LUXEMBURG
SOPHIA SCHÜLKE

Neue Schau im Lëtzebuerger Literaturarchiv zeigt persönliche Seite von Schriftstellern

Man kennt vielleicht das Werk, aber kennt man den Autor? Und kennt man den Autor, versteht man dann sein Werk anders oder gar besser? Über diesen Fragen brüten Leser und Literaturwissenschaftler gleichermaßen. Licht ins Dunkel bringt nun eine neue Schau im Lëtzebuerger Literaturarchiv (CNL), die sich mit Dokumenten aus dem Leben von 18 luxemburgischen oder in Luxemburg wirkenden Autoren beschäftigt.

Die Ausstellung „Exposition aufbewahrt! Das literarische Leben in Selbstzeugnissen, Dokumenten und Objekten / à conserver! La vie littéraire en témoignages, documents et objets“ ist nun für das Publikum geöffnet. Vor allem erzählt sie spannende Geschichten, die bisher eher im Verborgenen schlummerten. Etwa die verträumte Episode, wie „Amok“-Autor Tullio Forgiarini als Kind das Horn eines Einhornes am Strand fand - selbiges ist in der Schau zu sehen - oder auf welch abenteuerlichen Wegen Margret Steckel das verloren geglaubte Gut ihrer Eltern wiederfand. Klar wird hier auch, warum Nobelpreisträger Günter Grass so gerne nach Luxemburg kam und welch enge Freundschaft ihn mit seinem luxemburgischen Rezensenten Michel Raus verbunden hat.

„Ziel ist es, den Leuten einen echten Weg zur Literatur und zum Autor zu weisen“, fasst CNL-Direktor Claude Conter zusammen. Dazu zeigt die Schau verschiedene Objekte in vier Räumen: In „Handgreifliches“ werden Gemälde und Alltagsgegenstände ausgestellt, „Momentaufnahmen“ rückt Aufzeichnungen in den Fokus, im Raum „Augenblicke“ stehen Fotos im Mittelpunkt und die „Einsichten“ drehen sich um Protokolle literarischer Organisationen und Dokumente von Theatern. Allesamt Lebensdokumente. In diese Kategorie „fällt alles, was nicht direkt mit dem Werk zu tun hat, sondern mit dem Autor als Person“, erklärt Conter. Die Lust aufs Lesen und das Wieder- oder Neuentdecken der Autoren, dieser sonst eher unbekannten Wesen, weckt die Schau auf jeden Fall.

Ausstellung geöffnet bis zum 4. Juni 2018.Weitere Informationen unter www.cnl.public.lu