DIFFERDINGEN
GAST. FREYMANN

Kompletter Abriss der ehemaligen Differdinger Pfarrkirche ist eine beschlossene Sache

Wie bereits des Öfteren in den letzten drei Jahren, war die (ehemalige) Pfarrkirche erneut ein Punkt auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung des Differdinger Gemeinderates. Ein langes aber auch gleichzeitig bewegendes Verfahren, wie der für die Kirchen zuständige Schöffe John Hoffmann (DP) eingangs feststellte und unterstrich, dass seitens der Gemeinde alles Mögliche versucht wurde, das Gotteshaus zu retten.

Statt Kirche eine kleine Kapelle

In seinem Rückblick erinnerte Hoffmann an den 18. Juni 2010, als die Kirche definitiv geschlossen werden musste. Trotz des wertvollen Mosaiks, wurde die Kultstätte nicht klassiert. Das Projekt einer Markthalle wurde nicht zurückbehalten. Nachdem in einer Eilsitzung der Gemeinderat den Abriss beschlossen hatte und die Entweihung erfolgt war, wurde in der ersten Dezemberhälfte 2012 mit dem Abriss des baufälligen Teils begonnen. Der Rest der Gebäudes sollte erhalten bleiben und es bestanden weitere Pläne, wie die Gestaltung einer Freilichtbühne oder eines Indoorspielplatzes. Wunsch des Erzbistums war es, eine kleine Kapelle für sakrale Feiern auf den Fundamenten des Kirchturms zu errichten, womit darauf hingewiesen werden sollte, dass früher hier eine Kirche stand. Diesem Wunsch wird auch im Projekt der Neugestaltung Rechnung getragen, das dem Gemeinderat vorgestellt wurde.

Durch den Abbruch der Kirche und dem Wegfall der rue Victor Hugo in ihrem oberen Bereich, entsteht eine großzügige, zusammenhängende und ebenerdige Fläche ohne wesentliches Niveaugefälle von der ehemaligen Haushaltungsschule bis zur Avenue Charlotte. Zur Vernetzung der Fußgänger und Fahrradwege wird vorgeschlagen eine Fußgängerbrücke vom neuen Kirchplatz über die Avenue Charlotte hinweg zur Miami University zu bauen und damit einen barrierefreien Weg durch den Schlosspark bis zum Bahnhof zu ermöglichen.

Wie Bautenschöffen Jean Lorgé (DP) unterstrich, wird mit der Errichtung eines Kinderspielplatzes, einem Wunsch der Bevölkerung entsprochen. Hier biete sich auch die Gelegenheit, eine weitere Maison Relais zu schaffen, die dringend im Stadtzentrum gebraucht wird. Der Abbruch des Kirchturms ermöglicht eine großzügigere Gestaltung des Platzes vor dem früheren Stadthauses, wo das neue Kulturzentrum entsteht, das Ende Januar 2014 offiziell eröffnet wird.

An der Nordkante des Grundstückes bietet sich die Möglichkeit, ein unterirdisches Parkhaus mit zwei Ebnen zu errichten und so 100 bis 120 zusätzliche Parkplätze im Stadtzentrum schaffen. Über der Tiefgarage kann eine Erdgeschossbebauung erfolgen.

Die mögliche Nutzung könnten die Erweiterung der Maison Relais, ein Bistro-Restaurant oder öffentliche Einrichtungen sein, die alle direkt vom Platz zugänglich sein könnten

Aus urbanistischer Sicht sollten sich Neubauten an den Rändern, an der Höhe der bestehenden Giebel der Nachbarhäuser orientieren.