LUXEMBURG
LJ

Rekordgewinne und –fusionen prägten das Wirtschaftsjahr 2016, genauso wie Stellenstreichungen bei Banken, Elektromobilität - und noch immer der VW-Abgasskandal. Ein Rückblick von A bis Z - national und international.

--------------------------------

NATIONAL

--------------------------------

A COMME ARCELORMITTAL

2016 a commencé par une augmentation de capital de presque 3 milliards de dollars pour le géant de l’acier. Son but? Réduire l’endettement et renforcer le bilan. En avril, le groupe a annoncé son projet de construction d’un nouveau siège social au Kirchberg. Il a par ailleurs glissé à la 2ème place du classement du plus grand employeur du Grand-Duché, avec 4.180 salariés contre 4.320 pour le Groupe Post Luxembourg. À noter aussi l’arrivée de Roland Bastian en tant que directeur général d’ArcelorMittal Luxembourg le 1er novembre. Le Luxembourgeois a succédé à Alex Nick, parti pour le sidérurgiste français Ascométal.

B COMME BILIA

Le groupe suédois a repris le 31 mars 2016 la concession BMW-MINI de la famille Kontz à Luxembourg et lancé un partenariat avec le concessionnaire belge Philippe Emond. Bilia Groupe est le plus grand groupe automobile scandinave et emploie 3.500 salariés en Suède, en Norvège, et en Allemagne. Via sa société luxembourgeoise Bilia Holding, le groupe a donc posé ses valises sur un marché très juteux puisque BMW représentait en 2015 10,2% du parc automobile luxembourgeois, juste derrière Volkswagen (14,5%). Quant à Arnold Kontz, le groupe luxembourgeois se concentre à présent sur les marques Jaguar, Land Rover, Aston Martin et Lotus.

C WIE CARGOLUX

Generaldirektor Dirk Reich verlässt - nach zwei Jahren an der Spitze - die Luftfrachtgesellschaft. Nachfolger wird Finanzchef Richard Forson. Ein Interview, das der kurz darauf der „Deutschen Verkehrs-Zeitung“ (DVZ) gibt, sorgt für Unruhe bei den Mitarbeitern: eine Überprüfung der Strategie von Cargolux sei in Auftrag gegeben worden. Der LCGB und die Pilotenvereinigung befürchten, dass die in Luxemburg stationierten Maschinen und damit verbundene Arbeitsplätze reduziert werden sollten. Die Verwaltungsratssitzung am 19. Dezember ergibt nichts Neues. Der Druck ist groß, nicht zuletzt weil seit diesem Jahr der einstige Mehrheitsaktionär Qatar Airways Cargo ebenfalls den Findel anfliegt.

D COMME DEGROOF PETERCAM

Après sa fusion avec le groupe financier belge Petercam, la Banque Degroof a vécu des départs en cascade dans son management, ce qui l’a conduit à rebattre les cartes. Tout d’abord, le CEO du groupe Banque Degroof Petercam Philippe Masset a endossé provisoirement celle de CEO de Banque Degroof Luxembourg en janvier. À la fin de l’année, le groupe a finalement désigné Bruno Houdmont en tant que CEO pour le Grand-Duché. Dans la foulée de cette arrivée, Frank Wagener est entré au conseil d’administration en tant que nouvel administrateur indépendant. La Banque Degroof Petercam emploie plus de 300 salariés au Luxembourg.

E WIE EURO-HUB WÄCHST

Das neue Multifunktionslager von CFL multimodal auf dem Logistikpark Eurohub Sud hat einen ersten luxemburgischen Großkunden: die Supermarktkette Cactus. Das Lager von CFL multimodal steht derweil kurz vor der Fertigstellung. Es wird über 30.000 Quadratmeter Nutzfläche und Speziallager wie ein Tiefkühllager bis -23 Grad Celsius verfügen. Am Knotenpunkt Bettemburg soll vielleicht kommendes Jahr schon eine Güterzugverbindung zwischen Zhengzhou in China und Luxemburg operationell sein. Wie Transportminister François Bausch erklärte, seien die Aktivitäten komplementär zur bestehenden Luftfrachtverbindung zwischen Luxemburg und China.

F WIE FREEPORT

Das Hochsicherheitslager am Flughafen Findel erhielt Anfang des Jahres mit dem früheren Wirtschaftsminister Robert Goebbels einen neuen Präsidenten. Die Vorgänger Yves Bouvier und danach dessen Nachfolger Olivier Thomas hatten ihr Amt niedergelegt, weil gegen sie ermittelt wird. Geschäftsführer David Arendt wurde in seinem Amt bestätigt und meinte, insgesamt habe sich das Geschäft des Freeport seit Eröffnung gut entwickelt, wenngleich man die Gewinnschwelle noch nicht überschritten habe. Dann im Dezember die Überraschung: Arendt verlässt den Freeport zum 31. Dezember 2016. Gründe wurden nicht genannt.

