ESCH/ALZETTE
CHRISTIAN SPIELMANN

Das Musical „We Will Rock You“ lässt die Rockhal krachen

Weil der Autor und Schauspieler Ben Elton ein bekennender Fan der legendären Rockband „Queen“ ist, dachte er sich eine Geschichte aus, die mit den Hits der Band um Freddie Mercury (1946-1991) erzählt werden kann. Das Resultat, das Jukebox-Musical „We Will Rock You“, läuft seit dem 14. Mai 2002 ununterbrochen im Londoner Dominion Theatre. Die Verantwortlichen des hauptstädtischen Den Atelier konnten eine Tournee-Produktion des Musicals engagieren, die noch bis zum 21. April in der Rockhal auf Belval gastiert.

Flotte Updates für „WWRY“

Da das Musical seit fast elf Jahren über unseren Planeten tourt - es wurde noch nicht am Broadway gespielt -, der in der Originalfassung noch „Planet Mall“ hieß, wurden verschiedene Dialoge und Anspielungen für die heutige Generation angepasst.

So heißt unser blauer Planet jetzt „iPlanet“ und auch der Gangnam Style hat seinen Platz in der 2013er-Fassung von „WWRY“. Die Killer Queen (Jenna Lee-James) und ihre Firma Globalsoft regieren die Erde, wo konventionelle Musik verboten ist. Nur digitalen Klängen übers Internet darf man zuhören. Der Königin General Khashoggi (Dean Read) und seine Polizisten wachen mit harter Hand über die Bewohner und das Einhalten der Gesetze.

Doch wie überall, wo Diktatoren herrschen, gibt es Rebellen, die hier Bohemians heißen und an eine Legende glauben. Irgendwo auf „iPlanet“ ist eine „Axt“, sprich ein Musikinstrument versteckt, die ein „Dreamer“ finden wird. Einem jungen Mann, Galileo (Mig Ayesa), schwirren Worte im Kopf, und er hat Träume, die er sich nicht erklären kann.

Er wird von Khashoggis Schergen gefangen genommen und lernt ein Mädchen kennen, dem er den Namen Scaramouche (Lauren Samuels) gibt. Beide können flüchten und treffen auf Britney Spears (Rolan Bell) und Meat (Lucie Jones), zwei Bohemians, die sie in ihr Versteck, das Heartbreak Hotel, bringen. Mit der Hilfe von Pop (Rob Castell) können sie die „Axt“ schlussendlich finden.

Eine gelungene Parodie

Die Geschichte an sich ist nicht sonderlich originell. „WWRY“ ist eine einfache, fast schon naive Parodie auf die moderne Welt, in welcher der Mensch riskiert, seine Individualität zu verlieren. Aber erstens spielt hier die Musik von „Queen“ die wichtigste Rolle. Von „Radio Ga Ga“ über „Killer Queen“ und „Another One Bites the Dust“, bis „We Will Rock You“, „We Are The Champions“ und „Bohemian Rhapsody“ (als Zugabe) kann man sich an den perfekt gesungenen Texten und der live gespielten Musik ergötzen.

Dann sind es dieser feine britische Humor und die unzähligen Anspielungen auf bekannte Pop- und Rockhits und deren Interpreten aus der Vergangenheit, welche die Lachmuskeln strapazieren. Die Bohemians haben sich Namen gegeben, deren Bedeutung sie nicht kennen, wie z. B. Cliff Richard, Meat (Loaf), Robbie Williams oder Madonna. Alle Schauspieler singen und spielen mit einer überwältigenden Begeisterung ihre Rollen.

Auch das Bühnenbild ist den Beschränkungen einer Tournee-Produktion angepasst worden. Da steht ein Lieferwagen auf der Bühne, Pop fährt mit seiner Harley und ein Café baut sich im Hintergrund auf. Videoprojektionen (wie in London) ergänzen das Bühnenbild oder kommentieren die Geschichte mit Comic-Einlagen.

Mit den verschiedenen zeitlichen Anpassungen und dieser tollen Truppe kann „WWRY“, wie es Pop sagt, sicher noch weitere 150 Jahre auf „iPlanet“ touren.