WELLENSTEIN
PATRICK WELTER

Kleine Menge und große Qualität - Schon am ersten Tag der Rivaner-Lese sehr gute Werte

Wir haben den Ersten mit mehr als 80!“ mit diesen Worten kommt uns Bernd Karl, der technische Direktor der Vinsmoselle, strahlend auf dem Hof der Genossenschaftskellerei in Wellenstein entgegen.

Topwerte, schon beim Rivaner

Gestern Morgen hat die Lese der Genossenschaftswinzer begonnen, traditionell mit dem Rivaner und der ist dieses Jahr offenbar gut gelungen. Die Oechslewerte, also der Zuckergehalt der Trauben, liegen durchgängig in den oberen 70ern. Gerade hat ein Winzer bei der Eingangskontrolle seiner randvoll mit Trauben gefüllten grauen Container die magische 80 überschritten. Bei der Kontrolle wird eine Stichprobe mit einem langen Schlauch aus einem der Container gesaugt, zu Most gepresst und von einer Laborantin auf den Oechslewert getestet. Herkunft, Winzer, Sorte und Oechslegrad werden auf einem Sticker ausgedruckt, sie sind quasi ein Warenbegleitschein. Das Gewicht der angelieferten Trauben wird später automatisch von den Gabelstaplern gemessen die das Abladen übernehmen. Bei einem Massenwein wie dem Rivaner ist der Verarbeitungsweg wenig komplex, später, bei den edleren Sorten, die nach Lage ausgebaut, gelagert und abgefüllt werden, verkompliziert sich das Verfahren erheblich. Die Mitarbeiter haben aber Dank der Digitalisierung der Abläufe die Wege der verschiedenen Trauben ständig im Blick.

Geringere Menge und gute Qualität

Den Spezialisten der Vinsmoselle ist die Erleichterung anzusehen, dass, nach einem schwierigen Jahr mit einer Peronospora-Epidemie ungeahnten Ausmaßes, die verbliebenen Trauben von herausragender Qualität sind. „80° Oechsle am ersten Lesetag sind sehr außergewöhnlich“, so der technische Direktor. Nach den schlechten Nachrichten über das Wetter 2016 und die Pilzerkrankung fürchte er etwas um den Ruf des 2016er Weines. Richtig sei aber, dass zwar die Erntemenge eingebrochen sei, der 2016er aber dennoch ein qualitativ hochwertiger Weinjahrgang werde.

Das Weinbauinstitut rechnete in seinen Prognosen mit einem Einbruch bei der Erntemenge von 30 bis 40 Prozent, dies würde einen Rückgang von durchschnittlich 130.000 Hektoliter auf 80.000 Hektoliter bedeuten.

Auf den Rivaner folgen im Lesekalender Elbling und Auxerrois, letzterer für den Crémant, dann die Burgundersorten und ganz zum Schluss, in etwa zwei bis drei Wochen der Riesling.