LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Sensibilisierungskampagne @HOME gestartet - Tipps für den Alltag in Zeiten mit wenig Ausgang

Nicht jedem fällt die strikte Vorgabe „Bleift doheem“ gleich leicht. Vielen droht bereits nach wenigen Tagen die Decke auf den Kopf zu fallen, und besonders Alleinstehende fühlen sich ohne soziale Kontakte zunehmend einsam. Auch Familien oder Paare sind es nicht unbedingt gewohnt, so sehr, oft auf engem Raum, aufeinander zu hocken und sich kaum noch Freiraum verschaffen zu können. Kurz: Die momentane Situation mit all ihren Einschränkungen und Entbehrungen ist für niemanden einfach.

Vor diesem Hintergrund hat das Bildungsministerium nun gemeinsam mit dem „Centre psycho-social et d’accompagnement scolaires“ (CePAS) die Sensibilisierungskampagne @HOME rund um das Wohlbefinden während der Isolierung gestartet.

Es geht um simple Gesten, die im Alltag angewendet werden können. Die Kampagne richtet sich an die breite Öffentlichkeit und im Besonderen an Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche.

Den Tag strukturieren

Ratschläge gibt es etwa, wie man seinen Tag oder auch das Lernen mit den Kindern organisieren kann. Es wird angeraten, einen Plan aufzustellen. So sollten etwa die im Haushalt anfallenden Aufgaben klar aufgeteilt werden. Jeder sollte seinem Tag eine Struktur verpassen, wiederkehrende Rituale sollten mehr oder weniger immer zur gleichen Uhrzeit stattfinden. Dazu zählen bereits das Aufstehen und das Schlafengehen. Auch Frühstück, Mittag- und Abendessen sollten ihren festen Platz im Tagesablauf haben. Genauso sollte man für Homeoffice oder die Hausaufgaben und das Lernen genaue Zeiten festlegen.

Da die mentale Gesundheit in dieser Zeit besonders wichtig ist, erhält man auch hierzu die nötigen Tipps. Es ist normal und absolut erlaubt, manchmal traurig zu sein oder wegen des Coronavirus Angst zu haben, diese Emotionen sollte man akzeptieren, sich aber nicht darauf festfahren. Und auch wenn man die selbstgesteckten Ziele an einem Tag nicht erreicht, sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken.

Auch wenn man das Haus möglichst nicht mehr verlassen soll, heißt das nicht, dass man die körperliche Aktivität vernachlässigen sollte. Sportlich betätigen kann man sich sehr wohl in den eigenen vier Wänden oder im Garten. Besonders jetzt sollte zudem auf eine gesunde Ernährung geachtet werden.

Vielleicht ist zudem jetzt genau der richtige Moment, sich ein neues Hobby zuzulegen, damit Langeweile gar nicht erst aufkommen kann. Warum nicht eine neue Sprache erlernen oder sich künstlerisch betätigen, statt nur vor den Bildschirmen zu hocken? Was außerdem hilft, die momentane Zeit besser zu überbrücken: Pläne für die Zukunft schmieden, sich Gedanken über den nächsten Urlaub machen, Konzerte aussuchen, die man besuchen will, Familienfeste planen… Trotz Hausarrest ist es ratsam, die sozialen Kontakte über andere Kanäle aufrechtzuerhalten. Manch einer wird das ganz normale Telefon wieder schätzen lernen. Acht auf sich selbst geben, heißt außerdem, nicht den ganzen Tag im Pyjama verbringen, sondern sich so zu kleiden und möglicherweise auch zu schminken, als stünde ein normaler Tag im Büro an. Die Prävention der häuslichen Gewalt - ein Thema, das von großer Wichtigkeit ist - findet ebenfalls Beachtung in der Kampagne @HOME und wird in einer nächsten Publikation behandelt.

Alle Veröffentlichung in dieser Reihe sind über die Webseite schouldoheem.lu verfügbar, die regelmäßig aktualisiert wird.