G COMME GREEN FINANCE

Si l’Accord de Paris sur le climat a marqué la fin de l’année 2015, le Luxembourg a décidé de passer à la vitesse supérieure en 2016 avec l’initiative „Climate Finance Task Force“. Initiée par le gouvernement, cette structure est à l’origine de trois projets d’envergure destinés à positionner la place financière luxembourgeoise sur le marché de la finance verte ou „Green finance“: le „LuxFLAG Climate Finance Label“ destiné aux fonds d’investissements „verts“, la plateforme boursière „Luxembourg Green Exchange“ ou LGX et enfin la plateforme de financement d’investissements climatiques créée en joint-venture avec la Banque européenne d’investissement (BEI).

H COMME HOUSE OF

Trois nouvelles plateformes communes ont vu le jour au Luxembourg en 2016: la House of Automobile, lancée en septembre; la House of Entrepreneurship, initiée en octobre tout comme la House of FinTech. Celle-ci a mis quelques mois à se trouver un CEO, en la personne de Nasir Zubairi. Cette pointure du secteur va donc mener la LHoFT vers de nouveaux développements avec la connexion de l’ensemble de l‘écosystème luxembourgeois de la FinTech. Quant à la House of Entrepreneurship, elle constitue un „one-stop-shop“ dans lequel les entrepreneurs et futurs entrepreneurs peuvent trouver toutes les informations concernant le volet administratif et ouvrir une société.

I WIE INVESTMENTFONDS

Das von luxemburgischen Fonds verwaltete Vermögen hat Ende September mit 3.622 Milliarden Euro einen neuen Rekord erreicht. Die Branche erfreut sich nicht nur satter Neuzuflüsse, auch der Sektor der alternativen Investmentfonds (AIF) wächst, der in Luxemburg seit 2013 reguliert ist und seitdem zahlreiche neue Akteure angezogen hat. Der sogenannte Fonds-“Passports“, der EU-weit den Fondsvertrieb erlaubt, wird im Hinblick auf den „Brexit“ immer wichtiger für britische Fondsgesellschaften, und so hat bereits M&G angekündigt, ihre luxemburgische Präsenz auszubauen.

J WIE JUBILÄEN

Zahlreiche Firmen und Verbandsjubiläen prägten das Jahr. Die Chambre de Commerce, die heute mehr als 90.000 Mitgliedsunternehmen hat, feierte ihr 175-jähriges Bestehen. Der Hartmetall-Produzent Ceratizit mit heute 6.000 Mitarbeitern, davon 1.200 in Mamer, feierte den 85sten Geburtstag, der Glashersteller Guardian Glass beging den 35sten Jahrestag in Bartringen, und in Steinfort feierten die dortigen 140 Mitarbeiter das 50ste Jubiläum von Glanzstoff Textilcord, während der Versicherungsverband ACA zu seinem 60sten lud. Ebay feierte zehn Jahre Niederlassung in Luxemburg.

K WIE KÜHNE UND NAGEL

Der schweizerische Logistikkonzern Kühne und Nagel baut für rund 22 Millionen Euro in Contern ein zusätzliches rund 46.000 Quadratmeter großes Mehrzweck-Warenlager. Das Besondere: Rund die Hälfte davon wird für den japanischen Roboterhersteller Fanuc sein, der seine Europa-Logistik in Luxemburg zentriert. Bald sollen hier bald Roboter und Robomaschinen aus Japan für den europäischen Markt konfiguriert und versandt werden. Die rund 700 Speditionsunternehmen in Luxemburg haben rund 13.000 Mitarbeiter. Luxemburg hat in diesem Jahr den zweiten Platz hinter Deutschland beim „Logistic Performance Index“ der Weltbank erreicht.

L COMME LUX-AIRPORT

Année faste pour l’aéroport de Luxembourg avec pas moins de cinq nouvelles compagnies sur le tarmac à savoir LOT, HOP!, Aegean, FlyBe et Ryanair. Dans le même temps, l’aérogare se modernise et s’adapte à la hausse du trafic puisqu’en 2015, près de 2,7 millions de passagers ont été comptabilisés. Neuf nouvelles boutiques et restaurants ont été inaugurés tandis que le Terminal B sera rouvert l‘été prochain et relié au Terminal A. Enfin, le master plan „Airport City“ a été dévoilé et comprend notamment la construction d’immeubles de bureaux, de parkings, d’une galerie commerçante et d’un centre de données dans le sous-sol de l’aéroport.

