LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Mit der Errichtung des Triumphbogens von Palmyra startet das Jubiläum„25 Jahre Luxemburg UNESCO Weltkulturerbe-Stätte“

Was hat Luxemburg mit dem IS, dem Islamischen Staat zu tu? Zum Glück nahezu nichts. Dennoch wird nun ein Bogen von Luxemburg ins syrische Kriegsgebiet geschlagen. Der Gedankengang bietet sich einfach an, weil zum Start der Veranstaltungsreihe „Luxemburg - 25 Jahre UNESCO Weltkulturerbe“ gestern eine Replik des Triumphbogens von Palmyra im Hof des Kulturzentrums „Neimünster“ errichtet wurde.

Der digital rekonstruierte Bogen steht als Symbol für das Prinzip der Weltkulturerbe-Stätten. Es handelt sich immer um Bauten und Orte, deren kulturelle Bedeutung für die ganze Menschheit groß ist und die ganz besonders geschützt werden müssen. Leider ist dem Triumphbogen von Palmyra, einer antiken Stadt in Syrien, errichtet unter Kaiser Septimius Severus (193-211), das genaue Gegenteil widerfahren: Zusammen mit weiten Teilen der antiken Ruinenstadt, Weltkulturerbe seit 1980, wurde der Bogen von den „Gotteskriegern“ des IS 2015 gesprengt. Die Barbaren sind zwar vertrieben, aber der Schaden bleibt.

Digitale Rekonstruktion

Zahlreiche Wissenschaftler haben sich an die Arbeit gemacht, die Kulturstätten digital zu rekonstruieren. Der Triumphbogen wurden vom Institute of Digital Archaeology (http://digitalarchaeology.org.uk/ ) in Oxford zunächst mit Computerhilfe berechnet und dann mit Hilfe von computergesteuerten Maschinen im Maßstab von 1:2 (andere Quellen 2:3) aus gelbem Marmor gefräst.

Symbol für die UNESCO-Werte

Seit seiner Fertigstellung „tourt“ der Bogen von Palmyra als Symbol für die Erhaltung der UNESCO-Stätten durch die Welt; zunächst in New York und Dubai, danach an vielen anderen Orten. Im Sommer dieses Jahres wurde er in Bern aufgestellt, das ebenfalls ein UNESCO-Jubiläum feierte. Später soll der Bogen „wieder“ nach Palmyra kommen. Roger Michel, der Direktor des Oxforder Instituts nannte den Bogen ein Symbol des Friedens.

Simone Beck, die Vorsitzende des luxemburgischen UNESCO-Komitees, begrüßte die Errichtung des Bogens, und erinnerte daran, dass derzeit 50 Weltkulturerbe-Stätten aufgrund akuter Gefährdung auf einer „roten“ Liste bedrohter Denkmäler stehen.

Heute startet das 25-jährige UNESCO-Jubiläum richtig durch, zunächst mit der Eröffnung des UNESCO Visitor Center im „Lëtzebuerg City Museum“, am Abend folgt dann eine Festsitzung im Cercle Cité mit einem Fachreferat der Aachener Professorin Carola Neubauer.