LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Im Kino: „Alita: Battle Angel“, die Verfilmung eines japanischen Mangas

Bereits 1998 sprach Regisseur und Produzent James Cameron von einer Real-Verfilmung des japanischen Mangas „Battle Angel Alita“ (japanisch: „Gunnm“, was Waffentraum bedeutet) von Yukito Kishiro aus dem Jahr 1991, der in neun Bänden eine postapokalyptische Geschichte von einem Cyborg-Mädchen erzählt. Cameron produzierte im Endeffekt lediglich den Film mit rund 170 Millionen Dollar. Robert Rodriguez, der durch Action-, Horror- und Fantasyfilme wie „Desperado“, „From Dusk Till Dawn“, „Spy Kids“ (Teile 1 bis 4), „Sin City“ (1 + 2) oder „Machete“ bekannt wurde, realisierte nun „Alita: Battle Angel“. Cameron benutzte das durch ihn entwickelte Stereo Imaging System zusammen mit der 3D-Technik und der Computeranimation, um unter anderem die Hauptfigur zu erschaffen, die bei den Filmaufnahmen von Rosa Salazar gespielt wurde, und eben später auf der Festplatte in Alita verwandelt wurde.

Aus Schrott zusammengebastelt

Man schreibt das Jahr 2563. 300 Jahre sind seit dem „Untergang“ (The Fall) vergangen - was auch immer damit gemeint ist, wird nicht erklärt. Die Menschen wohnen in Megastädten, wie Iron City, einer Mischung aus Chinatown, Slums und verkommenen Wohnblöcken. Modern sind nur die vielen Cyborgs oder Menschen, die bionische Extremitäten haben. Über der Stadt schwebt „Zalem“, eine riesige Weltraumstation, die einst der Glanz der Menschheit war, aber zerstört wurde. Aus dieser Station fällt viel Schrott herunter, den viele sammeln, wie Doktor Dyson Ido (Christoph Waltz), der hier den intakten Kopf eines Cyborgs findet.

In seiner Praxis setzt er den Kopf mit einem menschlichen Gehirn auf den Körper, der eigentlich für seine Tochter gedacht war, die aber ermordet wurde. Und er nennt das so erschaffene Mädchen Alita, wie seine Tochter. Sie hat riesige Augen und kann sich an nichts mehr erinnern. Sie macht die Bekanntschaft von Hugo (Keean Johnson), einem Dieb, der Cyborgs beraubt und seine Beute als Ersatzteile verkauft, zum Beispiel an Vector (Mahershala Ali), der mit den „Motorball“-Spielen einen Haufen Geld macht - diese Spiele erinnern stark an jene aus „Rollerball“ (1975) von Norman Jewison. Seine Partnerin ist Chiren (Jennifer Connelly), die Ex-Frau von Ido. Dann gibt es noch die Hunter-Warriors, Cyborgs, die Verbrecher zur Strecke bringen. Es stellt sich heraus, dass Ido zu ihnen gehört. Alita entdeckt, dass sie über außergewöhnliche Kampfeigenschaften verfügt, als sie sich mit dem Hunter-Warrior Zapan (Ed Skrein) anlegt, als sie Ido verteidigen will. Ein noch gefährlicheres Monster treibt sein Unwesen in der Stadt, Grewishka (Jackie Earle Haley), das den Auftrag von Vector erhält, Alita unschädlich zu machen.

Sympathische Hauptfigur

Eigentlich ist es die Hauptfigur Alita mit ihren riesigen braunen Augen, die den Film erträglich macht. Sie ist eine sympathische Erscheinung, die sich in Hugo verliebt und den Bösen den Garaus macht. Immer, wenn sie zum furiosen Kampf-Engel wird, ändert sich ihr netter Blick. Die Tricktechnik kann sich sehen lassen, wie auch die 3D-Effekte. Dass die Vergangenheit der Menschheit nicht komplett erklärt wird, wie auch die von Alita, liegt ganz einfach daran, dass man sich auf wenigstens eine Fortsetzung einstellen muss, wenn nicht auf mehr, schließlich sind es neun Bände, die als Vorlage dienten.

Christoph Waltz ist wie immer ausgezeichnet, und der begnadete Pianist aus „Green Book“ Mahershala Ali spielt hier einen Bösewicht. Hätte der Film ein konkretes Ende, so wäre man als Zuschauer zufrieden. Jedenfalls deutet der Schluss auf mehr hin, auch wenn im Internet nirgends eine Spur von einer Fortsetzung zu finden ist. Jetzt muss man wahrscheinlich wieder lange Monate warten, ehe der Plot sich möglicherweise auflöst.