LUXEMBURG
NASSIMA OUZREN

Seit dem 1. Januar 2018 gelten neue Regeln für den Urlaub aus familiären Gründen. Wenn sich berufstätige Eltern freinehmen, um bei ihrem schwerkranken oder durch einen Unfall schwer verletzten Kind zu sein, haben sie abhängig vom Alter ihres Nachwuchses Anspruch auf fünf bis 18 Tage. Doch wo sich Paare einfacher umorganisieren können, wird es für Alleinerzieher in solchen Situationen kompliziert. Nassima Ouzren plädiert deshalb mit einer Petition dafür, dass alleinerziehende Mütter und Väter genauso viele Sonderurlaubstage bekommen wie Paare.


„Ziel dieser Petition ist es, dass alleinerziehende Mütter und Väter Anspruch auf genauso viel Sonderurlaub aus familiären Gründen bekommen wie Paare. Das heißt:

• 24 Tage für ein Kind im Alter zwischen 0 bis 4 Jahren statt aktuell 12 Tage

• 36 Tage für Kinder in der Altersperiode zwischen 4 und 13 Jahren statt 18 Tagen

• 10 Tage für Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren anstelle von 5 Tagen

In unserer Gesellschaft gibt es heute immer mehr Menschen, die sich in einer schwierigen Situation wiederfinden, weil sie ihre Urlaubstage aus familiären Gründen zweimal schneller aufbrauchen als ein Paar.

Es geht dabei auch um eine Anerkennung der alleinerziehenden Familien. Es wäre gerecht, dass diese vollwertigen Familien, von denen es immer mehr gibt, ob gewollt oder den Umständen geschuldet, die gleichen Rechte bekommen wie alle anderen auch. Ein Kind sollte das gleiche Recht haben wie ein anderes, das im Krankheitsfall mehr Zeit mit seinen Eltern verbringen kann. Auch wenn Verschiedenes unternommen wird, werden alleinerziehende Familien immer noch nicht als etwas Normales angesehen.

Als alleinerziehende Mutter, die Vollzeit arbeitet, war ich vor ein paar Wochen in dem Fall, dass mein Kind übers Wochenende krank wurde. Im Krankenhaus wurde mir gesagt, dass sie mein Kind im Spital behalten müssen. Ich musste dann bei ihm bleiben, mir von Kollegen ein paar Sachen bringen lassen und gleichzeitig klären, dass ich nicht zur Arbeit gehen konnte. Man kann sich leicht vorstellen, dass Alleinerziehende in solchen Situationen, aber auch allgemein, vielen Schwierigkeiten begegnen, um ihren Alltag zu meistern. Als Paar kann man Aufgaben aufteilen.

Man muss auch bedenken, dass ein Kind, sobald es in eine Gruppe mit anderen Kindern kommt, beispielsweise eine Kinderbetreuungseinrichtung, schnell krank wird. In Kinderkrippen wird häufig darauf hingewiesen, dass derzeit dieses oder jenes Virus zirkuliert. Auch wenn das mit den Jahren besser wird, so sind Krankheitsfälle dennoch nicht zu vermeiden.“


Direktlink zur Petition, die noch bis 20. Februar unterstützt werden kann: tinyurl.com/Petition1451