LUXEMBURGCHRISTIAN SPIELMANN

Neuverfilmung des Musicals „Annie“

Annie ( Quvenzhané Wallis) ist bei Miss Hannigan (Cameron Diaz) in Pflege, zusammen mit vier anderen Mädchen. Jeden Freitagabend sitzt sie vor dem Restaurant, in dem sie von ihren Eltern ausgesetzt wurde. Durch Zufall rennt Annie eines Tages in die Arme des superreichen Will Stacks (Jamie Foxx), der sie vor einem nahenden Lastwagen rettet. Stacks, der für das Amt des Bürgermeisters von New York kandidiert, ist stets umgeben von seinem Wahlkampfleiter Guy (Bobby Cannavale), der Vizepräsidentin seiner Firma, Grace (Rose Byrne), und seinem Chauffeur Nash (Adewale Akinnuoye-Agbaje). Da Stacks‘ Heldentat sofort auf Youtube veröffentlicht wird und ihn auf der Beliebtheitsskala nach oben drückt, hat Guy die Idee, Stacks solle die kleine Annie auf ein Essen einladen. Schließlich bleibt das Pflegekind für ein paar Tage bei ihm wohnen. Dabei verändert Annie allmählich das Leben und die Denkweise des reichen Mannes.

Musikalischer Quantensprung

Gleich am Anfang mischt sich der Lärm der Straßen von New York mit der Musik der Ouvertüre des Musicals. Und spätestens bei „It’s the Hard-Knock Life“ wird klar, dass der Sound der Show sich dem 21. Jahrhundert angepasst hat. Die Musik von Strouse wurde modernisiert und sorgt für einen flotten Rhythmus. Einige alte Songs wurden gestrichen und durch neue von Greg Kurstin und Sia ersetzt.

Charmevolle Annie

Aus der rothaarigen, sommersprossigen Bühnen-Annie wurde ein zehnjähriges farbiges Mädchen, dessen Darstellerin 2013 für den Oscar der besten Schauspielerin in „Beasts of the Southern Wild“ nominiert war. Quvenzhané ist einfach Klasse in der Rolle der quirligen Annie, die fest daran glaubt, ihre Eltern wiederzufinden. Sie hat Charme und eine ganz angenehme Stimme. Leider kann man das nicht von Diaz und Foxx behaupten, deren Stimmen zwar nicht abwegig klingen - aber beide sind nun mal keine Musicalsänger.

Die Geschichte wirkt stellenweise recht verfahren. Miss Hannigans Figur wird nicht weiter bearbeitet, wie auch die Charaktere von Grace und Guy. Einzig die Chemie zwischen Stacks und Annie stimmt. Somit kann „Annie“ durch den musikalischen Sprung ins 21. Jahrhundert gefallen, was aber sicher nicht alle Schwächen des Drehbuchs wett macht.