LUXEMBURG
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„Vol de Vélos“: LMRL-Schüler gestalten polizeiliches Aufklärungsplakat gegen Raddiebstahl

Im Jahr 2018 wurden im Luxemburg fast 500 Fahrräder gestohlen, „eine Steigerung um rund 100 Prozent“, sagt Pascal Peters, Direktor der Abteilung Verwaltung der Luxemburger Polizei. Tim Pauly vom Präventionsteam der luxemburgischen Polizei ergänzt: „Im Jahr 2016 wurden in Luxemburg insgesamt 169 Fahrräder als gestohlen gemeldet. Im Jahr 2017 waren es 256“ - und 2018 470, eben oftmals tagsüber und im öffentlichen Raum. Dabei seien teure und günstige Fahrräder gleichermaßen im Fokus der Diebe gewesen, viele Bikes nicht oder unzureichend gesichert, wie Pauly berichtet. Sensibilisierung sei durchaus notwendig - „und auch die Kenntnis um das eigene Rad, damit wir es identifizieren können“, so Peters.

Flyer und Plakate

So lag es für die Polizei nahe, zusammen mit einer häufig betroffenen Gruppe zusammenzuarbeiten, nämlich Schülern, um sich einer neuen Sensibilisierungskampagne zu widmen. Die Klasse 1CCLE1 des „Lycée Michel Rodange“ mit Lehrerin Noelle Bierchem nahm sich im Rahmen der Examensvorbereitung des Themas im Kurs „Visuelle Kommunikation“ an. „Es kamen sehr gute Ideen dabei heraus, die es dann galt, entsprechend umzusetzen“, erzählt die Lehrerin bei der Vorstellung am Mittwoch.

Vom gestellten Schwierigkeitsgrad empfanden die Schüler es als machbare Herausforderung, sind sie doch schon alte Hasen, was solche Herausforderungen anbelangt. „In einem Wettbewerb des Roten Kreuzes haben wird, wo es unter anderem um das Thema Kondome ging, elf von zwölf Preisen erhalten“, sagt Bierchem stolz. Und nun kommt eine Auszeichnung der Polizei hinzu, die eine Idee von Klassensprecher Jeff Mandres für ihre neue Plakatkampagne zurückbehalten hat. „Doch es sind auch weitere gute Ideen und Ansätze vorhanden, die wir sicherlich noch einmal aufgreifen werden“, verriet Peters. Steve Goedert vom regionalen Präventionszentrum der Hauptstadt überreichte Mandres und auch der Klasse ihre Preise. Neben dem Plakat wurde auch ein zweisprachiger Flyer in „Handy-Format“ erstellt, der unter anderem eine Checkliste enthält, über was für Infos die Polizei verfügen muss, damit ein Rad bestmöglich wiedererkannt und -gefunden werden kann. Zwei QR-Codes sind im Flyer integriert, einer führt zur Info-Seite der Präventionsabteilung der Polizei, der zweite Code für eine mögliche Anzeige zum E-Kommissariat der Polizei. Auch ist eine Seite des Flyers praktischen Tipps vorbehalten, wie man sein Rad gegen Diebstahl schützen kann.

Wurde das Rad gestohlen, sollte die Polizei natürlich informiert werden. Wer hier vorausschauend gehandelt hat, kann der Polizei Details wie Rahmennummer, Farbe, Modell oder Marke des Rades mitteilen, was den Beamten das Auffinden erleichtert. Auch Fotos des Bikes können im Falle eines Diebstahls zu einem schnelleren Fahndungserfolg beitragen.

Es besteht die Chance, sein Rad oder auch seinen Roller codieren zu lassen. Die Polizei bietet - bei Vorlage eines Eigentumsnachweises - eine solche Codierung des Fahrrads an. Diese besteht aus einer Kombination aus Buchstaben und Ziffern. Der Eintrag mit witterungsbeständig lackierter Gravur kann dann den Eigentümer identifizieren.

Bei Rad-Veranstaltungen wird die Polizei präsent sein und mit den Flyern auf die Thematik aufmerksam machen - Termine für die Registrierung des Rades oder des Rollers können per E-Mail unter codage-velo@police.etat.lu vereinbart werden.