LUXEMBURG
AURORE RÖSSLER

Gestern wurden in der Petitionskommission der Abgeordnetenkammer eine ganze Reihe von neuen Gesuchen zur Unterzeichnung freigeschaltet, darunter auch eine Petition von Aurore Rössler zum Thema „Pour des naissances saines tout en promouvant le respect des choix propres à chaque femme“.

„Geburten stellen im Leben einer Frau eine wichtige Etappe dar. Seit einigen Jahren ist indes die Zahl der Kaiserschnitte in den meisten Industriestaaten enorm gestiegen, wobei ein solcher Eingriff aus medizinischer Sicht in vielen Fällen gar nicht nötig wäre.

Die Weltgesundheitsorgansation und andere nationale und internationale Organisationen haben bereits in der Vergangenheit auf diesen gefährlichen Trend hingewiesen. Leider ist die Realität aber heute die, dass finanzielle und organisatorische Beweggründe das Wohl der Frau wie auch den medizinischen Background dominieren. Kaiserschnitte, und darauf hat die Weltgesundheitsorgansation ganz deutlich hingewiesen, dürfen nicht länger als banaler Eingriff für Mutter und Kind dargestellt werden. Es ist wichtig, eine gesunde und natürliche Geburt vorzuziehen, sofern dies möglich ist.

Luxemburg gehört auch zu den Ländern, wo sich im Laufe der Jahre eine regelrechte Kultur der Kaiserschnitte entwickelt hat. Ich befürchte, dass, wenn wir diesen Trend beibehalten, die Entbindungsstationen der Krankenhäuser zu regelrechten Geburtsfabriken mutieren, wo es nur noch darum geht, so viele Eingriffe wie machbar zu ermöglichen und zu fakturieren, was für die Spitäler natürlich auch lukrativer ist. Auch besteht hiermit die Gefahr, dass wir Entbindungsstationen bekommen, bei denen die Qualität der Begleitung der Mütter nicht mehr im Vordergrund steht.

Der Kaiserschnitt darf nicht instrumentalisiert werden, nur weil es für den Arzt einfacher ist, sich juristisch zu schützen und weil die Versicherungen dies verlangen. Vielmehr müssen hier ganz klare Richtlinien und Bedingungen festgelegt werden, wann derartige Eingriffe erlaubt sind.

Das Ziel dieser Petition ist dann auch die Schaffung von einem klaren und strengen gesetzlichen Rahmen, der gegen den Missbrauch von Kaiserschnitten gerichtet ist - Kaiserschnitte, die aus medizinischer Sicht gar nicht nötig sind und nur aus opportunistischen oder organisatorischen Gründen durchgeführt werden.

Im Vordergrund stehen muss ganz klar das Wohl der Frauen und Kinder. Auch muss man sich im Falle einer Reglementierung die nötigen Mittel geben, um zu kontrollieren, ob die Ärzte sich in den Spitälern auch daran halten. Auch sollten die zukünftigen Eltern von den Spitälern entsprechend sensibilisiert und aufgeklärt werden. Miteingebunden werden sollten auch die Hebammen, die die Mütter ja während ihrer gesamten Schwangerschaft begleiten.

Frauen sollten die freie Wahl der Geburt behalten, um ihr Kind unter den bestmöglichen Bedingungen auf die Welt setzen zu können, ohne diesen magischen Moment als Trauma zu erleben.“