LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Wie sich der „Automobile Club“ auf die Zukunft der Mobilität einstellt

Wie sieht die Mobilität von Morgen aus? Elektroautos überall, vielleicht sogar selbstfahrende? Die zudem nicht einem Besitzer gehören, sondern unter vielen aufgeteilt sind? Szenarien, die laut Trendforschern in nicht allzu ferner Zukunft eintreten könnten. Und auf die sich der Luxemburger Automobilclub seit langem vorbereitet. Dabei ist die steigende Nachfrage nach Elektroautos das eine.

Mobilität als Dienstleistung

Ein schwerwiegenderer Trend ist jener, die Mobilität als Dienstleistung zu betrachten. Dass man sich Fahrzeuge teilt und nicht unbedingt eins besitzen muss, ist in Großstädten längst zu beobachten.

Mit kommenden Generationen von Nutzern, die eine andere Einstellung zur Mobilität haben, könnte das auch anderswo die Gewohnheiten ändern, meint ACL-Direktor Jean-Claude Juchem.

Er sieht die Nachfrage nach Leasing-Autos steigen, aber auch nach Lösungen wie „Car Sharing“ oder Mitfahrzentralen. Deshalb hat sich der ACL auch an „Carloh“, dem „Car Sharing“-Dienst der Hauptstadt beteiligt und versucht mit dem deutschen ADAC und Akteuren aus der Großregion eine echte grenzübergreifende Mitfahrzentrale zu schaffen.

Eine echte grenzübergreifende Mitfahrzentrale

„Es gibt verschiedene Initiativen, die müssen aber viel stärker vernetzt werden“, sagt Juchem, „es muss eine Plattform geben, auf der ich nicht nur sofort herausfinde, wo die ideale Mitfahrgelegenheit wartet und wie lange es von einem Ort zum anderen dauert, sondern auf der ich auch sofort bezahlen kann“. Im Sinne der „mobility on demand“ will der ACL auch die eigene Mietwagenflotte ausbauen, in der Elektroautos künftig einen größeren Anteil haben sollen, aber auch neue Dienste einrichten.

Weshalb sollten sich Senioren nicht einen Fahrer teilen können?

„Weshalb sollten sich ältere Mitbürger, die nicht mehr selbst fahren möchten aber mobil bleiben wollen, nicht einen Fahrer teilen können?“, reißt der Direktor eine weitere Idee an. Der Club hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem umfassenden Dienstleistungsbetrieb entwickelt, der immer neue Services anbietet. Zum einen versucht er näher an die Mitglieder heran zu rücken - kürzlich wurde so eine weitere Zweigstelle im Garage Jean Blom in Ingeldorf geschaffen - zum anderen über die klassischen technischen und rechtlichen Hilfsleistungen rund ums Auto weitere anzubieten.

Hilfe für Pannen im Haushalt

Seit etwa fünf Jahren organisiert das „Call Center“ für verschiedene Partner Hilfsleistungen für Probleme im Haushalt. Von diesem Dienst können nun seit Juni alle ACL-Mitglieder profitieren. Heizung kaputt? Abfluss verstopft? Oder die Garagentür klemmt? Ein Netzwerk von Handwerkern steht zur Verfügung, um solche nervigen Misslichkeiten zu beheben.

Keine Sorgen mehr ums Haustier

„Letztes Jahr hatten wir rund 2.000 Interventionen rund ums Haus“, sagt Jean-Claude Juchem. „die Handwerker garantieren uns, dass sie in maximal zweieinhalb Stunden vor Ort sind, um die Probleme zu lösen“. Die Zusatzversicherung in Zusammenarbeit mit LaLux kostet das ACL-Mitglied 30 Euro jährlich, wobei die Deckungssumme 500 Euro pro Jahr bei maximal zwei Einsätzen beträgt.

Ein ähnliches Netzwerk - diesmal mit Tierärzten und Tierpensionsbetreibern - befindet sich derzeit im Rahmen der Entwicklung des „ACL Assistance Pets“ im Aufbau. Bei Notfällen, die das geliebte Haustier betreffen, können Mitglieder so schnell eine Lösung finden.

Jean-Claude Juchem könnte sich noch zahlreiche weitere Dienstleistungen vorstellen, die die Mitglieder des ACL entlasten könnten und so dürfte sich die Service-Palette des Automobilclubs in den kommenden Jahren noch weiter bereichern.

Für ihn ist jedenfalls längst klar: „Das Mitglied muss im Fokus stehen, und nicht mehr das Auto“.