Aufmerksam sein für Alarmsignale und gemeinsam dem Suizid vorbeugen, das sind die Ziele der Internet-Seite www.prevention-suicide.lu des Informations- und Präventionszentrums (mit Sitz in Luxemburg-Stadt, 21 Boulevard Pierre Dupong, Tel.: 45 55 33). Verwaltet wird das Zentrum von der „Ligue Luxembourgeoise d’Hygiène Mentale asbl“). Wie Marie-Jeanne Bremer in ihrer Eigenschaft als Direktorin des Zentrums unterstrich, wurde die Idee einer Internet-Seite über Suizidprävention bereits 2005 geboren. Aus finanziellen Gründen musste die Verwirklichung dieser Idee allerdings bis 2009 zurückgestellt werden, als mit der Ausarbeitung dieser Seite begonnen wurde. Bis zur definitiven Fertigstellung der Seite sollten allerdings fast fünf Jahre ins Land ziehen. Gestern war es nun endlich soweit und in der Abtei Neumünster in Luxemburg-Grund wurde die der Suizidprävention gewidmete Internet-Seite im Beisein von Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo vorgestellt.
Drei Zielgruppen
Die Internet-Seite www.preventuion-suicide.lu steht unter dem Thema „Suizidprävention geht uns alle an. Aufmerksam sein für Alarmsignale ... gemeinsam Suizid vorbeugen“. Oberstes Ziel der Seite ist es zu sensibilisieren und zu informieren sowie die Arbeit im Netz der verschiedenen Fachleute zu vereinfachen. Die Internet-Seite richtet sich an drei Zielgruppen:
- Die Betroffenen, die Angehörigen und die Fachleute, wie die Ärzte, die Erzieher oder die Psychologen. Wie Marie-Jeanne Bremer weiter unterstrich, findet eine betroffenen Person z.B. Tipps, wie ihr in einer Krisensituation geholfen werden kann. Auf der Internet-Seite findet man ferner die Adressen und die Telefonnummern von Hilfsdiensten.
- Angehörige und Freunde von betroffenen Personen können auf der Internet-Seite Antworten auf Fragen finden wie z.B., was ist Selbstmord und weshalb greifen Leute auf diesem finalen Schritt zurück. Auch erfahren die Angehörigen und Freunde von Betroffenen, wie sie einer suizidalen Person am besten helfen.
- In der Sparte, die sich an Fachleute richtet, gibt spezifische Informationen über die Prävention, die Krisen-Gestion und die Betreuung von betroffenen Personen.
Niemand darf wegsehen
Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo, der der gestrigen Präsentation der Internet-Site beiwohnte, zeigte sich beeindruckt von der Arbeit, die in den vergangenen Wochen und Monaten von den Verantwortlichen und Mitarbeitern des „Centre d’Information et de Prévention“ bewältigt wurde, um diese Internet-Seite in Dienst zu stellen. Darüber hinaus wusste der Minister zu berichten, dass laut Zahlen, die von der WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentlicht wurden, täglich einige 3.000 Personen weltweit Selbstmord begehen.
In Luxemburg kann man - trotz der bestehenden Grauzone - davon ausgehen, dass rund 80 Leute im Jahr Selbstmord begehen. Auf jeden Suizid, so der Minister weiter, kommen 20 Selbstmordversuche. Demzufolge ist die ganze Gesellschaft gefordert, diesem Phänomen Einhalt zu gebieten. Suizid ist in jeder gesellschaftlichen Schicht zu finden, er „kennt kein Alter und keine wirtschaftlichen Differenzen“, so der Minister, der abschließend noch einmal mit Nachdruck unterstrich: „Suizidprävention geht uns alle an“.
www.prevention-suicide.lu