M WIE MARCEL GROSBUSCH

Das Familienunternehmen Marcel Grosbusch & Fils, Großhändler für Obst und Gemüse, investiert 19 Millionen Euro in den Ausbau seines Standorts in Ellingen. Neben neuen modernen Lager- und Verpackungsräumlichkeiten sowie Büros sticht das Projekt durch eines heraus: Eine Akademie zur Weiterbildung. Mag sich zuerst befremdlich anhören: Doch mit einem Hörsaal mit 50 Plätzen sowie einem Kochatelier und einem Werkraum will das Unternehmen im kommendem Jahr Schulungen im Hinblick auf Produkte, Kundenberatung, Präsentation und Lagerung von Obst und Gemüse anbieten. Ein ähnliches Projekt startet dann auch für Kinder.

N WIE NEUAUSRICHTUNG

Die Frankfurter BHF-Bank schließt zum 1. November ihre Tochtergesellschaft in Luxemburg. Neue Verwahrstelle der Fondsanteile der 26 luxemburgischen Investmentfonds von „Frankfurt-Trust“ wurde Caceis Luxembourg, die auch die 25 Mitarbeiter der BHF Luxemburg übernommen hatte. Kurz darauf erwirbt das Bankhaus Hauck & Aufhäuser, das seit September der chinesischen Gesellschaft Fosun gehört, das Fondsplattformgeschäft der Sal. Oppenheim in Luxemburg von der Deutschen Bank. Deren Luxemburg-Chef Boris Liedtke hatte das Handtuch geworfen und ist im März durch Frank Krings ersetzt worden.

O WIE OUTSOURCING

JP Morgan Luxembourg kündigt im September an, 105 von 475 Arbeitsplätzen in Luxemburg streichen zu wollen. Die Fondsbuchhaltung zieht nach Edinburgh um, die „Transfer Agency“ nach Indien. Nach Gesprächen mit den Gewerkschaften wird die Zahl im Oktober auf 93 Stellen reduziert. UBS Luxembourg verlegt 56 Stellen im Wealth Management nach Polen. Nach dem Verkauf des Wealth Managements an die Schweizer Bank Julius Bär gehen bei der ehemaligen Commerzbank International S.A. Luxembourg (CISAL) 30 und bei der Commerzbank AG Filiale Luxemburg 70 Stellen verloren.

P COMME POST

Le Groupe Post Luxembourg est arrivé en 1ère position du classement publié par le Statec des plus gros employeurs du pays avec 4.320 salariés. Le partenariat avec la Banque Raiffeisen pour les clients des comptes chèques postaux (CCP) a été lancé tandis qu’en interne, une réorganisation a été lancée: son comité exécutif est passé de huit à six responsables. Enfin, POST Luxembourg a signé un accord de collaboration stratégique avec Singapore Post Limited (SingPost) pour mettre en place des solutions logistiques dédiées au commerce électronique entre l’Asie et l’Europe.

Q COMME QUICK

QSR Belgium a racheté les 101 restaurants Quick de Belgique et du Luxembourg au Groupe Bertrand pour y développer la marque Burger King. Le Grand-Duché compte neuf Quick qui emploient 235 salariés. Particularité du Luxembourg, la marque Burger King est déjà présente dans trois points de vente. „La transformation des restaurants de manière très progressive et en étroite collaboration avec les franchisés, en tenant compte des spécificités culturelles de nos deux pays“, a précisé Daniel Grossmann, administrateur de QSR Belgium.

R COMME RYANAIR

La compagnie irlandaise à bas coûts s’est faite attendre au Luxembourg, mais a finalement débuté ses opérations cet automne avec une ligne vers Porto et une autre vers Londres. Au printemps prochain, elle passera à la vitesse supérieure avec l’ajout d’une desserte vers Lisbonne, Madrid et Milan. Ryanair ambitionne de transporter 200.000 passagers par an à Luxembourg et de devenir la 2ème compagnie du Findel, juste derrière Luxair. Actuellement, ce titre est détenu par sa rivale britannique easyJet.

S WIE SPACE MINING

Den Ankündigungen im letzten Jahr, Luxemburg wolle Europas Zentrum für den Weltraum-Bergbau werden, folgten 2016 Taten: Die US-Unternehmen „Deep Space Industries“ (DSI), wie auch das US-Unternehmen „Planetary Resources“, an dem Luxemburg mit 25 Millionen Euro Aktionär wurde, gründeten im Land ihre Europazentrale. Ein Gesetz, das in Luxemburg ansässigen Unternehmen Rechtssicherheit bei der Rohstoffförderung im Weltall gibt, wurde ausgearbeitet.

