LUXEMBURG
NORA SCHLEICH

Austinn: Eine Luxemburger Band auf dem Weg nach ganz oben

Jim Scheck (22) und Jim Braun (23) sind mit ihrer Band Austinn international erfolgreich unterwegs. Seit 2015 gehen die beiden ihrer Passion gemeinsam als Duo nach. Nachdem sie anfangs als Supportband für bekannte Artisten on Tour waren, geben sie mittlerweile auch selbst regelmäßig europaweit Konzerte, drehen eigene Musikvideos und haben eine EP im Verkauf. Im Interview mit dem Sänger und Gitarristen Jim Braun konnten wir einen Einblick in das Leben der dynamischen und überzeugenden Kombo erhalten.

Wie ist die Band entstanden?

Jim Braun Ich spielte bis Ende 2014 bei „Angel At My Table“. Nachdem das Projekt abgebrochen werden musste, haben sich Adriel, der Bassist von AAMT und heutiger Manager von Austinn, und ich uns auf die Suche nach einem neuen Projekt gemacht. Anfang 2015 haben wir gezielt nach Leuten gesucht, die den gleichen Spirit mit uns teilten, nämlich sich kompromisslos zu 100 Prozent der Musik verschreiben. Jim, den Schlagzeuger von Austinn, kenne ich, weil er sich bei AATM um das Merchandising gekümmert hat. Ich wusste, dass er ein guter Drummer ist. Wir haben uns zusammengetan und uns nach einiger Zeit entschlossen, gemeinsam etwas Neues auf die Beine zu stellen.

Wo kommt der Name „Austinn“ her?

Jim Ich bin ein großer Fan von Lederjacken. Als ich dann nach langer Suche endlich die richtige Jacke für mich gefunden hatte, musste ich sie sofort bestellen. Der Verkäufer hatte seinen Sitz in der Stadt Austin in Texas. Als das Paket mit der Jacke dann ankam, hatte der Verkäufer als Versandort Austinn angegeben, komischerweise also mit zwei N. Das fand ich dann einfach cool - und so ist der Name hängen geblieben.

Wie beschreibst Du eure Musik?

Jim Als Genre würde ich vielleicht Indie-Pop wählen. Allerdings ist es eher eine positive, happy Gute-Laune-Musik, die dancy ist. Dancy-Happy-Indie!

Ist das Bandleben kompatibel mit Schule oder Beruf?

Jim Meiner Meinung nach nein. Musik ist echt ein hartes Business, und wenn du es zu etwas bringen willst, musst du sehr viel Zeit und Energie investieren. Das geht aber eben nur, wenn du auch verzichtest. Ein fester Beruf ist da eher problematisch. Wenn du auf Tour gehst und viel reisen musst, passt das einfach nicht. Kreativität braucht eine stressfreie Umgebung, und mit beruflich bedingter Zeitnot ist das nicht möglich. Ich habe zwar einen Freelance-Job und Jim schließt gerade seine Schlagzeug-Studien ab, aber beides ist nicht wirklich zeitaufwendig, sodass uns genug Zeit für Austinn bleibt. Im Moment müssen wir sehr viel investieren, in neue Aufnahmen und Videos. Wären die Ausgaben nicht, könnten wir schon von unseren Einnahmen leben. Momentan sind wir aber halt in einem Investitionsprozess, der irgendwann zu persönlichen Gewinnen führen kann. Wir kommen aber trotzdem über die Runden.

Wo habt Ihr bereits Konzerte gegeben?

Jim Wir waren schon fünf Mal in England auf Tour und zwei Mal in Europa. Das allerbeste Konzert war allerdings in Newcastle in England. Das war eher in der Anfangszeit von Austinn, in der die ganze Situation als Frontmann noch recht neu für mich war. Bei dem Konzert in Newcastle gab es einen Moment, der wirklich einmalig war. Wir haben „Galaxy“ gespielt, und die Leute im Publikum konnten echt alle unseren Song mitsingen! Den Text, den ich zuhause in meinem Bett geschrieben habe! Ich hatte noch nie so bewusst wahrgenommen, wie bekannt unsere Musik bereits war. Das war wirklich überwältigend. Da wusste ich auch, das will ich weitermachen!

Wie stellt Ihr die Verbindung zum Publikum her?

Jim Ich glaube, dass dies von selbst kommt. Wichtig ist auf jeden Fall, so authentisch wie möglich zu sein. Wir spielen keine Rolle und sind wie wir sind. Die Menschen im Publikum spüren, ob jemand Spaß an der Sache hat oder ob er aufgesetzt wirkt. Eigentlich sehe ich es als eine Energie an, die gegenseitig zwischen Publikum und Musiker ausgetauscht wird. Die Leute sagen uns auch oft, dass sie sehen, wie viel Spaß uns der Auftritt gemacht hat. Und das ist wichtig, dass rüberkommt, wie gut wir uns fühlen und dass wir lachen, weil wir es auch ehrlich so meinen. So übertragen wir also wohl unsere positive Energie. Unsere Message ist, dass man sich immer selbst treu bleiben und es wagen sollte, das zu tun, was man wirklich machen will. Passionen und Träume müssen gelebt werden, um dem Leben einen Sinn zu verleihen. Man sollte später nicht bereuen, nicht genug Neues ausprobiert zu haben. Um herauszufinden, was man will, muss man halt etwas riskieren.

Was war das bisherige Highlight eurer Karriere?

Jim Ein Highlight war sicherlich, dass Matt Squire, ein bekannter Produzent aus L.A., unsere Demotapes cool fand und mit uns arbeiten wollte. Wir hätten uns das nie erhofft! Nach seinem positiven Feedback konnten wir dann einfach mal im März nach L.A. fliegen und unsere EP aufnehmen. Ein weiteres Highlight war das Rock-A-Field 2016. Wir haben während des EM-Finalspiels gespielt, und eigentlich dachten wir, dass die Leute eher am Schirm interessiert wären, als an unserer Musik. Aber der Platz war dann doch voll mit feiernden Leuten, das war ziemlich cool.

Wie sehen eure zukünftigen Pläne aus?

Jim Jetzt gehen wir in Holland und Belgien mit der Band Raglans auf Tour. Nächstes Jahr wird noch viel von uns zu hören sein, aber wir wollen bis jetzt noch nicht zu viel verraten.

Wo seht Ihr euch in zehn Jahren?

Jim Ich spüre, dass wir das Potenzial haben, um es ganz nach oben zu schaffen. Ich werde diese Vision auch nicht aufgeben und sehe mich dafür, ja, ganz da oben. Es gibt keinen Plan B.

Austinns EP kann man auf Konzerten und online kaufen: http://www.facebook.com/austinnband. Die fünf Musikvideos der Band kann man sich im Netz anschauen. „Galaxy“, „Rule the World“ und „Answer your Phone“ sind in Zusammenarbeit mit dem Luxemburger Fotografen und Videoregisseur Cédric Letsch entstanden. „Dangerous“ und „Secrets“, unter der Regie von Louis Cater, wurden in Luxemburg gedreht, im „Flying Dutchman“ in Befort und sogar zuhause bei Jim im Schlafzimmer. Der Youtube-Kanal der Band: http://www.youtube.com/user/austinnband