LUXEMBURG
MARCO MENG

Premier Xavier Bettel und Cisco-Chef unterzeichnen Absichtserklärung

Während gestern mit Warnungen vor der zunehmenden Abschottung einzelner Staaten das Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos offiziell begonnen hat, unterzeichnete Luxemburgs Premier Xavier Bettel dort zusammen mit Chuck Robbins, dem Chef des US-Netzwerkausrüsters Cisco, eine Absichtserklärung (MoU).

Ziel ist, wie bereits im September angekündigt worden war, dass Cisco mit seinem „Country Digital Acceleration“-Programm (CDA) Luxemburg bei der Digitalisierung unterstützt. Zur Vorbereitung des Abkommens waren Vertreter von Cisco im November in Luxemburg gewesen.

Die Zusammenarbeit, die im Rahmen der Initiative „Digital Lëtzebuerg“ steht, soll insbesondere in den Bereichen Schule, Onlinesicherheit, digitale Vernetzung („Internet of Things“) und Finanztechnologie (Fintech) greifen. Mit seinem geplanten Drei-Jahres-Programm arbeitet Cisco bereits mit 16 Ländern zusammen. Das Unternehmen selbst kündigt mehr als 250 Projekte in den Bereichen „Intelligent Transportation“, „Smart Cities“, E-Health und „Connected Education“ an. In Luxemburg will Cisco - seit 1997 im Großherzogtum präsent - unter anderem eine Netzwerkakademie (NetAcad) an der Universität Luxemburg einrichten, um den Bürgern kostenlose Schulungen für den Erwerb von IT-Kenntnissen anzubieten.

Zusammen mit Google hat Cisco übrigens Ende letztes Jahr eine Kooperation im Cloud-Bereich begonnen, um eine so genannte Hybrid-Cloud zu entwickeln, entwickeln ein Angebot, mit dem Unternehmen ihre lokale Serverinfrastruktur und die Google Cloud für Anwendungen und Dienste nutzen können. „Luxemburg ist bestrebt, eine digitale Führungsrolle in Europa zu übernehmen“, sagte Bettel. „Dies soll nicht nur mehr Investitionen anziehen und den digitalen Sektor des Landes entwickeln, sondern auch - insbesondere durch innovative Methoden im Bildungssektor - die Fähigkeiten vorbereiten, die unsere Bürger in Zukunft brauchen werden.“

Bettel traf gestern in Davos auch mit der Spitze von ArcelorMittal, Lakshmi und Aditya Mittal zusammen. Neben Premier Bettel ist dieses Jahr auch Finanzminister Pierre Gramegna beim WEF, wo er unter anderem das chinesische Fintech-Unternehmen UnionPay trifft, das gerade dabei ist, in Luxemburg sein Geschäft zu entwickeln.

Warnung vor Protektionismus

„Die Kräfte des Protektionismus erheben ihre Köpfe gegen die Globalisierung“, sagte Indiens Regierungschef Narendra Modi bei der Eröffnung des WEF. Er nannte außer wachsendem Protektionismus und internationalem Terrorismus den mangelnden Willen im Kampf gegen den Klimawandel als größte aktuelle Gefahr.

Der Schweizer Präsident Alain Berset erklärte: „Misstrauen vor Multilateralität und Freihandel verstärkt bestehende Klüfte und vertieft sie noch.“ Wer sich vor Zusammenarbeit fürchte, ziehe sich aus der Welt zurück, womit die Politik „Amerika zuerst“ von US-Präsident Donald Trump gemeint sein dürfte. „Furcht ist kein Treibstoff für Innovationen.“

Trump wird am morgigen Donnerstag in Davos erwartet. Seine Rede ist zum Abschluss der viertägigen Tagung am Freitag geplant.