T WIE TWINERG

Im Juli wurde für das damals 17 Mitarbeiter zählende Gaswerk Twinerg in Esch/Alzette das Aus verkündet, im Oktober wurde es stillgelegt. Die Betreiber Electrabel, die inzwischen zu „Encevo“ umbenannte Enovos und ArcelorMittal hatten für die unrentable Anlage einen Käufer gesucht, aber nicht gefunden. Angesichts der niedrigen Strompreise und der auf dem Markt herrschenden Überkapazitäten sind Gaskraftwerke in Europa kaum ausgelastet. Den Großteil seines Stroms importiert Luxemburg.

U COMME UTOPIA

Kinepolis Group a clôturé en 2016 le processus de reprise du groupe luxembourgeois Utopolis (Utopia SA) qui compte cinq cinémas aux Pays-Bas, trois au Luxembourg, un en France et quatre en Belgique. Si l’accord a été conclu en 2015 avec une valeur de reprise totale de 66 millions d’euros en termes de valeur d’entreprise, il n’a été finalisé que le 30 septembre dernier avec la vente des autres cinémas Utopolis situés en Belgique au français UGC, afin de répondre au gendarme belge de la concurrence.

V WIE VERSICHERUNGEN

 „Clerical Medical“ hatte 2012 Luxemburg verlassen - kommen angesichts des Brexit bald wieder britische Versicherer ins Land? Neben dieser Frage beschäftigt die Branche auch die niedrigen Zinsen, die Lebensversicherern das Leben schwer macht, weshalb Ergo dieses Geschäft in Luxemburg einstellt. Foyer hingegen übernahm vom belgischen Finanzkonzern Belfius Insurance vollständig die luxemburgische Lebensversicherungsgesellschaft IWI, die auf vermögende internationale Kundschaft ausgerichtet ist.

W COMME WIJET

La compagnie de taxi-jets présente depuis 2014 à Luxembourg a racheté son concurrent britannique Blink en septembre. Cette opération la propulse en tant que premier opérateur de taxi-jets au monde avec une flotte de quinze avions. Si dans un premier temps les deux marques coexisteront, celle de Wijet s’imposera à plus long terme tandis que les deux dirigeants vont se répartir la direction de la nouvelle structure. Celle-ci compte une centaine de salariés répartis dans trois pays dont plus de 65 pilotes et co-pilotes.

X WIE SPACEX

Der luxemburgische Satellitenbetreiber SES ist das weltweit erste Unternehmen, das einen geostationären Satelliten auf einer wiederverwendbaren Falcon-9-Trägerrakete des US-Weltraumunternehmens SpaceX in den Weltraum transportieren ließ. Der ursprünglich für diesen Dezember geplante Transport des 5-Tonnen-Satelliten SES-10 mit einer tatsächlich recycelten Falcon-9 wurde vor kurzem, nachdem eine SpaceX-Rakete im September explodierte, auf Januar verschoben.

Y WIE YUAN

In Luxemburg werden mehr als 14 Prozent der internationalen Geschäfte in chinesischer Währung RMB/Yuan abgewickelt, und immer mehr chinesische Banken nutzen das Land als Zugangstor für den EU-Markt. Neben der „Bank of Communications“ sind mittlerweile die „Agricultural Bank of China“, die „China Construction Bank“, die „China Merchants Bank“ und die „Industrial and Commercial Bank of China“ vertreten. Auch die „China Everbright Bank“ und die „Shanghai Pudong Development Bank“ kündigten an, sich am hiesigen Finanzplatz niederlassen zu wollen.

Z WIE ZUKUNFTSINVESTITIONEN

Es war ein Jahr der Investitionen für viele luxemburgische Firmen: Carlex in Grevenmacher, ehemals Guardian Automotive, modernisieren das Werk in Grevenmacher für 25 Millionen Euro, Avery Dennyson modernisiert für 65 Millionen Dollar das Werk in Rodingen, Euro-Composit baut in Echternach die kommenden drei Jahre für 61 Millionen Euro aus, auch Cosmolux, ebenfalls in Echternach, baut für zehn Millionen aus. Zudem soll in Roost ein neues Kompetenzzentrum für die luxemburgische Automobilindustrie entstehen, ein sogenannter Automotive Campus.

