LUXEMBOURG
AUDREY SOMNARD

La CLC prépare la reprise de lundi, entre impatience et appréhension

Les fiches sont prêtes, le webinarpour les travailleurs désignés organisé, la Confédération luxembourgeoise du commerce (CLC) a tout prévu pour que la réouverture des commerces lundi sepasse dans les meilleures conditions possibles. «Nous avons mis en place 14 fiches sectorielles pour se préparer, il y a déjà trois semaines, en s’inspirant de ce qui avait été fait à l‘étranger. Ces dernières ont été contrôlées par Service de Santé au Travail Multisectoriel (STM), ceci afin de donner des conseils et astuces très concrets aux commerçants», explique NicolasHenckes, directeur de la CLC.

L’objectif est de faire respecter la distanciation sociale dans les commerces, que ce soit pour protéger les employés aussi bien que les clients. Problème, si certains commerces n’auront aucun mal à respecter les règles, il faudra faire preuve de créativité pour d’autres, notamment les magasins de vêtements: «Que faire d’un vêtement qui a été essayé?Il faudra le mettre de côté pendant une nuit pour le remettre de nouveau en rayon, ou alors le passer à la vapeur, mais toutes les boutiques ne sont pas équipées pour cela», poursuit le directeur. Mais au-delà de ces aménagements, après plusieurs semaines de complète fermeture, la réouverture de lundi est quasi vitale pour le secteur: «Les règles de sécurité, les aménagements, tout ça c’est une goutte d’eau, l’important c’est de réouvrir. Toutes ces entreprises ne vont pas forcément survivre, au plus nous attendions, plus la situation était difficile pour tout le monde, chaque jour compte», estime Nicolas Henckes.

Lëtzshop a décollé

D’autant que la clientèle ne va pas se précipiter dans les magasins dans un premier temps: «Les clients vont venir acheter ce dont ils ontvraiment besoin», prévoit-il. Pendant le confinement, la plateforme Lëtzshop a décollé, permettant à certains commerçants de continuer à exister en ligne. Pour Nicolas Henckes, la formule va continuer à être complémentaire du commerce physique: «Cette période a été le bon moment pour que les commerçants s’y mettent. Cela ne les a pas sauvé, mais cela leur a permis d’assurer des ventes et à moyen-terme de toucher des clients là où ils sont. Ces derniers ontdésormais la possibilité de venir en magasin ou de commander sur Lëtzshop deleur canapé».

Die Solidarität, die sich im „bleif 
doheem“ geäußert hat, muss sich nun im „kaf doheem“ fortsetzen, damit wir diese Episode als Gesellschaft mehr oder weniger gut überstehen können, hofft FDA-Präsident Michel Reckinger - Lëtzebuerger Journal
Die Solidarität, die sich im „bleif doheem“ geäußert hat, muss sich nun im „kaf doheem“ fortsetzen, damit wir diese Episode als Gesellschaft mehr oder weniger gut überstehen können, hofft FDA-Präsident Michel Reckinger

Viele offene Fragen

Die erste Hürde ist gemeistert – doch der Kampf beginnt erst, meint Michel Reckinger, Präsident der „Fédération des Artisans“

Luxemburg  Das Handwerk hat zwei harte Monate hinter sich. Die rund 6.000 Unternehmen, die rund 80.000 Menschen vor allem in kleinen und mittleren Betrieben beschäftigen, werden von der „Fédération des Artisans“ (FDA) vertreten, die immer wieder klar macht, dass das Handwerk der erste Arbeitgeber des Landes ist. Michel Reckinger, der als FDA-Präsident den Verband durch die stürmischen ersten Coronawochen führte, zieht hier Bilanz für die Mitgliedsbetriebe über das, was geleistet wurde, und das, was ansteht. Er ist überzeugt, dass der Kampf um das wirtschaftliche Überleben erst losgeht.

„Die vergangenen Wochen waren gefühlt die längsten in der Geschichte des luxemburgischen Handwerks

