LUXEMBURG
PATRICK WELTER/JB

Seit gestern sind sie unterwegs -

Es ist ein ganz großes Abenteuer, das die alten Hasen des luxemburgischen Aéro-Sport in diesem Jahr wagen: Sie fliegen nach Georgien.

Mit ihren einmotorigen Sportflugzeugen wollen sie die zwischen Russland und der Türkei eingeklemmte ehemalige Sowjetrepublik südlich des Kaukasus-Hauptkamms erreichen. Schon die Organisation war ein Abenteuer, das „Journal“ berichtete bereits darüber, denn Georgien ist ein Land in das bis zum letzten Jahr noch niemals Privatpiloten vorgedrungen sind - dann kam ein Erkundungsteam mit Jean Birgen an der Spitze und sicherte sich die Unterstützung lokaler Kräfte und vor allem der georgischen Regierung für die sechste Auflage der „Memorial Hans Gutmann Tourist Rally“.

Hans Gutmann war übrigens ein österreichischer Langstreckenflieger und Flugzeugbauer, der bei einem Absturz in den Dolomiten umgekommen ist.

Mit türkischer und russischer Hilfe

Das Team um Jean Birgen, zu dem unter anderem auch russische und türkische Helfer gehören, hat in aufwändiger Arbeit eine interessante Langstreckenrallye zusammengestellt.

Jean Birgen, technischer Berater bei der FAI für „Long Range Rallyes“ meinte dem „Journal“ gegenüber: „Organisator Peter Sodermans und unser türkischer Freund, Berater und Mitorganisator Turgut Kulacoglu haben alles bestens im Griff. Ohne unseren türkischen Freund wäre zu dieser Zeit und unter den aktuellen Umständen kein Durchkommen in der Türkei. Aber mit Sondergenehmigungen können wir die Krisengebiete umfliegen, wir können sogar zwischenlanden um die Flugzeuge aufzutanken“.

Die Sportmaschinen werden dabei vom offiziellen Startpunkt Jakabszállás in Ungarn, wo sie gestern ankamen, bis zur georgischen Hauptstadt Tiflis und bei Flügen über Georgien rund 5.000 nautische Meilen, etwa 9.000 Kilometer, hinter sich bringen. Gemeldet für die Rally sind Sportmaschinen, aus England, Polen, Frankreich, Italien, Spanien, Lettland, Deutschland, Österreich, der Türkei und drei Teams aus Luxemburg. Was für einen Linienflug nur eine Reise von etwa fünf Stunden ist, gestaltet sich für die einmotorigen Sportmaschinen schon ganz anders. Im Laufe der Flüge durch Georgien will man auch den höchstgelegenen Flugplatz im Kaukasus, den Mestia Aiport auf 3.932 Metern Höhe anfliegen. Die Langstreckenrallye endet am 13. August.

Robert Goebbels gab das Startsignal

Da die Menschen in Georgien ganz begeisterte Anhänger der europäischen Idee sind und lieber heute als morgen in die westlichen Bündnisse eintreten wollen, hat der Aéro-Sport Luxemburg dafür gesorgt, dass Robert Goebbels, ehemaliger Minister und Europaabgeordneter und vor allem Mitunterzeichner des Schengener Vertrags die Startflagge für die luxemburgischen Teams schwenkte. Wer das Abenteuer online mitverfolgen will, kann das unter www.georgia2016.eu tun.