LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Déi Lénk fürchtet eine „Gentrifizierung“ von Pfaffenthal

Die hauptstädtische Linkspartei,  „déi Lénk“, fürchtet um das Pfaffenthal und sieht allein aufgrund der Werbung eines Bauträgers den Untergang der historischen Unterstadt oder zumindest die Vertreibung ihrer Bewohner heraufziehen.

Was ist mit der alten Schreinerei?

In einer Presseerklärung der „Déi Lénk“ wird darauf verwiesen, dass ein Plakat der belgischen Bauträgergesellschaft „ICN Development“ in der Nähe der Grundschule von  Pfaffenthal vor dem Gelände der „alen Schräinerei“ hängt. Laut der Linkspartei handelt es sich bei ICN um den Bauträger, der zusammen mit TRALUX und BESIX RED die Grundstücke von Villeroy&Boch gekauft hat und das „Fënsterschlass“ genannte Gebäude in der hauptstädtischen Rue des Bains „superluxuriös“ renoviert hat.

„Déi Lénk Stad“ sehen dahinter  Umtriebe des Schöffenrates am Werk. Die Parteisektion wirft der DP-CSV-Mehrheit im Gemeinderat der Stadt Luxemburg vor, den Wohnungsbau privaten Bauträgern, gespeist von internationalem Kapital, zu überlassen. Das Ergebnis sei ein Preisniveau für Wohnraum, das für die Allgemeinheit unerschwinglich sei.

Lieber billigere Mietwohnungen

Das „sogar im Arbeiterbezirk Pfaffenthal“, um die Presseerklärung wörtlich zu zitieren, wo doch ein großer Teil der Flächen in öffentlicher Hand sei. Man müsse sich die Frage stellen, wieso die Stadt das seit langem leer stehende  Gebäude der „al Schräinerei“ nicht selbst gekauft hat. Dort hätte man ein dringend benötigtes Projekt für bezahlbare  Mietwohnungen realisieren können. Nach Auffassung der „Déi Lénk Stad“ sollten solche Projekte Priorität haben, um die Stadt für künftige Generationen attraktiv zu machen und um eine allmähliche Ausgrenzung der derzeitigen Bewohner zu vermeiden. Sonst setze sich die „Gentrifizierung“ rasch durch.