Die NATO hat den Brandstifter der Jugoslawien-Kriege, Milosevic, zu spät aber zu Recht aus dem Amt gebombt. Bruder Muhammad Gaddafi wurde mit Unterstützung des Westens von seinem Despoten-Thron gestoßen. Aktuell gehen Europas Truppen in Mali gegen Islamisten vor. Der internationale Gerichtshof in Den Haag jagt post-jugoslawische Kriegsverbrecher genauso wie afrikanische Despoten und Völkermörder.

Eine Militärintervention aus humanitären Gründen ist eine Ultima Ratio, die überlegt sein will. Sie kann funktionieren oder kräftig in die Hose gehen. Der Irak ist das Beispiel für ein militärisches Eingreifen aus den falschen Gründen. Manchmal gibt es aber gute Gründe, den dicken Knüppel zu schwingen

In dieser Woche hat die UN einen Bericht vorgelegt, der auch den letzten Pazifisten zum Umdenken bewegen muss. Die Vereinten Nationen haben klar formuliert und schriftlich dokumentiert, was man eigentlich schon wusste: Nordkorea ist ein einziges Konzentrationslager. „Die Menschenrechtsverletzungen sind von einer Schwere, einem Ausmaß und einer Art, die in der heutigen Welt keinen Vergleich kennt“, als Beispiele werden „Ausrottung, Mord, Versklavung, Folter, Haft, Vergewaltigung, erzwungene Abtreibungen“ genannt. Hunger ist an der Tagesordnung. Die Beschreibungen der Foltermethoden und Haftbedingungen im UN-Bericht, von im KZ aufgewachsenen Kindern bis zu ersäuften Babys, sind so drastisch, dass man sie ganz schnell wieder aus dem Kopf haben will.

Der neuste Kim an der Spitze des sozialistischen Paradieses ist uns lange vorgekommen wie eine 3D-Version von General Plekszy-Gladz, dem Herrscher über Bordurien. Jetzt ist klar, dass das Milchgesicht weniger mit Hergés Karikatur als mit Vlad dem Pfähler zu tun hat. Die Geschichte mit dem von Hunden zerrissenen Onkel mag eine Latrinenparole sein, dass Ausrotten der halben Verwandtschaft ist dagegen verbürgt.

Warum nimmt die Welt einen derartigen Terrorstaat hin? Der Terror im Inneren reicht der milliardenschweren Generalsclique in Pjöngjang ja nicht aus. In den Nachbarländern werden Menschen entführt und nach Nordkorea verschleppt. Südkoreanische Kriegsschiffe mal so nebenbei versenkt. Noch zu Zeiten des ersten Kims wurden auf Betrieben des zweiten Kim schon mal Bomben an Bord von Passagiermaschinen geschmuggelt - 115 Tote die in die Andamanensee stürzten.

Und jedes Mal, wenn die Welt am Regime und dessen Häuptlingen Kritik übt, fletscht es die Zähne und droht mit der Bombe und dem Weltuntergang. Feuer und Flamme für Seoul und Tokio war und ist das hässliche Mantra der Kims. Westliche Rückzieher sind die Folge.

Das Land hat nur einen Verbündeten, das große China, das aus nicht logisch nachvollziehbaren Gründen (vielleicht nostalgische Erinnerungen an den Korea-Krieg?) immer noch seine Hand über die Mordbuben in Pjöngjang hält. Wenn sich Peking abwendet, wird Nordkorea zusammenbrechen. Es ist zu befürchten dass das nicht wie bei der Sowjetunion mit einem letzten Seufzen, sondern mit einem großen suizidalen Knall passiert.

Wäre es da nicht viel besser, wenn die Weltgemeinschaft den Mordbuben schon vorher einen dicken Knüppel über die Rübe zieht?