LUXEMBURG
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Votum Klima: Nur ein Neuanfang kann uns vor der Klimakrise bewahren

Die Plattform luxemburgischer Nichtregierungsorganisationen „Votum Klima“ fordert, Lektionen aus der Covid-19-Krise zu ziehen. „Was lernen wir durch die Covid-Pandemie? Erstens: ,Wenn es sein muss: kann man!´“, hält der Zusammenschluss fest. Im Angesicht der Gefahr durch Covid-19 seien Regierungen fähig gewesen, neue Verhaltensregeln zu bestimmen sowie verschiedene wissenschaftliche Aktivitäten auszusetzen. Mit gleichem Elan müsse nun der Ressourcen- und Energieeinsatz im „globalen Norden“ reduziert und mehr Kreislaufwirtschaft entstehen. Auch Ungleichheiten müssten abgebaut werden. „Nur so (...) können wir unsere Wirtschaft und Gesellschaft resilienter machen gegen externe Schocks.“

Die Covid-19-Krise habe uns vor Augen geführt, wie fragil unser Lebensstil und entbehrlich mancher Konsum sei, schreibt Votum Klima weiter. Die Klimakrise bedrohe uns hingegen weiter. NASA-Aufzeichnungen zeigten, dass der Monat März 2020 der zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen war. „Im Falle von Covid-19 ist unklar, ob es auch zukünftig eine Gefahr darstellen wird oder nicht, die Gefahr der Klimakrise dagegen ist jedoch unbestreitbar weiterhin real.“

Appell anluxemburgischeRegierung und EU

Aus diesem Grund fordert die Plattform einen „Neuanfang“, der „zwingend auf den Achsen eines sozial gerechten, suffizienten und nicht mehr eurozentristischen Green Deals beruht“. Unser Wohlstandsmodell dürfe nicht mehr auf globalen Lieferketten basieren, „in denen die Produktion dort stattfindet, wo die sozialen und ökologischen Standards am niedrigsten sind“. Auf keinen Fall dürfe der EU-„Green Deal“ durch die Covid-19-Krise infrage gestellt werden. Auch die luxemburgische Regierung müsse ihre Klimaschutzanstrengungen nicht nur weiter verfolgen, sondern sie in ihrer „Gerechtigkeits- und Suffizienzkomponente stärken“. „Luxemburg muss im kleinen Rahmen zeigen, dass es ohne soziale Härten durch Austeritätsmaßnahmen möglich ist, Klimaschutz zu betreiben, ohne nur auf Effizienz zu setzen.“ Dazu seien eine „transparente Gouvernance“, ein „rechtsverbindlicher Klimacheck“ sowie „klare Pfade der Besteuerung von klima- und sozialschädlichem Wirtschaften sowie dem Aufbau zukunftsweisender, resilienter und lokaler Wirtschaftskreisläufe“ erforderlich.