--------------------------------

INTERNATIONAL

--------------------------------

A WIE APPLE

Apple erfuhr dieses Jahr gleich mehrmals Ungemach. Die EU-Kommission erklärte Ende August die Steuerdeals in Irland für illegale Staatsbeihilfen und verdonnerte Apple zur Rückzahlung von bis zu 13 Milliarden Dollar. Der iPhone-Konzern und Irland wehren sich dagegen. Doch auch der iPhone-Absatz geht zurück, weswegen der Großinvestor Carl Icahn seine Milliarden-Beteiligung an Apple abzog. Apple bleibt laut der Marktforschungsfirma Interbrand zwar mit einem Markenwert von gut 178 Milliarden Dollar wertvollste Marke der Welt, doch im vierten Quartal ging der Gewinn um 19 Prozent auf neun Milliarden US-Dollar zurück.

B WIE BÖRSEN-FUSIONSPLÄNE

Die Börsen Frankfurt und London wollen zur Superbörse fusionieren. Am Main gibt es Widerstände dagegen, dass London Hauptsitz der gemeinsamen Gesellschaft werden soll. Das Brexit-Votum verschärft den Gegenwind. Die Deutsche Börse soll 54 Prozent an dem Konzern halten und Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter das Unternehmen führen. Frankreichs Wirtschafts-und Finanzminister sind gegen die Fusion, die EU-Kommission prüft und will bis zum 6. März 2017 entscheiden. Die Londoner Börse will nach dem 25 Milliarden Euro schweren Zusammenschluss das französische Clearinggeschäft abgeben. Zur Deutschen Börse Group gehört Clearstream in Luxemburg mit einem verwahrten Vermögen von 11,9 Billionen Euro.

C WIE CASH

Das Ende des 500-Euro-Scheins wirft Fragen über die Zukunft des Bargelds auf. Die EZB entschied im Mai, die Ausgabe der größten Euro-Banknote „gegen Ende 2018“ einzustellen. Mit der schrittweisen Abschaffung des lilafarbenen Scheins, der zum letzten Mal 2014 gedruckt wurde, sollen Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit eingedämmt werden. Dass die EU-Kommission gleichzeitig eine Obergrenze für Bargeldzahlungen diskutierte, die mancherorts schon besteht, nötigte EZB-Präsident Mario Draghi zu der Versicherung, die EZB wolle das Bargeld nicht abschaffen, auch wenn mancherorts, beispielsweise in Schweden, kaum noch bar bezahlt wird.

D COMME DELHAIZE

Distributeur leader du marché au Luxembourg avec une cinquantaine de points de vente, Delhaize a annoncé le déménagement de son centre logistique de Kehlen à Bettembourg d’ici à juin 2017. En partenariat avec CFL Multimodal, cette relocalisation du détaillant belge lui permettra de s‘étendre sur 30.000 m² dont 10.000 m² dédiés à la logistique et 800 m² pour les bureaux. Toujours au registre développement, l’enseigne pose ses valises dans des projets immobiliers emblématiques puisqu’après l’annonce d’une présence au centre Royal-Hamilius, une implantation au centre „Infinity Shopping“ est programmée en 2019.

E WIE ELEKTROMOBILITÄT

Der Abgasskandal bei Volkswagen macht Elektroautos attraktiver, wie die Erfolgsgeschichte von Tesla zeigt: Das günstigere Model 3 des vorher vielbelächelten US-Elektrobauers kam eineinhalb Jahre vor dem Marktstart auf über 400.000 Vorbestellungen. Ein deutliches Signal für das Interesse der Verbraucher an Elektroautos. Selbst Hersteller, die sich erst noch gegen mehr E-Autos aussprachen, kündigten dann an, das Segment E-Autos ausbauen zu wollen. Das liegt sicherlich auch am Riesenmarkt China: Hier plant die Regierung angesichts der Smog-Belastung in chinesischen Städten Vorgaben für weniger Verbrennungsmotoren.

F WIE FACEBOOK

Ein boomendes Geschäft mit Werbung auf Mobilgeräten hat Facebook im dritten Quartal zu einer Verdreifachung des Gewinns verholfen, wie der Konzern Anfang November mitteilte. Verglichen mit dem Vorjahreswert legte der Überschuss um 166 Prozent auf 2,38 Milliarden Dollar (2,1 Mrd. Euro) zu, die Erlöse kletterten um 56 Prozent auf 7,0 Milliarden Dollar. Die Aktie verlor anschließend allerdings zeitweise rund sechs Prozent an Wert - weil Facebook für die Zukunft ein langsameres Wachstumstempo in Aussicht stellte. In der Kritik stand der Konzern zuletzt vor allem, weil er bei Hasskommentaren und rechtswidrigen Postings zu inkonsequent einschreite.

