BECH-KLEINMACHER/REMERSCHEN
PATRICK WELTER

Weinbauminister Fernand Etgen machte sich mit der Praxis der Weinlese vertraut

Landwirtschafts- und Weinbauminister Fernand Etgen (DP), räumte gestern unumwunden ein, dass die Einladung der Weinbauförderungskommission zur Traubenlese an der Mosel für ihn, als Mann aus dem Norden Luxemburgs, wie ein Crash-Kurs in Sachen Weinbau war. Zum ersten Mal sei er bei einer Lese dabei gewesen und erahne jetzt, dass nicht die Weinfeste sondern die Lese, als Schnittpunkt zwischen der Arbeit im Weinberg und der Kellerwirtschaft, der Höhepunkt eines Weinjahres ist. Etgen erinnerte auch daran, dass mit diesem Jahrgang zum ersten Mal die neue Herkunftsbezeichnung A.O.P. geführt wird.

Für Etgen ist es besonders erfreulich, dass gleich in seinem ersten Amtsjahr mit einem guten Jahrgang und einer deutlich höheren Erntemenge als in den letzten beiden Jahren zu rechnen ist. Die im verregneten August herrschende Nervosität unter den Winzern sei mit dem sonnenreichen und warmen September vertrieben worden. Der Jahrgang 2014 habe die Chance wieder ein großer zu werden.

Nach einer Tour durch die Weinberge zwischen Remerschen und Bech-Kleinmacher, bei der Minister Etgen auch schon selbst zur Traubenschere griff, besuchte die Delegation das Weingut Krier-Besenius in Bech-Kleinmacher, das kurz vor Ende der Umstellungsphase zum Biobetrieb steht, um den ersten (de facto) Bio-Federweißen des Jahres zu verkosten.

Der Minister würdigt auch die schwere Lesearbeit in den Weinbergen, die nur bei schönem Wetter romantisch sei. In Luxemburg erden die meisten Trauben von Hand gelesen ein so genannter Vollernter kann nur in den wenigen Flachstücken entlang der Mosel eingesetzt werden. Allerdings muss dass Wetter noch mindestens eine Woche halten um auch noch dem Riesling Sonnen und den Arbeitern gute Bedingungen bei der Lese zu bescheren.