LONDON
SIMON LAROSCHE

Nach dem Aufsehen erregenden Erfolg von „The Book of Mormon“

Das Musical erzählt die Geschichte von zwei jungen mormonischen Missionaren, die von ihrer Kirchenzentrale in Salt Lake City in den tiefen Busch Ugandas geschickt werden, um dort, naiv und voller Optimismus, das Wort ihres Propheten Joseph Smith zu verbreiten. Die Einheimischen haben allerdings nicht viel Zeit für diese aus den USA importierte Religion übrig, denn ihr Alltag ist von Hunger, Armut und AIDS gezeichnet. Dazu kommt noch ein blutrünstiger lokaler Warlord (mit dem herrlichen Namen General Butt-Fucking-Naked), der die Bevölkerung und dann auch die beiden blauäugigen Missionare terrorisiert. In zahlreichen Songs wird nicht nur das Mormonentum, sondern jegliche organisierte Religion auf die Schippe genommen.

Die verrückten Genies hinter diesem lustigen Musical dürften Comedy-Fans durchaus bekannt sein: Trey Parker und Matt Stone sind nämlich die Erfinder der mehrmals ausgezeichneten und kontroversen Fernseh-Serie South Park. Anfang der 90er Jahre lernten sich die beiden auf der Universität von Colorado kennen, kurz darauf arbeiteten Parker und Stone an der Low Budget-Produktion „Cannibal! The Musical“ zusammen, ihr erster gemeinsamer Vorstoß in die Welt der Musicals.
Lange Erfahrung mit Musicals... und Mormonen

Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden Autoren aber bereits nützliche Erfahrungen mit dem Mormonentum gemacht, da auch im US-Bundesstaat Colorado etliche Missionare dieser Glaubensgemeinschaft unterwegs waren. Seit jeher sind sie von dieser merkwürdigen oft belächelten Religion fasziniert, das gleiche gilt für Robert Lopez, der Parker und Stone bei Book of Mormon von Anfang an zur Seite steht. Seit Jahren schon tauchen gelegentlich in Parker und Stones Produktionen naiv-fromme Mormonen auf, sei es in ihrem Blödelfilm „Orgazmo“ aus dem Jahre 1998 oder in der South Park-Folge „All About Mormons“. Absolut empfehlenswert!

Eines steht fest: Sollte The Book of Mormon in London die Menschen in einem gleichen Ausmaß wie in den USA faszinieren, könnte dieses geniale Musical (ja, Sie haben richtig gelesen: Ich habe das Wort „genial“ und „Musical“ im gleichen Satz benutzt) noch Jahrzehnte im West End zu sehen sein. Noch vor dem Flugticket, gilt es die Musical-Tickets zu bestellen, unter www.bookofmormonlondon.com