G WIE GRÖSSTE ÜBERNAHME DES JAHRES

Der Telekom-Konzern AT&T schluckt im Oktober Time Warner und stößt damit weit ins Mediengeschäft vor. Der Kaufpreis liegt bei 85,4 Milliarden US-Dollar plus über 20 Milliarden US-Dollar Schulden, ein Geschäft im Volumen von insgesamt rund 109 Milliarden. Zu Time Warner gehören der Pay-TV-Sender HBO, CNN und das Hollywood-Studio Warner Bros. In der Unterhaltungsbranche ist der Wettbewerbsdruck hoch - immer mehr Kunden wandern ins Internet ab, was dem klassischen TV- und Filmgeschäft zu schaffen macht.

H WIE HAHN

Noch im Rennen um den defizitären Regionalflughafen Hahn sind die pfälzische Firma ADC mit dem chinesischen Partnerkonzern HNA, das US-chinesische Konsortium Henan American Machinery und die kasachische MG Holding. Ziel der Landesregierung Rheinland-Pfalz, die Mehrheitseignerin ist, lautet, möglichst im Januar einen Kaufvertrag zu unterzeichnen. Derzeit lebt der Flughafen von einem 34-Millionen-Euro-Darlehen des Landes. Ein ursprünglicher Kaufinteressent war abgesprungen. Während der Hauptkunde, die irische Fluggesellschaft Ryanair, ihren Abfertigungsvertrag am Hahn um fünf Jahre verlängerte, hat sie ihre Flugzahlen dort verringert.

I WIE INDUSTRIE 4.0

Automatisierung und Digitalisierung sind derzeit zwei der ganz heißen Schlagwörter in der Industrie. Firmen wie Siemens erklärten schon, Vorreiter auf dem Gebiet der vernetzten Produktion sein zu wollen, Tesla kaufte darum den Automatisierungsspezialisten Grohmann Engineering in Prüm in der Eifel. Doch es geht sogar über die Produktion hinaus und wird auch die Lieferwege, Transport, Lagerung und Logistik überhaupt ändern. Für China bedeutete das im ablaufenden Jahr, die technologische Lücke zu den USA, Japan und Europa weiter durch Übernahmen wie die des Roboterherstellers Kuka zu schließen.

J COMME JUMEIRAH HOTEL

Un nouvel hôtel se profile au Kirchberg. En avril, le ministre de l’Economie Etienne Schneider a „eu une entrevue avec les représentants d’un grand groupe hôtelier émirien qui souhaite s’installer au Luxembourg afin d’y augmenter la capacité hôtelière, notamment pour le futur développement national du tourisme de congrès et d’affaires“, indique un communiqué du ministère de l’Economie. Il s’agirait de Jumeirah hotel, un groupe fondé en 1997 membre de Dubai Holding qui exploite des complexes hôteliers dans les pays du Golfe mais aussi à Francfort, Istanbul, Londres, Majorque, les Maldives et Shanghai.

K WIE KOCH KAUFT GUARDIAN

Der Glashersteller Guardian, der in Luxemburg knapp 700 Mitarbeiter und hier auch seine Europazentrale hat, ist im November von Koch Industries übernommen worden. Seit 2012 war die US-Firma Koch Industries mit 45,5 Prozent bei Guardian beteiligt. Die Sparte Autoglas hatte das Unternehmen 2014 an das japanische Unternehmen Central Glass verkauft. Glashersteller litten in den vergangenen Jahren unter der Wirtschaftsflaute. Für die kommenden Jahre ist prognostiziert, dass die Nachfrage nach Glas um fast zwei Prozent schneller wachsen wird als das BIP.

L WIE LUFTHANSA

Im November starteten die Piloten der Lufthansa erneut einen Streik, von dem am Ende rund eine halbe Million Passagiere durch Flugausfälle betroffen waren. Dabei geht es den 5.400 Piloten um ihre Betriebsrenten, aber es geht auch um die Geschäftspolitik der Lufthansa, die mit Eurowings eine eigene Billigtochter unterhält und ausbaut. Und der Druck wird größer, denn Ryanair will künftig gar von der Lufthansa-Heimatbasis Frankfurt-Main starten. Die Billigtochter Eurowings, zu der nun auch Brussels Airlines hinzukommt, steckt aber in der Verlustzone. Ab 2017 mietet Lufthansa zudem 38 Jets von der kriselnden Air Berlin samt Besatzung.

