LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

Das Filmjahr 2018 im Rückblick

Luxemburg ist seit dem 1. Dezember um einen Kinosaal reicher. In der knapp 300 Einwohner zählenden Ortschaft Kahler übernahm das „Kinoler“ den Spielbetrieb. Das hypermodern eingerichtete Kino verfügt über 36 bequeme Sessel und die neuste Tontechnik, das Dolby-Atmos. Mit dieser Technik wurde ebenfalls Saal 1 im Kinokomplex „Kinepolis Kirchberg“ im September eingerichtet, hinzu kam die moderne Ultra-Laser Projektionstechnik. Mit weit über 50.000 Besuchern hat Felix Kochs „Superjhemp retörns“ den alten Rekord von „Congé fir e Mord“ (1983) von Paul Scheuer mit 43.120 Zuschauern eingestellt.

Festivals und Filmpreise

Das achte Luxembourg City Film Festival (LuxFilmFest) war sicher das Ereignis in Luxemburgs Kinolandschaft. Ein Ehrenpreis wurde an den deutschen Regisseur Volker Schlöndorff überreicht, ehe die Hauptjury unter dem Vorsitz von Regisseur Atom Egoyan (The Sweet Hereafter) den israelischen Film „Foxtrot“ von Samuel Maoz mit dem „Grand Prix By Orange“ auszeichnete.

Beim elften CinEast-Festival gewann der ungarische Film „Egy nap“ (One Day) von Zsófia Szilágyi den Grand Prix. Das Filmfest war wie immer mit 60 Spiel- und Dokumentarfilmen sowie 40 Kurzfilmen und vielen Events um die Länder aus Zentral- und Osteuropa überladen.

Die neunte „British & Irish Film Season“ eröffnete mit dem ausgezeichneten „Swimming With Men“ von Oliver Parker. Dasselbe Thema - Männer, die sich für Wasserballett interessieren - wurde ebenfalls im französischen Film „Le Grand Bain“ von Gilles Lellouche behandelt.

Viele Freunde des italienischen Films zog es während des 41. italienischen Filmfestivals nach Villerupt oder in die Säle in Esch, Düdelingen und Luxemburg, wo seit Jahren das Festival ebenfalls zuhause ist. Dann fanden noch ein brasilianisches und ein portugiesisches Filmfestival statt, und im „Utopia“ konnte man beim „Cine Breakfast“ frühstücken und Filme anschauen. Nicht vergessen darf man die Events „Cinéma du Sud“, „Ladie’s Night“ oder die Sneak-Previews.

Und schließlich krönte der „Lëtzebuerger Filmpräis“ am 22. September zum achten Mal die Werke der in Luxemburg tätigen Filmschaffenden. „Noces“ von Stephan Streker wurde zur besten Koproduktion gewählt, „The Breadwinner“ von Nora Twomey zum besten Animationsfilm in Koproduktion, Pol Cruchtens „La Supplication“ zum besten Dokumentarfilm, „Fils“ von Cyrus Neshvad zum besten Kurzfilm und „Gutland“ von Govinda Van Maele zum besten luxemburgischen Film.

Gute und schlechte Filme

Der „Journal“-Kritiker sah 255 Filme im Kino. Von diesen Filmen waren aber nur sieben Prozent sehr gut oder gar meisterhaft. Knapp 22 Prozent waren gut, 44 Prozent zu ertragen und stolze 27 Prozent ganz einfach schlecht bis grottenschlecht. Gegenüber 2017 haben die mittelmäßigen und schlechten Filme sogar zugenommen.

Die zehn besten Filme waren: „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“, „Capharnaüm“, „Mary Poppins Returns“, „Der Hauptmann“, „The Greatest Showman“, „Werk ohne Autor“, „The Breadwinner“, „Nur Gott kann mich richten“, „Hostiles“ und „Overlord“. Drei deutsche Filme haben ihren Weg in die Top-Ten gefunden und nicht ein französischer Film, die man aber in der Hitparade der schlechtesten Filme findet. Schlecht oder enorm schlecht waren: „Holiday“, „Venom“, „Aquaman“, „Madame Hyde“, „Mme Mills, une voisine si parfaite“, „Ant-Man and the Wasp“, „Mission Impossible: Fallout“, „Free & Easy“, „Isle Of Dogs“ und „Mon Ket“. Hier ist zu bemerken, dass es gleich drei Comic-Verfilmungen in die Kategorie der miserablen Filme geschafft haben.

Ein Saal im „Kinepolis Kirchberg“ soll demnächst den Spielbetrieb im 4DX aufnehmen. Die Kinosessel passen sich dann jeder Bewegung auf der Leinwand an, der Zuschauer spürt den Wind, den Regen, Blitz und Donner und kann auch riechen, was auf der Leinwand stinkt. Man darf sich also auf die vielen Live-Remakes von Disney-Klassikern freuen, „Dumbo“ und „The Lion King“, und die Fortsetzungen der Marvel-Comics.