BELESGAST. SPECK

Gemeinderat Sassenheim arbeitet Tagesordnung mit 55 Punkten ab

Eine mit 55 Punkten gut gefüllte Tagesordnung wurde gestern im Beleser Rathaus innerhalb von vier Stunden abgewickelt. Hinzu kam noch eine Reihe von wichtigen Informationen für die Bevölkerung der Gemeinde Sassenheim.

Von Schöffin Simone Asselborn-Bintz (LSAP) war zu erfahren, dass der vor geraumer Zeit im Rahmen des Seniorenkommunalplans eingeführte „Ruff Bus“ neben den vier bereits bekannten Zielen nun auch, auf Anfrage hi,n die Verbindung zum CFL-Bahnhof Bascharage-Sanem übernimmt.

Weiterhin ließ sie wissen, dass das in diesem Schuljahr in zwei Früherziehungsklassen erstmals eingeführte Projekt „Précoce-Maison Relais“ sowohl bei den Kindern als auch den Eltern relativ gut angekommen sei. Auf Nachfrage der Eltern hin, soll das Projekt in naher Zukunft weiter ausgebaut werden.

Über eine Klimakonferenz, die im Rahmen des 25. Jahrestags der Gründung des Klimabündnisses in Dresden stattfand, informierte die grüne Schöffin Myriam Cecchetti. Unter anderem sei mehr Eigenständigkeit für die Gemeinden in Sachen Klimapolitik gefordert worden. Zudem sollten finanzielle Mittel zukünftig nur noch in erneuerbare und keineswegs in fossile Energien gepumpt werden.

Bürgermeister Georges Engel (LSAP) wies auf ein Abkommen mit der Gemeinde Differdingen hin, das in Sachen Waldfriedhof eine enge Zusammenarbeit beider Kommunen auf diesem Gebiet anstrebt.

Warum erst jetzt?

Anschließend ging das Wort an Marco Bidaine, der als Vertreter des Architektenbüros BENG auf den Ausbau des Zentrums für Feuerwehr- und Zivilschutz in Zolver/Scheuerhof einging. In der Tat sollen die Differdinger Rettungskräfte, nachdem sie sich vor vier Jahren noch vehement dagegen gestemmt hatten, nun doch in einer gemeinsamen Bleibe mit ihren Kollegen aus der Gemeinde Sassenheim ihren Aktivitäten nachkommen.

Dazu, so Bidaine, bedürfe es allerdings einer Erweiterung der bestehenden Räumlichkeiten. Entstehen soll eine neue Halle mit drei Stellplätzen für drei große oder sechs kleinere Fahrzeuge, die leicht nach hinten versetzt linkerhand an die bereits vorhandenen Gebäude angebaut werden soll. Bis zur Fertigstellung wird mit +/- 16 Monaten Bauzeit gerechnet. (Das „Journal“ berichtete bereits detailliert aus „Differdinger Sicht“ über dieses Vorhaben)

Die Gemeinde Sassenheim, so Engel, fungiere als Bauherr und würde die anfallenden Kosten von 2.985.000 Euro vorstrecken. Die Rückzahlungen würden aufgrund der eingehenden Rechnungen von der Nachbargemeinde nach und nach bis zur integralen Tilgung des Vorschusses getätigt.

Ein notarieller Vertrag über das gemeinschaftliche Eigentum, so der Bürgermeister, wird die Besitzverhältnisse auf 50/50 festlegen. Folgekosten zur Instandhaltung des Interventionszentrums, des Fuhrparks usw. werden zu gleichen Teilen verrechnet. „Eng win-win Situatioun fir béid Gemengen“, so Georges Engel. Das Projekt wurde von allen Räten unisono gutgeheißen.

Gleiches galt für die Erneuerung der Turnhalle und der Heizungsanlage in der Grundschule Beles-Post für 400.000 Euro.

Vël’Ok

Sassenheim trägt sich mit der Absicht, das Fahrrad zu einem wesentlichen Standbein der Mobilität auszubauen. Ressortschöffe Marco Goelhausen (LSAP) wies auf den steten Zuwachs der Bevölkerung hin, weshalb man denn auch nicht umhin käme, die „Sanfte Mobilität“ in ihrer Gesamtheit zu fördern

Das Konzept Vël’Ok sei 2010 in Esch/Alzette eingeführt worden. Die recht guten Erfahrungen, die man in der Minettemetropole mit dem Fahrrad-Verleihsystem gemacht habe, so der Schöffe, hätten nun die Gemeinden Bettemburg, Differdingen, Düdelingen, Rümelingen und Sassenheim dazu bewegt, sich diesem Prinzip anzuschließen. Eine erste Phase sieht die Einrichtung von fünf Stationen mit jeweils sechs Stromtankstellen sowie die Anschaffung von 15 e-bikes vor. Ausleihen kann man den fahrbaren Untersatz am Lycée Belval, am CIPA-REWA, vor dem Beleser Rathaus, am Bahnhof Beles/Zolver und am Sport- und Kulturzentrum „KUSS“.

Insgesamt werden die oben erwähnten Südgemeinden dann über 50 Stationen mit 400 Andockstellen und 220 Fahrrädern (traditionelle Räder plus e-bikes) verfügen. Der Kostenpunkt von 120.000 Euro wurde einstimmig gutgeheißen. In einer zweiten Phase sollen 2016 weitere Stationen in Beles Zentrum und am Unabhängigkeitsplatz in Zolver errichtet werden, so Goelhausen abschließend.

Cyclo Cross WM auf Belval

Zustimmung gab es ebenfalls für Renovierungsarbeiten am Rathaus zur Verbesserung der Zugänglichkeit für Behinderte (110.000 Euro), die Beleuchtung der Skulpturen des Künstlers Jean Meis (40.000 Euro), die Erneuerung der Heizungsanlage am Kulturzentrum „A Gadder“ (20.000 Euro) sowie die Einrichtung eines Gemüsegartens am „REWA“ (20.000 Euro).

Schlussendlich sei noch die Ratifizierung der Konvention zwischen der Gemeinde und dem Organisationskomitee für die Austragung der UCI-Cyclo-Cross Weltmeisterschaft 2017 in Belval zu erwähnen.