LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Studie zur Gesundheit der Bevölkerung in den EU-Mitgliedstaaten

Es ist gut möglich, dass in wenigen Tagen der Aufruf zur Teilnahme an einer Gesundheitsstudie in Ihrem Briefkasten landet. Dann sind Sie einer der 13.500 „Auserwählten“, die sich kostenlos durchchecken lassen können. Luxemburg nimmt nämlich an einer großangelegten Erhebung zur Gesundheit der Bevölkerung in den EU-Mitgliedstaaten teil.

Zuständig für die Organisation in unserem Land sind das Gesundheitsministerium und die Gesundheitsdirektion. Das „Centre de Recherche Public de la Santé“ wurde mit der Durchführung der Studie beauftragt. „Es geht natürlich nicht nur darum, Daten zu sammeln, es gilt vor allem auch darauf zu reagieren“, betonte Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo gestern vor der Presse. Ziel sei es, die Gesundheit der Bevölkerung zu bewerten, die Lebensgewohnheiten zu analysieren und Risikofaktoren bestimmter Krankheiten zu ermitteln.

4.000 Freiwillige gesucht

Man hofft, dass sich von den 13.500 angeschriebenen Personen 4.000 Freiwillige melden. Nach dem Zufallsprinzip wurden die potenziellen Teilnehmer zwischen 25 und 64 Jahren, die für die in Luxemburg ansässige Bevölkerung repräsentativ sind, aus dem Krankenversicherungsregister ausgewählt.

Ein gewisser Zeitaufwand ist mit dem Gesundheitscheck verbunden, der zu einem Teil aus der Beantwortung eines Fragebogens und zum anderen aus einer medizinischen Untersuchung besteht. Rund zwei Stunden sollte man einplanen.

Durchgeführt wird der Gesundheitscheck je nach Wohnsitz in Untersuchungszentren in Ettelbrück, Luxemburg-Stadt oder Esch/Alzette. Fragen zur Ernährung und den Schlafgewohnheiten gehören ebenso dazu, wie ein Seh- und Atemtest sowie die Abnahme einer Blut-, Urin- und Haarprobe. „Ein Haar liefert wichtige Informationen, etwa zur Umweltbelastung, der man ausgesetzt ist“, erklärte Di Bartolomeo.

„Wir setzen uns dafür ein, dass die Ergebnisse nicht zu einem Datenfriedhof werden. Mittels der durch die Studie gelieferten Erkenntnisse können wir unsere Präventionskampagnen- und -programme neu orientieren und Versorgungsangebote planen, die den jeweiligen Bedürfnissen Rechnung tragen“, erklärte Dr. Danielle Hansen-Koenig, Direktorin der Gesundheitsdirektion. Anschließend kann ein direkter Vergleich des Gesundheitsniveaus in Luxemburg mit dem aller anderen europäischen Länder angestellt werden.

Zwei Millionen Euro kostet die Studie. In dieser Summe ist alles enthalten, demnach auch die Auswertung der Daten. Erste Resultate sind für das Jahr 2015 zu erwarten.