LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Nach Listenvorstellung von CSV und „déi Konservativ“: Zweieinhalb Monate vor der Europawahl vervollständigt sich allmählich das Bewerberfeld

Nach LSAP, DP, „déi gréng“, Piraten und adr haben am Wochenende auch die CSV und „déi Konservativ“ ihre Kandidatenlisten für die Europawahlen am 26. Mai vorgestellt. Angeführt wird die Liste der Christlich-Sozialen Volkspartei von einer Doppelspitze. Christophe Hansen, früherer Assistent der langjährigen Europaabgeordneten Astrid Lulling, rückte im vergangenen Jahr für Viviane Reding ins Europaparlament nach, als diese ihre Kandidatur für die Nationalwahlen bekannt gab. An der Seite des 37-Jährigen stellt sich Isabel Wiseler-Santos Lima zur Wahl, die wie Hansen bereits bei der letzten Europawahl kandidierte. Die 57-Jährige, die mit dem ehemaligen CSV-Fraktionsvorsitzenden und nationalen Spitzenkandidaten bei den Nationalwahlen Claude Wiseler verheiratet ist, ist Schöffin in der Hauptstadt. Die weiteren vier Kandidaten auf der paritätisch besetzten Liste sind der Mertziger Schöffe Stefano D’Agostino (30), die Grevenmacher Gemeinderätin Liane Felten (51), der Bürgermeister der Gemeinde Rosport-Mompach, Romain Osweiler (49) sowie Martine Kemp (24), die derzeit ihren Master in Verkehr und Transport absolviert. Die Kandidatenliste der CSV war mit einiger Spannung erwartet worden, treten doch die bisherigen Europaabgeordneten Viviane Reding, Georges Bach und Frank Engel - die bei der letzten Europawahl zusammen immerhin auf rund 260.000 Wählerstimmen kamen - nicht mehr an.

Der neue CSV-Präsident bezeichnete die Aufstellung seiner Partei am Samstag als „eine Liste von Menschen, die europäische Politik machen wollen“. Anders als andere Parteien in der EVP wolle die CSV in ihrem Wahlprogramm, mit dem in zwei Wochen gerechnet wird, „sich nicht vordringlich mit negativen Themen beschäftigen“, sondern das thematisieren, was die Menschen als positiven Mehrwert Europas empfinden.

Als eine Priorität sah es Christophe Hansen an, einen „richtigen Gegenwind zu den Populisten“ aufzubauen, wie er einem Medienbericht zufolge erklärte. Einen Schwerpunkt wird die CSV auch in Sachen Klimapolitik definieren. Mit dieser Strategie hoffen die Christlich-Sozialen, ihre drei von sechs luxemburgischen Mandate im Europaparlament verteidigen zu können.

„Luxembourg first“ für „déi Konservativ“

Während die CSV mit dem Motto „Für die Menschen in Europa“ in den Wahlkampf gehen, lautet der Wahlspruch der „déi Konservativ“ „D‘éischt Lëtzebuerg, dann Europa!“, was zumindest die Frage aufwirft, ob sich die Partei am „America first“-Slogan von US-Präsident Donald Trump inspiriert hat. Für die Konservativen treten an Parteipräsident Joe Thein (27), Vizepräsident Mario May (50), Vizepräsidentin Sandra Schwachtgen (55), Kassenführer Patrick Thein (56), Jean Ersfeld (65), Mitglied im Nationalkomitee sowie Generalsekretärin Pierrette Heintz (57).

Von den Parteien, die auch bei der letzten Europawahl angetreten sind, haben „déi Lénk“ und die KPL ihre Kandidaten noch nicht vorgestellt. Ob noch andere Parteien antreten werden, ist derzeit nicht bekannt. Mindestens 60 Tage vor dem Wahltermin müssen die Kandidatenlisten bei der Geschäftsstelle des Bezirksgerichts in Luxemburg eingehen.

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