LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Mit „The Salvation“ kommt erstmals ein dänischer Western in die Kinos

Die dänischen Filmemacher haben in den letzten Jahren das europäische Kino mit vielen aufregenden Filmen belebt. Nun hat sich Regisseur Kristian Levring an ein Genre herangewagt, welches das dänische Kino bisher nicht kannte, nämlich den Western. Auch wenn man in Levrings „The Salvation“ Anspielungen auf Western von Sergio Leone, John Ford oder Howard Hawks findet, ist der dänische Film keine Hommage an das Genre, sondern ein Western par excellence.

Rachegelüste

1871. Der Däne Jon (Mads Mikkelsen) und sein Bruder Peter (Mikael Persbrandt) sind seit sieben Jahren in Amerika. Sehnsüchtig erwartet Jon den Zug, in dem seine Frau Marie (Nanna Øland Fabricius) und sein Sohn Kresten (Toke Lars Bjarke) sitzen. Nun haben sie Platz in der Postkutsche genommen, die sie nach Hause bringen soll. Doch ihre zwei Mitfahrer, Paul (Michael Raymond-James) und Lester (Sean Cameron Michael), sind nicht so friedlich.

Als Paul sich an Marie ranmachen will, kommt es zu einem Handgemenge, an dessen Ende Jon aus der Kutsche geschmissen wird. Jon kann der Kutsche zwar folgen.

Er findet zuerst seinen Sohn tot auf dem Weg und, nachdem er die zwei üblen Gesellen erledigt hat, auch seine leblose Frau. Damit hätte sich der Vorfall für Jon erledigt, wäre Paul nicht der Bruder des Ganoven Delarue (Jeffrey Dean Morgan) und der Ehemann von Madelaine (Eva Green), alias Princess, gewesen. Delarue zwingt nun den Sheriff Mallick (Douglas Henshall) und den Bürgermeister Keane (Jonathan Pryce) der Stadt Black Creek ihm den Mörder binnen ein paar Stunden abzuliefern, ansonsten müssten andere Bürger sterben .

Erst als Jon und Peter in der Stadt ihre Einkäufe tätigen, erfahren sie von Delarues Absichten. Sie geraten erst einmal in die Schusslinie der besorgten Stadtoberhäupter, die vor Delarue kuschen.

Eindrucksvoller Filmstil

Der dänische Film bringt dem Genre keine neuen Elemente. Der Regisseur bedient sich jener Schemen, die seit des ersten Westerns „The Great Train Robbery“ aus dem Jahr 1903 benutzt werden.

Es gibt einerseits die Guten, Jon und sein Bruder, und die Bösen, Delarue und seine Bande, zu der noch der Korse (Eric Cantona) gehört.

Dazwischen tummeln sich Feiglinge, die sich aus allem raushalten wollen, obwohl sie von Delarue gedemütigt wurden, und nur einer, Voichek (Alexander Arnold), greift zur Waffe, um Jon zu helfen, der wegen des Totes seiner Familie Rache an den Bösen nimmt. So einfach geht’s in einem Western zu! Levring benutzt sowohl satte Farben wie verwaschene.

Die Schauspieler sind allesamt ausgezeichnet, und so gelingt es, diese einfache Geschichte mit viel Spannung zu erzählen, selbst wenn man ahnt, wie sie ausgeht. Gedreht wurde der Film übrigens in Südafrika.