LUXEMBURG
FRÉDÉRIC HAUPERT

Spätestens seit letzter Woche erleben wir alle eine Krise, wie wir sie noch wenige Tage zuvor für schlicht unvorstellbar hielten. Covid-19 hat eine wirtschaftliche, soziale und vor allem sanitäre Krise verursacht, die vielen von uns Angst macht und die uns alle fordern wird. „Doch in Solidarität werden wir diese Krise meistern, in Luxemburg und auch in den besonders dramatisch betroffenen Ländern Europas“, ist sich Frédéric Haupert, Direktor von CARE Luxemburg, sicher. Voraussetzung ist, dass jetzt gehandelt wird.

„Während unsere Krankenhäuser und das medizinische Personal mit Hochdruck daran arbeiten, die Kapazitäten für einen sprunghaften Anstieg der Krankheitsfälle zu erhöhen, gelten die Anstrengungen unserer CARE-Kollegen jenen Regionen, für die die Angst vor dem Coronavirus bisher ein Luxus war, den sie sich angesichts der herrschenden Not und Gefahr schlicht nicht leisten konnten. Neben dem unvorstellbaren Leid, unter dem bereits jetzt Millionen Kinder und Frauen im Jemen oder in Syrien leiden, denke ich an die 70,8 Millionen Menschen, die weltweit vor Gewalt und Unterdrückung fliehen mussten. Das Leid, das das Virus in den überfüllten Flüchtlingslagern Afrikas und des nahen Ostens anrichten würde, wäre schlicht unvorstellbar und allein der Gedanke daran ist kaum zu ertragen.

So rief UN-Generalsekretär António Guterres diese Woche zu einem weltweiten Waffenstillstand auf, um sich endlich auf ,den wahren Kampf unseres Lebens´ zu konzentrieren - den Kampf gegen das Virus. Die Wut, mit der es über die ärmsten Länder hereinzubrechen drohe, zeige nur den Wahnwitz des Krieges.

Aktuell ist das weltweite humanitäre System nicht auf einen größeren Ausbruch von Covid-19 in Krisengebieten und chronisch armen Regionen vorbereitet. Seit Monaten wird es schwerer, die Bevölkerung im Jemen, Syrien oder dem Irak mit Hilfe zu erreichen. Breitet sich hier das Coronavirus weiter aus, könnten die Folgen verheerend sein. Daneben dürfen wir aber auch die chronisch unterversorgten Landstriche vom Niger über Laos bis nach Papua-Neuguinea nicht vergessen. Wir haben noch keine humanitäre Krise erlebt, die sich so schnell und heftig ausbreitet wie die Corona-Pandemie.

CARE arbeitet derzeit in 23 Ländern daran, die Versorgung mit Wasser und sanitärer Hilfe auszubauen sowie Krankenhäuser und Gesundheitspersonal auszustatten. Wie unsere Erfahrung bei der Eindämmung von Ebola-Ausbrüchen zeigt, ist die Sensibilisierung der Bevölkerung der zentrale Bestandteil bei der Bekämpfung einer Epidemie. Das erfahren wir alle derzeit auch in Europa. Doch während sich die Bevölkerung in den Industrieländern größtenteils in Quarantäne befindet und fließendes Trinkwasser sowie Seife nutzen kann, ist diese Grundversorgung in vielen Teilen der Welt nicht gewährleistet.

Uns bleibt nur wenig Zeit, diese Hilfe zu leisten, bevor sich die Situation dramatisch verschlechtert und die Reisbeschränkungen durch Covid-19 unsere Arbeit unmöglich machen. Das Zeitfenster schließt sich.“

CARE ruft zu Spenden auf: CCPLLULL IBAN: LU28 1111 2588 1923 0000, Betreff: Corona