LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Für eine bessere Inklusion auf dem Arbeitsmarkt: Assistenzprojekt vorgestellt

Als eine „wichtige Etappe, um einen inklusiveren Arbeitsmarkt zu fördern“ hat Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) den gestern zusammen mit Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen (DP) vorgestellten Gesetzesentwurf beschrieben, mit dem Menschen mit einer Behinderung oder Arbeitnehmer in einer externen beruflichen Wiedereingliederung bessere Chancen erhalten sollen, in ihrem Job zu bleiben. Die vom Regierungsrat bereits angenommene Initiative sieht vor, dass der Arbeitgeber und ein Arbeitnehmer mit einer Behinderung oder im „reclassement externe“ zusammen eine Assistenz beantragen können. Ein vom Familienministerium genehmigter externer Experte, der eine Berufserfahrung im Bereich Handicap und im Umgang mit der spezifischen Behinderung des Betroffenen nachweisen muss, kann dann bis zu maximal 300 Stunden über den Zeitraum von zwei Jahren als Ansprechpartner für Fragen dienen, die anderen Mitarbeiter über die Spezifitäten der Behinderung aufklären und bei Problemen im Arbeitsalltag vermitteln. Die Kosten übernimmt der „Fonds pour l’Emploi“. Der Assistent muss ebenfalls ein individualisiertes Inklusionsprojekt ausarbeiten und die Entwicklungen der Arbeitssituation des Betroffenen in jährlichen Berichten festhalten.

Ergänzend zur Vorbereitungauf den Arbeitsmarkt

Gaby Wagner, die stellvertretende Direktorin der Agentur für Arbeit (ADEM), sagte: „Das ist das Puzzlestück, das uns bis jetzt gefehlt hat“. In den vergangenen Jahren hat die ADEM ihre Anstrengungen verstärkt, um Menschen mit einer Behinderung auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Ziel des Anfang 2017 ins Leben gerufenen „Centre d’orientation socio-professionnelle - Handicap et Reclassement“ (COSP-HR) ist laut Angaben der ADEM die Verbesserung der beruflichen Orientierung und Integration in den Arbeitsmarkt von Arbeitsuchenden mit dem Statut eines behinderten Arbeitnehmers oder eines Arbeitnehmers mit Erwerbsminderung. Von 240 Teilnehmern haben 206 den Screening-Prozess durchlaufen. 40 Prozent der Bewerber haben Arbeit gefunden. Die neue Maßnahme soll in Zukunft sicherstellen, dass sie ihre Arbeit auch behalten - aber auch Vorbehalten oder Ängsten von Arbeitgebern entgegenwirken. In den Erläuterungen zum Gesetzesentwurf heißt es, die berufliche Inklusion von Arbeitnehmern mit einer Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt sei „immer noch nicht zufriedenstellend und die Inklusionsrate befindet sich weit unter den gesetzlichen Minimalwerten“. Schmit machte darauf aufmerksam, dass die Arbeitslosigkeit insgesamt zwar in den vergangenen Jahren gesunken sei, bestimmte Gruppen - darunter auch Menschen mit einer Behinderung - allerdings nicht von dieser Entwicklung profitiert hätten.

Die Kosten für das Assistenzprojekt auf einen Zeitraum von zwei Jahren werden auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Das beinhaltet zwei zusätzliche Posten für die ADEM sowie die Assistenz und die Ausarbeitung eines individualisierten Inklusionsprojekts für 250 Arbeitnehmer.