LUXEMBURG
INGO ZWANK

Mehr Linien, mehr Abdeckung: Regionales Busnetz RGTR wird weiter ausgebaut

Es ist ein Netzwerk, das Einwohner und Grenzgänger gleichermaßen zu den beliebtesten Zielen bringen soll: das nachfrageorientierte RGTR-Busnetz.

„Ein Netz, dessen Frequenz und Art der Busse jetzt an das tatsächliche Potenzial angepasst ist und gleichzeitig einen attraktiven Service in ländlichen Gebieten garantiert“, führte François Bausch, Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, gestern bei der Vorstellung zur Reorganisation des RGTR-Netzes aus.

Das Busnetz, so Bausch, sei ein integraler Bestandteil des öffentlichen Verkehrs im Großherzogtum, eng verknüpft mit anderen öffentlichen Verkehrsnetzen und -angeboten wie CFL, Luxtram, AVL, TICE, Adapto, Bummelbus.

Das neue RGTR-Netz werde jetzt - oder besser ab Mai 2020 - ein regionales Busnetz sein, das an sieben Tagen in der Woche von morgens (5.00) bis abends (23.00) fast alle Orte im Großherzogtum bedienen wird. „Der öffentliche Verkehr in Luxemburg wird es schaffen, 99,92 Prozent der Bevölkerung zu bedienen“, so Bausch weiter. Nur 0,08 Prozent der Bevölkerung, „was etwa 500 Personen sind“, werden in ihrem Wohnort kein regelmäßiges öffentliches Verkehrsangebot haben, „sondern oft ein Bus- oder Bahnangebot innerhalb eines Kilometers - ohne Berücksichtigung der Schulbeförderung, die aber dem vorgeschlagenen Netz hinzugefügt wird.“

Sowohl die Bürger als auch die Gemeinden waren von Anfang an in das Umstrukturierungsprojekt eingebunden, sagte Bausch mit Blick auf teils kritische Bemerkungen aus einigen Räten. „Erwähnen muss man hier unter anderem die Luxmobil-Umfrage mit 38.000 Teilnehmern in Luxemburg. Diese gewonnenen Daten ermöglichen es dem Ministerium, die Nachfrage der gesamten Bevölkerung einzubeziehen, um ein RGTR-Netz für alle zu schaffen.“

Mit Roadshow und Workshops wurde die Bevölkerung weiter mit eingebunden. Nachdem im Jahr 2016 eine Roadshow mit etwa zehn Haltepunkten im ganzen Land organisiert worden war, um die Beschwerden und Anmerkungen der Bevölkerung zu sammeln, wurden mehrere Workshops durchgeführt, um den Rahmen des neuen RGTR-Netzes auszuarbeiten. Mit den folgenden Ergebnissen: Verbesserter Abend- und Wochenenddienst, bessere Taktzeiten, um wettbewerbsfähiger mit dem Privatwagen zu sein, direkte Querverbindungen zwischen großen Städten ohne Durchfahrt durch die Stadt Luxemburg als auch verbesserte Kundeninformationen.“

Das derzeitige RGTR-Netz (ohne die Schul- und Werkslinien) umfasst 180 Buslinien, die 725 verschiedene Routen bedienen. Vor der Konsultation der Kommunen bestand das geplante Netz aus 158 Strecken. „Auf der Grundlage der Vorschläge der Gemeinden wurden 115 dieser Linien modifiziert und 21 hinzugefügt, sodass insgesamt 179 Linien entstanden, jede mit einer eigenen Route“, so Bausch abschließend, der hier von einem der dichtesten Busnetze in ganz Europa spricht.

Mit der Neuausrichtung werde man montags bis freitags 25 Prozent mehr an Kilometervolumen umsetzen, „während der Sonntags-Touren werden es sogar 380 Prozent mehr sein“, sagte Bausch.