M WIE MONSANTO

Der US-Agrarchemie-Riese Monsanto wird vom deutschen Chemiekonzern Bayer übernommen. Im September sicherte sich Bayer für einen nachgebesserten Preis von rund 66 Milliarden Dollar nach monatelangem Feilschen den US-Biotechkonzern. Die bisher größte Übernahme durch ein deutsches Unternehmen macht Bayer zur weltweiten Nummer eins im Geschäft mit Agrarchemie. Monsanto ist allerdings auch ein umstrittener Konzern, dessen Produkte und Geschäftsmethoden oft in der Kritik stehen. Bayer selbst versichert, die Übernahme nicht dazu nutzen zu wollen, genmanipulierte Produkte auf dem europäischen Markt einzuführen.

N WIE NOTBREMSE

Die Deutsche Bank einigt sich in den USA im Dezember wegen dubioser Hypothekengeschäfte auf eine Strafzahlung von 3,1 Milliarden Dollar (2,96 Milliarden Euro). Zuvor hat das Geldhaus wie andere unter Druck stehende Institute - etwa wegen der Beteiligung an Zinsmanipulationen (Libor), umstrittenen Hypothekengeschäften und Verstößen gegen Sanktionen - einen Abbau von 4.000 Stellen angekündigt, die Bankengruppe ING will weltweit 7.000 Stellen streichen, die Commerzbank mehr als 9.000 Stellen. Auch die Schweizer Credit Suisse, die 5,3 Milliarden Dollar Strafe zahlen muss, plant Stellen abzubauen und verschärft ihren Sparkurs um eine Milliarde Franken.

O WIE ONLINEHANDEL

Der Onlinehandel boomt, und weil immer mehr im Internet bestellt wird, werden auch immer mehr Pakete verschickt. Der Onlinehändler Amazon, der im zweiten Quartal ein Rekordergebnis erreichte - aber im internationalen Handelsgeschäft immer noch rote Zahlen schreibt -, wagt sich mit dem Kauf von Flugzeugen in die Versandbranche vor, was den Druck für die Platzhirsche erhöht: Der Paketdienstleister UPS will nun von Boeing 14 Jumbos kaufen, der US-Paketdienst FedEx hat den Konkurrenten TNT Express übernommen und ist damit zu einem der größten Paketzusteller in Europa geworden.

P WIE PANAMA PAPERS

Am 3. April veröffentlichten mehr als hundert Medien in 76 Ländern die Ergebnisse eines 2,6 Terabyte großen Datenlecks der panamesischen Kanzlei Mossack Fonseca. Die sogenannten Panama Papers, die das „International Consortium of Investigative Journalists“ (ICIJ) veröffentlichte, enthüllten die Gründer, Initiatoren oder Besitzer von mehr als 200.000 Briefkastenfirmen, darunter Politiker, Prominente und Sportler. Es laufen diesbezüglich noch zahlreiche Ermittlungen. Die Enthüllungen haben die Debatte über Steuerschlupflöcher, Briefkastenfirmen und Steueroasen angeheizt.

Q WIE QUANTITATIVE EASING

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihr 2015 begonnenes Kaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen bis mindestens Ende 2017 verlängert. Das Volumen beträgt bis dahin 2,28 Billionen Euro, auch wenn ab März die monatliche Kaufsumme von 80 Milliarden Euro auf dann 60 Milliarden Euro sinkt. Der Zinssatz, der seit März auf dem Rekordtief von null Prozent liegt, bleibt unverändert. Die US-Notenbank Fed hat umgekehrt Mitte Dezember erstmals seit einem Jahr den Leitzins wieder auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben.

R WIE REKORD-BUßGELD

Im Sommer verhängt die EU-Kommission wegen Kartellabsprachen ein bislang nie dagewesenes Rekord-Bußgeld. 2,93 Milliarden Euro müssen die vier europäischen Lastwagen-Hersteller Daimler, Iveco, DAF und Renault/Volvo zahlen. Ungeschoren davon kam die VW-Tochter MAN, die in dem Wettbewerbsverfahren von der Kronzeugenregelung profitierte. Die Lastwagenproduzenten hatten über 14 Jahre hinweg Verkaufspreise untereinander abgesprochen. Betrogene Spediteure nutzen das Brüsseler Urteil ihrerseits für Schadenersatzklagen.

S WIE SAMSUNG

Erst ruft Samsung sein neues Top-Smartphone Galaxy Note 7 zurück, weil Geräte in Brand geraten, dann verkünden die Koreaner den Produktionsstopp für das Modell. Für den Konzern war es aber nur ein kleiner Rückschlag: Im Sommer verdiente Samsung, das auch 2016 weiterhin die meisten Smartphones verkauft, mit 7,2 Milliarden Dollar fast so viel wie Apple (7,8 Milliarden Dollar), zudem hob das Oberste Gericht der USA ein Urteil auf, nach dem die Südkoreaner im Patentstreit Apple rund 400 Millionen Dollar zahlen sollten. Jetzt wird neu entschieden.

