PASCAL STEINWACHS

Da hatten sich zwei gesucht und gefunden, die nun, wo Ursula von der Leyen das Ruder in Brüssel übernimmt, getrennte Wege zu gehen gezwungen sind: Der scheidende EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker („er war das größere Ganze“) und seine treue Chefsprecherin Mina Andreeva („der beste Sprecher ist der, den man nicht sieht“), die diese Woche im „Télécran“ porträtiert wird und dabei verrät, Juncker „bereits als Studentin für Europäische Studien und Europäisches Recht (...) aus der Ferne betrachtet und bewundert“ zu haben. „Darum war es natürlich toll, später diesen Zugang zu haben und ihn nicht nur aus der Ferne oder durch akademische Papiere oder Nachrichten mitzuerleben.“ Dass so ein Leben mit dem größeren Ganzen aber natürlich kein Zuckerschlecken ist, versteht sich von selbst: So muss die Chefsprecherin jeden Tag um 6.30 aufstehen und kommt nicht vor Mitternacht ins Bett, was dann aber wiederum gut zu Andreevas Motto passt, nämlich „Lebe deinen Traum, und träume nicht dein Leben“, denn für Träume bleibt bei so wenig Schlaf keine Zeit. Nun will sich Andreeva „neuen Herausforderungen in der Kommission“ stellen, „auch wenn ich sagen muss, dass Jean-Claude Juncker mir dabei sicherlich sehr fehlen wird“, aber von Brüssel nach Luxemburg ist es ja nicht weit...