „Country Night“ eine neue Zielgruppe ansprechen.

Für die erste Ausgabe vor drei Jahren profitierten die „Youthhostels Luxembourg“ von ihrer Erfahrung in Sachen „Konzertorganisation“, die sie im Rahmen ihres „Blues um Séi“ in Lultzhausen gesammelt hatten.

Lokale Unterstützung

Als die Idee eines Blues- und Jazz-Open-Airs auf dem Gelände der Herberge in Bourglinster konkrete Züge annahm, waren, dank des „Blues um Séi“, schon wichtige Kontakte zu Musikern der Szene geknüpft.

Alleine, so Gilles Stoffel, „Coordinateur de l’animation“ bei der „Centrale des Auberges de Jeunesse Luxembourgeoises“, habe man das Projekt nicht stemmen können. Aus diesem Grunde ging man eine Zusammenarbeit mit der Kulturkommission ein. Diese war es, die den Vorschlag unterbreitete, auch der Countrymusik im wahrsten Sinne des Wortes eine Bühne zu bieten.

Da der Aufbau einer solchen Konzertbühne mit einem nicht unwesentlichen logistischen Aufwand verbunden ist und es eigentlich schade ist, eine solche Konstruktion bereits nach einem Festivaltag abzubauen, entschloss man sich dazu, den regionalen Event auf zwei Tage auszudehnen. Die Country-Nacht sei eine Art Test, so Stoffel. Ob, bzw. wie das Country-Angebot vom Publikum angenommen wird, kann im Vorfeld keiner der Organisatoren sagen.

Man ist sich allerdings durchaus bewusst, dass die luxemburgische Fangemeinde dieses US-amerikanischen Musikgenres relativ übersichtlich ist.

Mit ihrem Jazz- und Bluesangebot haben die Veranstalter auf jeden Fall den Geschmack des Publikums getroffen.

Die ersten beiden - eintägigen- Auflagen des Festivals zogen immerhin 400 (2011) bzw. knapp 600 (2012) Zuhörer an.