T WIE TOYOTA

Konnte der weltgrößte Autobauer noch im Februar für das damals ablaufende Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von 1,89 Billionen Yen - rund 15 Milliarden Euro - vermelden, verhagelte der Höhenflug des Yen die Bilanz der Japaner für das aktuelle Geschäftsjahr. Der starke Yen sorgte für einen Umsatz-Rückgang von zehn Prozent und einen Gewinn-Rückgang von 32 Prozent. Das weltweite Absatzziel wurde von 10,15 auf 10,10 Millionen Autos heruntergeschraubt. Im kommenden Jahr will Toyota weltweit 10,2 Millionen Autos verkaufen, ein Prozent mehr.

U WIE US-AUTOBAUER

General Motors (GM), der größte Autokonzern der USA, lässt sich vom Erfolg des Elektro-Konkurrenten aus dem Silicon Valley, Tesla, beflügeln: Bei Detroit richtete GM ein Tech-Center und in ihm das größte Batterielabor der Vereinigten Staaten ein. Machte der Konzern aber letztes Jahr noch einen Rekordgewinn, hat sich der US-Automarkt inzwischen abgekühlt. Für März kündigte GM den Abbau von 1.300 Arbeitsplätzen an. Tesla unterdessen hat für sein neues Modell Vorbestellungen für Jahre und errichtet in Nevada eine riesige Batteriefabrik.

V WIE VOLKSWAGEN

Der wegen des Abgasskandals unter Druck stehende Volkswagen-Konzern will im Rahmen seiner neuen Unternehmensstrategie „Transform 2025+“ bis zu 30.000 Jobs abbauen und die Kosten um 3,7 Milliarden Euro senken. Gleichzeitig soll die Sparte Elektroautos ausgebaut werden mit bis zu 9.000 neue Stellen. Im April einigt sich Volkswagen mit Washington für einen Teil der Fahrzeuge auf einen Rückkauf und Schadenersatzzahlungen in Höhe von mehr als 13 Milliarden Euro. In Europa starteten die Umrüstungen, hier gibt es keine Entschädigungen.

W COMME WALL STREET AU QATAR

L‘émirat du Qatar a annoncé la création d’une version locale de „Wall Street“ sur 300.000 m² pour un coût de l’ordre de 4,5 milliards d’euros. Cherchant à réduire sa dépendance au pétrole et au gaz, le pays met en avant ses autres domaines de compétence comme le sport avec l’organisation de la Coupe du monde de football en 2022 et la finance. Une démarche semblable à celle entreprise par Dubaï qui accueillera l’Exposition universelle en 2020.

X WIE GROßE UNBEKANNTE

Wie solvent sind italienische Banken? Die laufende Rettungsaktion für die Monte dei Paschi di Siena scheint nicht nur teurer als gedacht, sondern ist auch umstritten. Der IWF schätzt das Volumen an „faulen Krediten“ in den Bilanzen italienischer Banken auf 360 Milliarden Euro. Bei der Unicredit stehen Kredite von fast 77 Milliarden Euro infrage. Viele der kleinen italienischen Sparkassen sollen ebenfalls jede Menge fauler Kredite in den Büchern haben. Die Krise trifft nicht Italien allein: Dexia hatte zum 30. September in Italien Kredite in Höhe von 27,4 Milliarden Euro vergeben.

Y WIE YAHOO

Der Web-Pionier Yahoo räumt einen bis dahin beispiellosen Datendiebstahl ein: Bereits 2014 griffen demnach Hacker auf Informationen aus mehr als 500 Millionen Nutzerkonten zu. Damit nicht genug, kommt es im Dezember noch schlimmer: Nun räumt Yahoo ein, dass bereits im August 2013 Hacker Daten aus mehr als einer Milliarde Nutzerkonten stahlen. Das bringt den im Juli vereinbarten Verkauf des Web-Geschäfts an den US-Telekom-Konzern Verizon für 4,8 Milliarden Dollar ins Wanken.

Z WIE ZINSEN

Im März senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum überraschend von 0,05 Prozent auf null Prozent. Damit sollen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche bekämpft werden. Für Banken und Versicherungen, deren Einnahmequelle traditionell zu einem Gutteil aus Zinsen bestehen, ein schwerer Schlag: Sie müssen neue Einnahmemöglichkeiten finden. Ob der Niedrigzins für Börsenspekulationen verantwortlich ist, ist umstritten. Dass er den Immobilienmarkt beflügelte, ist hingegen gewiss.