CLAUDE KARGER

Ach, wer würde sich nicht manchmal wünschen, eine Dachsammer zu sein. Denn: „Die Dachsammer kann, was Menschen nicht können. Der Sperlingsvogel aus Amerika, der jeden Herbst von Alaska nach Süden fliegt, kommt fast ohne Schlaf aus. Er bleibt sieben Tage lang wach“, lasen wir dieser Tage im „Revue“-Leitartikel.

Solche Qualitäten würden bestimmt helfen, aus dem Mount Everest an Arbeit auf dem Büro ein Hügelchen zu machen und besser mit dem „Aufmerksamkeitsterror“ klar zu kommen, über den ein „Wort“-Politjournalist gestern in der „Warte“ treffend schrieb. Aber bei dem Dauerfeuer von Blödsinnigkeiten, das die „Virtuosen an der Klaviatur der massenmedialen Hysterie“ ständig anheizen, würden auch die knallhärtesten Dachsammern irgendwann erschöpft vom Himmel purzeln.

Deshalb: Lieber mal Pause machen, der totalen Verfügbarkeit und dem „Selbstoptimierungswahn“ entschwinden, denn: „Schlafen ist demokratisch, antikapitalistisch und fördert die Kreativität, wie die Surrealisten bewiesen“, wie man in der „Revue“ erfährt.

Wie gaga Dada war, darauf kommen wir übrigens in unserer morgigen Nummer zurück. Bis dahin wünschen wir süße Träume.