LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Gute Aussichten für den Weinjahrgang 2018

1976, 2003, 2018 - drei Jahre, die einige Gemeinsamkeiten haben: Superwarme Sommer
und hervorragende Weinjahrgänge. Wobei Letzteres im Falle von 2018 noch - begründete - Spekulation ist.

Einen Unterschied gibt es aber. 1976 und 2003 war jeweils schon das Frühjahr warm und vor allem trocken. 2018 startete mit einem ganz normalen Frühjahr, zum Glück ohne den späten Frost der Vorjahre, und mit normalen Niederschlagsmengen. Dass diese Jahr aber dann doch noch den Dreh zum heißen Sommer schaffen würde, deutete sich mit dem Wegfall der Schafskälte an. Normalerweise unterbricht dieser Kälteeinbruch zwischen dem 4. und 20. Juni, am häufigsten um den 11. Juni herum, die kontinuierliche Entwicklung vom Frühjahr zum Sommer für einige Tage. Nichts dergleichen passierte in diesem Juni. Stattdessen begann eine anhaltende Trockenheit, die sich über den Juli bis jetzt hielt und hält, der Regen der vorgestrigen Nacht stellt keine Trendwende dar. Laut Meteorologen soll es noch -mindestens - bis Ende August im Großen und Ganzen trocken bleiben.

Die jungen Rebstöcke haben zu Kämpfen

In vieler Hinsicht lässt das Wetter die Winzer frohlocken, es hat aber auch Tücken. Serge Fischer, leitender Weinbauexperte beim Weinbauinstitut in Remich, sprach in einem Gespräch mit dem „Journal“ von einer allgemeinen Zufriedenheit bei den Winzern, sieht aber Probleme bei den jungen Anlagen. Die jungen Rebstöcke, die schon tragen, also im Alter von drei bis acht Jahren, leiden besonders unter dem trockenen Wetter. Die Pflanzen kommen unter sogenannten Wasser-Stress. Mit der Folge, dass an den Weinstöcken de facto keine verwertbaren Früchte wachsen - die Trauben werden zwar süß, bleiben aber winzig. Serge Fischer verglich sie mit Johannisbeeren.

Alles, was an Rebstöcken älter ist, ist kerngesund. Die Plagegeister der letzten Jahre: Peronospora (falscher Mehltau) und Kirschessigfliege sind ausgeblieben.

Die Qualität wird auf jeden Fall stimmen. Die Quantität hängt von den noch kommenden Niederschlägen ab. Vermutlich wird der Ertrag unter dem langjährigen Mittel von 120.000 Hektolitern liegen, aber nicht so dramatisch niedrig wie 2017 mit rund 80.000 Hektolitern. Im Weinbauinstitut geht man davon, dass der allgemeine Beginn der Lese auf den 10. September fallen wird. Ganze zwölf Tage vor dem 22. September, dem durchschnittlichen Lesebeginn der vergangenen 52 Jahre.

Nächtliche Kühle bringt Aroma

Bei einem weiteren Telefongespräch mit der Genossenschaftskellerei „Vinsmoselle“ wurde noch auf einen weiteren Aspekt verwiesen. Bei aller Trockenheit und Wärme sorgen die kühlen Nächte für eine stärkere Aromabildung in den Beeren. Auch hier herrscht allgemeine Zufriedenheit mit dem Witterungsverlauf, sollte es zu keinem Wetterumschwung kommen geht man auch in Stadtbredimus von einem Lesebeginn am 10. September aus.