LUXEMBURG
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Neujahrsempfang bei Handwerkskammer und Handwerkerverband: „Druck auf Mittelstand wächst“

7.300 Betriebe, 91.000 Mitarbeiter, 1.700 Lehrlinge, 121 verschiedene Tätigkeiten: Das Handwerk ist nicht nur ein Rückgrat der hiesigen Wirtschaft, sondern eine Branche, die wie kaum eine andere im Alltag präsent ist. Dementsprechend intensiv ist stets die Präsenz insbesondere der Politik bei den Events, zu denen „Chambre des Métiers“ und „Fédération des Artisans“ laden. Sie konnten gestern Abend am Sitz in Kirchberg rund 400 Gäste begrüßen, darunter den Parlamentspräsidenten Fernand Etgen und gleich fünf Minister.

FDA-Präsident Michel Reckinger, nutzte die Gelegenheit, um auf die Herausforderungen für das Handwerk und den Wirtschaftsstandort allgemein einzugehen, wobei er auch kritische Töne gegenüber der Politik anschlug, der er ans Herz legte, sich „mit den wirtschaftlichen Grundvoraussetzungen zu befassen, die eine ambitionierte Sozial- und Umverteilungspolitik erst möglich machen“.

Denn die Grundvoraussetzungen seien derzeit schwierig. Der Fachkräftemangel etwa macht dem Handwerk stark zu schaffen. Reckinger sieht hier deutlichen Handlungsbedarf bei der Ausbildung und der Orientierung junger Leute, aber auch bei der beruflichen Weiterbildung. Die Politik sei auch gefordert, um die Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen zu verbessern. Diesen mache die Ausdehnung der Möglichkeiten für Arbeitnehmer zur Flexibilisierung ihrer Arbeitszeiten zu schaffen. Die Unternehmen hätten keine Möglichkeit erhalten, auf diese Maßnahmen zu reagieren, die oft wochen- und monatelange Abwesenheiten von Mitarbeitern nach sich ziehen. Hier müssten auch die KMU auf „Flexibilisierungsinstrumente“ zurückgreifen können, um damit klar zu kommen.

Wie bereits in den Vorjahren erwähnte Reckinger auch die Schwierigkeiten von Betrieben, Niederlassungsmöglichkeiten in Aktivitätszonen zu finden. Um alle diese Probleme gemeinsam aus dem Weg zu räumen schlug der FDA-Präsident der Regierung einen Schulterschluss für die Ausarbeitung einer „Agenda für das Handwerk“ vor.