LUXEMBURG
NATALIA SLIOUTOVA

Spielkritik: „Dragon Age: Inquisition“

Bioware bringt mit „Dragon Age: Inquisition“ einen würdigen Nachfolger der beliebten Spielserie auf den Markt. Der Titel vereint die besten Elemente aus seinen beiden Vorgängern und fügt dem Ganzen noch eine eigene Würze bei. Die fesselnde Story von „Inquisition“ erinnert in ihrer Vielfältigkeit und ihrem Ausmaß an die aus Origins. Die Kampfmechanik dagegen, stammt zum Teil aus „Dragon Age II“. Die riesigen Spielgebiete, abwechslungsreich in ihrer Gestaltung und wunderschön anzusehen, runden das Gesamtbild perfekt ab.

Nobody expected the Ferelden Inquisition!

Die Geschichte von „Inquisition“ ist nicht besonders komplex aber hat zahlreiche Aspekte die Lust auf mehr machen. Der Hauptcharakter - ein Mensch, Zwerg, Elf oder Qunari - wird dank einem Riss zwischen der Dimension des Nichts und der realen Welt zu einem wandelnden Schlüssel. Er oder sie muss fortan dafür sorgen, dass die kleineren Risse in Ferelden und Orlais wieder geschlossen werden, damit keine Dämonen in die reale Welt eindringen können. „Kingdom Hearts“ im Thedas-Format sozusagen. Zu der magischen Bedrohung kommen zudem noch die politische und die spirituelle. Die Kirche hetzte gegen die Templer, die Templer gegen die Magier und der Thron von Orlais wird auch noch bedroht. Alles und jeder ist auf Blut aus und der Spieler befindet sich natürlich inmitten des ganzen Tohuwabohu. Dem aber noch nicht genug, denn auch andere wollen von der freundlichen Inquisition Hilfe beziehen und so stehen einem hunderte von Nebenaufgaben zur Verfügung.

Langfristiges Unternehmen

Die Gebiete, die sich dem Spieler dabei eröffnen, lassen sich schwerlich in kurzer Zeit durchzocken. Allein schon ihre Größe und versteckte Winkel verbieten das. Auch das Abtragen von Ressourcen lohnt sich, denn diese werden aktiv gebraucht um die Inquisition voranzutreiben. Die Begleiter des Inquisitoren machen jeden Ausflug zu einem abwechslungsreichen und lustigen Unternehmen. Jeder und jede hat eine einzigartige Persönlichkeit, die die Gespräche spannend und hörenswert macht. Und im Vergleich zu dem zweiten Teil hat nicht ausnahmslos jeder eine tragische Geschichte die er oder sie einem unermüdlich vorjammert. Die Drachen sind zurück und sie sind auf Krawall aus, doch leider gibt es auch bei einem solch guten Spiel wie Inquisition ein paar Schönheitsfehler, die um so mehr ins Auge stechen. Drachen zum Beispiel. Wie habe ich geflucht und blutige Tränen geweint als ich meinem ersten Drachen gegenüberstand und der mich praktisch mit einem Schlag weggepustet hat. Die Biester sind stark, eigentlich zu stark für meinen Geschmack. Dagegen war der Kampf gegen den machthungrigen Corypheus fast schon ein Witz.

Auch das stark beworbene Multiplayer-System wird den Erwartungen nicht gerecht, da zu einfach und nicht lohnenswert. Die taktische Ansicht, die bei einem Bosskampf unabdingbar ist, funktioniert mehr schlecht als recht. Sie ist nicht so ausbalanciert wie die aus „Origins“ und ihr Nutzen ist außerhalb von großen Kämpfen auch fraglich. Ansonsten gibt es keine größeren Unstimmigkeiten. Die Kampfmechanik ist flüssig und dynamisch, die Charaktere zahlreich und die Geschichte fesselnd bis zum Schluss.