LUXEMBURG
BRIGITTE MICHAELIS

Die „Médecins du Monde“ sind seit 2014  in Luxemburg aktiv. Dabei nehmen sie sich der Menschen an, die komplett aus dem Raster der gesundheitlichen Versorgung fallen. Eine neue Kampagne ruft dazu auf, auch in der Ferienzeit an diese Menschen zu denken und gegebenenfalls zu spenden. Brigitte Michaelis, Kommunikationsverantwortliche bei „Médecins du Monde“, erklärt uns, wofür Spendengelder gerade jetzt gebraucht werden:

„Auch in der Ferienzeit gibt es in Luxemburg Menschen, die über keine Sozialversicherungskarte verfügen oder denen es aus finanziellen Gründen unmöglich ist, zum Arzt oder in die Apotheke zu gehen. Diese Menschen leiden nicht nur im Winter oder im Sommer, sondern das ganze Jahr über. Es handelt sich hier oft um Obdachlose, die unsere Dienste in Anspruch nehmen, um über eine medizinische Versorgung zu verfügen. Mit der Kampagne wollen wir niemanden anprangern, doch man muss den Menschen vor Augen halten, dass während man sich Ferien leistet, andere Menschen auf der Straße leiden. Mit einer kleinen Geste kann man bereits viel bewirken.

Im Jahre 2018 haben wir über 2.380 Besprechungen gehabt. Oft kommen die Betroffenen mehr als einmal zu uns, da es sich in manchen Fällen um chronische Probleme, wie etwa Diabetes oder Asthma, handelt.  Sie sind den ganzen Tag über draußen, leiden unter teils akuten Schmerzen und können nicht zum Arzt aus den oben genannten Gründen. Das ist ein realer Notstand, der im Luxemburg herrscht und immer mehr Menschen sind davon betroffen.

Wir sind seit fünf Jahren im Großherzogtum aktiv und haben festgestellt, dass die Tendenz bei diesen Fällen nach oben zeigt. Aktuell sind wir in Esch und in der Hauptstadt im Stadtteil Bonneweg aktiv. Wir haben festgestellt, dass es viele Menschen mit Zahnschmerzen gibt, für die wir mittlerweile eine Warteliste eingerichtet haben. Denn diese Patienten müssen wir durch einen Zahnarzt versorgen lassen. Man muss sich vor Augen halten, dass viele dieser Erkrankungen oder medizinischen Probleme langfristige Konsequenzen mitsichbringen. Jemand, der etwa unter akuten Zahnschmerzen leidet, kann sich nicht mehr richtig ernähren. Dann folgt eine Krankheit auf die nächste. Deshalb ist es wichtig, diese Menschen zu behandeln.

Fast 100 Freiwillige arbeiten für ‚Medecins du Monde‘ in Luxemburg. Dazu gehören Ärzte aus sämtlichen medizinischen Bereichen sowie Krankenschwestern und Psychologen, welche diesen Patienten helfen wollen. Wir versuchen, soweit wie möglich, mit unseren Freiwilligen aus dem medizinischen und nicht-medizinische Bereich zu arbeiten, um der Behandlungsnot entgegenzuwirken. Oft sprengen die notwendigen Schritte unsere menschlichen wie auch finanziellen Möglichkeiten: Zum Beispiel können bei uns keine Rundbilder durchgeführt werden. Insbesondere, was die Finanzierung verschiedener Untersuchungen und Interventionen anbelangt, stoßen wir an unsere Grenzen. Deshalb ist die asbl ‚Médecins du Monde‘ auf jede einzelne Spende angewiesen.“

Spenden können überwiesen werden an:
BIC: BILLLULL | IBAN: LU75 0020 0100 0005 0700 Mehr Informationen:
medecinsdumonde.lu/faire-un-don