BERGEM/LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Nach den Vorwürfen gegen ihn legt der Generalsekretär der UGDA, Jeannot Clement ein Argumentationspapier mit Zahlen vor

Bei der internen Auseinandersetzung im Musikverband UGDA mit vollem Namen „Union Gran-Duc Adolphe“ wird jetzt die große Waschmaschine angeworfen, die für schmutzige Wäsche.

Zur Erinnerung: Vier Vorstandsmitglieder der UGDA, inklusive Präsident Louis Karmeyer und beider Vize-Präsidenten, haben ihre Ämter zur Verfügung gestellt. Verbunden war der Rücktritt mit schweren Vorwürfen gegen das fünfte Mitglied des Vorstands, Generalsekretär Jeannot Clement. Dieser habe wirtschaftlich unsinnige Vertragsabschlüsse veranlasst und sei für nicht rechtskonforme Statuten verantwortlich. Da er nicht zum Rücktritt zu bewegen sei, hätten die anderen Vorstände gehen müssen. Das „Journal“ hatte in seiner Online-Ausgabe schon sehr früh über den Streit berichtet, dazu mehrfach kurz in seiner Printausgabe.

UGDA - Träger öffentlicher Aufgaben

Der Streit ist deswegen von öffentlichem Interesse, weil es sich bei der UGDA nicht um irgendeinen Musikverein oder nur den Zusammenschluss von Musikgesellschaften, immerhin über 300, handelt - die UGDA hat in Luxemburg Aufgaben übernommen, die in anderen Ländern voll in der Verantwortung von Schulen und der Öffentlichen Hand liegen. Dabei handelt es sich um die Durchführung des Musikunterrichts in den verschiedenen lokalen Musikschulen. Die UGDA stellt und organisiert das Lehrpersonal und wird dafür von den Gemeinden und vom Staat stattlich entlohnt. Ab einer bestimmten Gemeindegröße kommen so schnell pro Jahr und Kommune sechsstellige Beträge zusammen.

Nach dem zunächst die Vorstandsmehrheit mit ihrer Meinung in den Medien präsent war, hat Clement jetzt mit der Veröffentlichung eines offenen Briefes und von internen Kostenaufstellungen zurückgeschlagen. In dem offenen Brief erklärt er, dass die anderen vier Vorstandsmitglieder schon seit Monaten versucht hätten, ihn aus seinem Amt als Generalsekretär zu drängen. Bei der Kampagne die nun gegen ihn geführt werde, bis hin zur Verleumdung, gehe es nur darum sich für die nächste Wahl zum Präsidenten der UGDA zu positionieren.

Zwölf-Punkte-Papier

Aufgespalten in zwölf Punkte stellt Clement seine Version des Geschehens dar. Interessant ist der Anhang, in dem der langjährige Gemeindesekretär und faktische Verwaltungschef von Esch/Alzette in zwei langen Listen die von ihm initiierten Einsparungen und Reformen aufführt, die für geringere Ausgaben und einen besseren Betriebsablauf gesorgt haben. Viele der von der Gegenseite erhobenen Vorwürfe scheinen danach kaum noch haltbar.


Einzusehen ist das Argumentationspapier von Jeannot Clement auf dessen Webseite: www.clementjeannot.lu