LUXEMBURG
MM

Technologie-Park „ParcLuxite“ wurde in Kockelscheuer eingeweiht

Unweit der Stadt Luxemburg, auf dem Gelände der „Poudrerie de Luxembourg“, entstand seit 2014 ein neuer Wirtschaftsstandort für Forschung, Innovation, Technologie und Produktion. Gestern wurde nun der Technologiepark „ParcLuxite“ mit dem Gebäude „Luxite One“ feierlich eingeweiht. Dass bei einem solch bedeutenden Projekt, das Poudrerie-Präsident Charles-Louis Ackermann angestoßen hatte, Vizepremier und Wirtschaftsminister Etienne Schneider sowie der Bürgermeister von Roeser, Tom Jungen, anwesend waren nebst zahlreichen Gästen, erübrigt sich fast zu sagen. Auch Infrastrukturminister François Bausch, Luxemburgs ehemaliger Wirtschaftsminister Jeannot Krecké und der ehemalige Bürgermeister Arthur Sinner gaben sich die Ehre.

Der Name „Luxite“ mag manch einem etwas sagen. Richtig: so hieß einmal der berühmte Sprengstoff, der an diesem Ort fast ein Jahrhundert lang hergestellt wurde. „Ein ‚explosiver‘ Name für ein erhofftes ‚explosives‘ Projekt!“, so Charles-Louis Ackermann.

Keine Risiken gescheut

Nach mehr als 15 Jahren Arbeit, der mehrere Jahre Diskussion vorausgegangen sind, soll das Projekt „ParcLuxite“ ein Garant für die Nachhaltigkeit der Gesellschaft sowie den Beschäftigten der „Poudrerie“ und den mit ihr verbundenen Unternehmen werden. „Dies ist zweifellos ein symbolischer oder sogar historischer Moment für die Poudrerie de Luxembourg“, sagte Ackermann. Habe man mit der Herstellung von Sprengstoff Risiken eingehen müssen, so auch mit dem Projekt „Business-Park“. Die „Poudrerie de Luxembourg“ war 1906, also vor 112 Jahren gegründet worden. Das erste Risiko sei damals die Größe von 65 Hektar gewesen.

„Wir bauten in nur sechs Jahren 52 Industrie- und Verwaltungsgebäude mit einem Netz von Straßen, Schienen für Wagen, ein Netz von Wasserleitungen, einen privaten Wasserturm, der sich hier in der Nähe von Leudelingen befindet. Und wir fügten sogar eine Privatschule für die Kinder des Personals des Unternehmens hinzu. Alles in allem ein gigantisches Projekt für eine kleine Privatfirma!“

In den 1970er Jahren wurde hier dann das Unternehmen Accumalux gegründet, das Kunststoffgehäuse für Fahrzeugbatterien herstellt. Jetzt also der nächste Paukenschlag: ausgehend von der Idee, aus diesem Industriestandort in der Nähe der Hauptstadt ein „Mini-Silicon Valley“ zu entwickeln, entstand der „ParcLuxite“.

Ackermann dankte den vielen Menschen und Behörden, die zu verschiedenen Zeiten das Projekt unterstützt und möglich gemacht haben: „So ist es gelungen, einen jahrhundertealten Industriestandort zu einem erstklassigen modernen zu machen, auf dem es sich lohnt zu arbeiten und zu leben.“

Das gesamte Gelände ist jetzt unterirdisch und an der Oberfläche mit modernster Technik ausgestattet, damit sich hier Firmen ansiedeln können. Die erste davon war Mabilux, und schnell folgten zahlreiche weitere mit Ergo, TV Intérieur, Gerancia, Metzger, Batinvest, Mobula, Pronewtech und Santa Fe.

Derzeit im Bau befindet sich direkt neben dem Luxite One-Gebäude, das der Firma Schroeder & Associés, welches für etwa 400 Beschäftigte gedacht ist.

Der erste große Mieter in „Luxite One“ ist das Unternehmen Bamlux.

Das Gebäude, das mit dem Wirtschaftsministerium geplant wurde, dient als Basis für die Sammlung von Start-up-Strukturen, die bereits ihr Initialprogramm absolviert haben.