LUXEMBURG
KEVIN SCHILTZ

Sea Shepherd hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wal- und Delfinschlachten vor den Färöer Inseln zu stoppen. Der Luxemburger Aktivist Kevin Schiltz erklärt, warum sich die Meeresschutzorganisation Sea Shepherd gegen die Grindelwaljagd engagiert.

„Die Färöer Inseln im Nordatlantik gehören zu Dänemark. Dennoch behaupten die Menschen dort, dass EU-Regeln nicht für sie gelten würden, die das Töten von Walen verbieten. Sowohl die dänische Marine als auch die dänische Polizei haben uns daran gehindert, gegen das Schlachten der Grindelwale vorzugehen. Die Grindwaljagd auf den Färöer Inseln verstößt gegen die Berner Konvention, welche von den EU-Mitgliedsstaaten, darunter auch Dänemark, unterzeichnet wurde.

Sea Shepherd setzt sich seit über 30 Jahren für Grindelwale ein. Genau so lang werden unsere Schiffe immer wieder konfisziert, unsere Freiwilligen belästigt, geschlagen, verhaftet, verurteilt und ausgewiesen. Die Verantwortlichen auf den Färöer Inseln haben die lokalen Gesetze geändert, um die Treibjagd auf Grindelwale weiter zu ermöglichen. Jeder, der versucht, Grindelwale oder Delfine vor dem Tod zu bewahren, wird hart bestraft. Sie haben auch die Unterstützung der Marine, der Polizei und des Zolls erbeten. Dennoch haben wir das Schlachten auch in diesem Jahr dokumentiert, die Filme, die wir auf Facebook gestellt haben, sind teilweise schockierend. Da werden sogar trächtige Wale mit ihren Babys getötet. Allein bei einer Treibjagd vergangene Woche starben 98 Wale. Diese Treibjagd dauerte fünf Stunden und war ein enormer Stress für die Tiere, der mit einem sinnlosen Tod endete. Wenn man überlegt, dass es in diesem Jahr schon elf Treibjagden gab, ahnt man das Ausmaß. Noch schlimmer: Die Kadaver der Wale werden gar nicht für den Verzehr genutzt, sondern häufig einfach wieder ins Meer geworfen, teils mit Kränen. Es geht nur ums Töten.

Wir waren in den vergangenen Wochen auf den Inseln und haben alles dokumentiert. 2014 haben wir in Luxemburg eine Petition eingereicht, die 2015 angehört wurde. Wir wollen, dass nur die Anzahl an Tieren geschlachtet wird, die auch verzehrt wird. Dies sollten unabhängige Experten überprüfen. Wir bitten unsere Parlamentarier, uns dabei zu unterstützen. Der Druck muss von allen Seiten aufrechterhalten werden. Wer wissen will, was wir tun, kann das live auf Facebook verfolgen.“