LUXEMBURG
VIOLAINE ALVES

In Westafrika geht eines von fünf Kindern nicht zur Schule. Mit dem Programm „Let kids be kids“ unterstützt die „Fondation Follereau“ die Ausbildung von Kindern in Mali, Benin, Burkina Faso und in der Elfenbeinküste. Violaine Alves, Direktionsbeauftragte für Entwicklungszusammenarbeit und Finanzen, erklärt, worauf man dabei setzt.

„In Westafrika geht eines von fünf Kindern immer noch nicht zur Schule. Die Gründe dafür sind vielfältig, doch oftmals haben Eltern einfach die finanziellen Mittel nicht, um ihren Kindern den Zugang zu Schule und somit zu Bildung zu gewähren. Dies passiert nicht aus schlechtem Willen oder weil ihre Kinder ihnen etwa gleichgültig wären, sondern aus purer Not heraus.

Bildung kostet Geld. Die Zielgruppen der Projekte unserer Stiftung leben meist in sehr prekären Umständen mit wenig Mitteln. Überleben und Ernähren stehen daher meist an erster Stelle, Bildung kommt dann zu kurz. Dazu kommt, dass ein Großteil der Bevölkerung in ländlichen Gegenden lebt und damit ohne Zugang zu den nötigen Infrastrukturen und Personal.

In den westafrikanischen Partnerländern der ‚Fondation Follereau‘ machen Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre über die Hälfte der Bevölkerung aus. Dies bedeutet für unsere Stiftung, dass es wichtig ist, das Potenzial dieser Generation zu fördern, damit die Kinder eine reale Chance haben, egal in welche Umstände sie hineingeboren wurden. Wir versuchen Familien darin zu bestärken und zu unterstützen, ihren Kindern eine schulische und berufliche Ausbildung zu geben – ohne deswegen eine wichtige ökonomische Hilfe für die Familie einbüßen zu müssen.

Praktisch wird Familien dabei geholfen, zu verstehen, dass eine Bildung der Kinder, auch wenn diese zeitweilig als Hilfskraft im Haushalt ausfallen, der Familie auf lange Dauer eine stabilere Stütze sein wird. Und dass die Kinder dadurch eine gute Aussicht auf eine sicherere Zukunft und Selbstständigkeit haben.

Im Benin fördert die ‚Fondation Follereau‘ mit ihrem lokalen Partner ein Projekt, damit Kinder im Norden des Landes nicht mehr Menschenhändlern zum Opfer fallen. In der Elfenbeinküste unterstützen wir zwei Strukturen, die Straßenkinder auffangen und ihnen einen strukturierten Alltag geben und die Möglichkeit, ihre Schulausbildung zu beenden. Eine von beiden Strukturen ist speziell an Mädchen und minderjährige Mütter mit Kind gerichtet, um auch ihnen eine Aussicht auf eine eigene Zukunft zu ermöglichen. In Mali, im Süden Benins und in Burkina Faso arbeiten wir mit unseren Partnerorganisationen an der Verbesserung des Angebotes von Berufsausbildungen, die sich am nationalen Bildungsplan orientieren. Dies ist wichtig, damit das Diplom der angebotenen Fächer auch ein Schlüsselelement für den Zugang zu einer zukünftigen Arbeit wird, und nicht nur ein Stück Papier.“