LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Heute ist der internationale Tag der Meteorologie, gestern war der Weltwassertag, vorgestern der Welttag des Waldes. Wenn Sie noch keine Zeit für diese Themen hatten, die auch im digitalen 21. Jahrhundert unsere Leben weiterhin maßgeblich bestimmen, dann wäre an diesem Wochenende die Gelegenheit, mal bei einem Spaziergang im Wald über das Klima und die wichtigste aller Ressourcen, nämlich das Wasser nachzudenken und darüber, wie unsere Lebensweise auf all das wirkt. Dem Forst, der „grünen Lunge“, die wir auf keinen Fall missen möchten, nicht zuletzt wegen seiner entspannenden Wirkung, geht‘s nicht gut. Der diese Woche vorgestellte Waldbericht zeigt, dass nur weniger als ein Drittel des Baumbestands keine Schäden aufweist. Der Klimawandel setzt den Wald unter Stress, die Bäume lechzen während immer längerer Trockenperioden nach Wasser, können sich weniger schützen, etwa gegen die gefräßigen Borkenkäfer, die angesichts der hohen Temperaturen „boomen“.

Die lange Trockenperiode im vergangenen Jahr hat die Grundwasserreserven schrumpfen lassen. Frankreich klagt über niedrige Stände und durch die ausbleibenden Niederschläge, auch in diesem Winter, konnten sie nur ungenügend ausgefüllt werden. Es könnte schwierig werden, wenn weitere lange Trockenperioden kommen, obwohl der so genannte „stress hydrique“ in Luxemburg - eine Situation, in der Wasserknappheit nicht nur die Trinkwasserverfügbarkeit bedroht, sondern auch die wirtschaftliche und soziale Entwicklung - derzeit weit weg vom kritischen Niveau ist. Belgien und Deutschland sind da schon weit drüber, wie unsere Statistikbehörde das diese Woche in einer Veröffentlichung über den Wasserverbrauch vermerkte. Der ist seit 2010 um 17 Prozent gefallen. Von 242,8 Liter pro Tag und pro Kopf auf 200,5 Liter pro Tag und pro Kopf im Jahr 2017.

Der Grund: Die Wasserversorgung ist effizienter geworden, wie auch der Konsum. Moderne Technik im Bad reduziert ihn in den Haushalten, neue Spitzentechnologien bei Einsatz und Wiederaufbereitung in allen Wirtschaftsbereichen drückt den Verbrauch. Wir sind also auf einem guten Weg, während die Versorgungskapazitäten laufend ausgebaut werden. Welch riesiger Aufwand aber betrieben werden muss, damit wir auf Knopfdruck sauberes Wasser erhalten, davon kann man sich etwa bei der SEBES und anderen Wasserversorgern überzeugen. Da erfährt man dann auch, welche Katastrophe es ist, wenn Chemikalien in Quellen oder Grundwasser sickern und wie wichtig Wasserschutzzonen sind. Von sowas können Menschen vielerorts auf der Welt nur träumen. Laut dem Weltwasserbericht der Vereinten Nationen haben 2,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, 4,3 Milliarden stehen keine sicheren sanitären Anlagen zur Verfügung. Die Lage wird sich noch verschlimmern, denn die Wassernachfrage dürfte bis 2050 weltweit um 20 bis 30 Prozent zunehmen. Jeder trägt dazu bei, den „Wasserstress“ zu erhöhen, den jedes Gut hat auch eine „Wasserbilanz“. Mal rechnen, wissend, dass vom Wasser auf dem Globus nur 0,7 Prozent für Mensch, Tiere und Pflanzen direkt verfügbar sind. Das wird knapp.