Per großherzoglicher Verordnung vom 18. März wurden, bis auf wenige Ausnahmen, sämtliche Aktivitäten auf Eis gelegt.  Die Einnahmen brechen weg, die Kosten laufen weiter. Für die Unternehmer ist es ein Wechselbad der Gefühle. Existenzangst, Frustration und Kampfgeist wechseln sich ab.
Inzwischen konnten wir uns als Gesellschaft ein Stück Normalität zurückerkämpfen. Die Verbreitung des Virus ist vorerst unter Kontrolle. Der große sanitäre Notstand ist ausgeblieben. Gott sei Dank. Am 20. April konnte die Baubranche die Arbeit wieder aufnehmen. Am 11. Mai werden die Berufe der Gesundheits- und Körperpflege folgen. Die Autohäuser können wieder Kunden empfangen, die Fotografen können wieder arbeiten. Das Schicksal von Cateringunternehmen und Fahrlehrern ist heute noch ungewiss.
Die Berufsverbände haben Empfehlungen für ihre Mitglieder ausgearbeitet, um „mit“ dem Virus arbeiten zu können und gleichzeitig Mitarbeiter und Kunden so gut wie möglich vor einer Ansteckung zu schützen. Die Unternehmen haben sich vorbereitet. Maskenpflicht, Hygieneregeln, Abstandsregelung, Transport, Arbeitsorganisation, Kommunikation und Sensibilisierung. Der Bau mit seinen 55.000 Mitarbeitern hat seine Feuerprobe bestanden. Die Sicherheitsbestimmungen werden von den Unternehmen organisatorisch umgesetzt und von den Mitarbeitern eingehalten. Unternehmen halten zu ihren Mitarbeitern, und Mitarbeiter halten zu ihren Unternehmen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die anderen Handwerksberufe diese Hürde ebenfalls meistern werden. Sicherheit und Gesundheit auf dem Arbeitsplatz und die damit verbundenen Auflagen und Prozeduren sind Alltag in Handwerksbetrieben, auch außerhalb von Covid-Zeiten.
Die meisten Unternehmen können wieder arbeiten. Der Kampf ums wirtschaftliche Überleben beginnt aber erst nach dem Lockdown. Viele Fragen stehen offen. Kann ich trotz Auflagen kostendeckend arbeiten? Bringt die Regierung die politische Courage auf, die Unternehmen so vor der Krise zu schützen, wie sie es für die Bürger tut? Sind die Kunden und Investoren am Start, damit die Maschine wieder anspringen kann?  Diese Fragen sind nicht geklärt und das macht mir Sorgen. Die Solidarität, die sich im „bleif doheem“ geäußert hat, muss sich nun im „kaf doheem“ fortsetzen, damit wir diese Episode als Gesellschaft mehr oder weniger gut überstehen können. Wir sitzen im gleichen Boot. Ohne starke Wirtschaft gibt es keine starke öffentliche Hand mit guten öffentlichen Dienstleistungen, keine gesunden Finanzen und kein leistungsfähiges Sozialsystem. Es ist ein Ganzes und bricht ein Teil weg, fällt über kurz oder lang das Haus in sich zusammen. Aber wenigstens haben die meisten Unternehmen ihre Hände nicht mehr auf dem Rücken gefesselt. Wir können arbeiten, wir können kämpfen.“ CC

„Das waren acht lang Wochen“, seufzt Fernand Ernster - Lëtzebuerger Journal
„Das waren acht lang Wochen“, seufzt Fernand Ernster

„Neue Normalität“

Bei der Librairie Ernster laufen die Vorbereitungen für die Öffnung auf Hochtouren

Luxemburg Fernand Ernster, Generaldirektor der Buchhandlung Ernster, ist sehr beschäftigt. Am Montag eröffnet er die neun Geschäfte des Familienunternehmens. „Das waren acht lange Wochen“, sagt er im Gespräch mit dem „Journal“ über die Vorbereitungen. Ganz zugemacht hat Ernster die Läden nie, die Online-Bestellungen liefen weiter. Doch der Verkauf im Laden, auch der des Kaffees, war natürlich eingestellt. „Obwohl man eine gute Kaffeemaschine nie ausmacht“, lächelt der Chef. Er ist froh. „Jetzt haben wir endlich ein definitives Datum“, freut er sich. „Seit wir wissen, dass es losgeht, läuft alles auf Hochtouren. Wir machen die Boutiquen fit.“
Ernster rechnet mit Auflagen, die jedoch nicht sehr überraschend sein werden, weil die Verbände ihre Mitglieder schon vorab informiert haben. Ohnehin ist er vorbereitet: „Wir hatten deshalb schon Masken, Desinfektionsgel und Spritzschutzabdeckungen bestellt.“ Mit den 98 Mitarbeitern wird er diese Woche noch via Visiokonferenz reden. Der Generaldirektor weiß: So lange noch der Familienurlaub gilt, werden nicht alle Mitarbeiter zurückkehren können. Aber laut ihm freuen sich Kunden wie auch Angestellte. „Überall da, wo unsere Läden nur einen Spalt aufstehen, kommen schon Kunden rein“, schmunzelt er. „Unseren Mitarbeitern ist die Zeit ohne Kunden lang vorgekommen. Die meisten machen das aus Leidenschaft. Umso mehr hat ihnen der Kontakt gefehlt. Das waren acht lange Wochen.“ Der Montag wird kein Anschluss an die vorherige Zeit. „Wir freuen uns auf die Wiedereröffnung, aber die Kontakte werden anders sein“, ist Ernster überzeugt. „Es wird eine neue Normalität geben; es wird nicht mehr so wie vorher.“ So lange es keine Impfung gibt, wird das Social Distancing anhalten, glaubt er - und so lange sind die Normen andere. Ernster selbst fühlt sich wie am ersten Schultag. „Ich war damals froh, aber es war auch ein mulmiges Gefühl, weil ich nicht wusste, was auf mich zukam. Und so geht es auch einer Reihe von Geschäftsleuten. Die wissen, dass die Kosten anfallen und hoffen, dass sie entsprechende Umsätze machen“, kommentiert er abschließend.  Cordelia Chaton