DIFFERDINGEN
GASTON FREYMANN

Regionales Kulturzentrum „Aalt Stadhaus“ in Differdingen offiziell eingeweiht

Die Kultur hat in der „Cité du Fer“ endlich ihr Zuhause gefunden! Acht Jahre nach dem Architektenwettbewerb und nach einer vierjährigen Umbauphase nach den Ideen vom Architektenbüro Witry & Witry hat sich das ehemalige Stadthaus von Differdingen, das 1847 errichtet und Anfang des 20. Jahrhunderts ausgebaut wurde, in ein wahres Kleinod verwandelt. Davon konnten sich Freitagabend die zahlreichen Ehrengäste, unter ihnen der ehemalige Député-Maire und heutige Bildungsminister Claude Meisch als auch Arbeitsminister Nicolas Schmit, der seine Wurzeln in der Gemeinde Differdingen hat, bei der offiziellen Eröffnung überzeugen.

Zentraler Treffpunkt der Generationen

In seiner Begrüßung sprach Député-Maire Roberto Traversini von einem zentralen Treffpunkt der Generationen, einer Kulturstätte mit regionalem Charakter, in Differdingen, „wo Luxemburger und Menschen, die hier eine neue Heimat gefunden haben, sich begegnen und kennen lernen“. Eigentlich hätte der Betrieb im „Aalt Stadhaus“ bereits vor den Kommunalwahlen 2011 aufgenommen werden sollen. Verspätungen die zum einen auf eine falsche Berechnung, aber auch auf die zeitweilige Schließung der Baustelle, dies aus Sicherheitsgründen, bedingt durch die Einsturzgefahr der ehemaligen Differdinger Pfarrkirche, zurückzuführen sind.

Lag der Kostenvoranschlag Ende 2008 bei 11,7 Millionen Euro, so kostet das Projekt schlussendlich 15,3 Millionen Euro. In dem Zusammenhang richtete Traversini eine Bitte an Tom Gantenbein, stellvertretend für Kulturministerin Maggy Nagel, das „Aalt Stadhaus“ mit einem zusätzlichen Zuschuss im Fünfjahresplan des Kulturministeriums zu berücksichtigen. 2010 hatte das Kulturministerium das Projekt mit 2,5 Millionen Euro bezuschusst. Zusätzlich gab es Geld vom Staat für die Musikschule.

Kultur unter einem Dach

Im „Aalt Stadhaus“ werden ab jetzt die idealen Bedingungen für sämtliche kulturellen Aktivitäten geschaffen, dies unter einem Dach. Hier befinden sich die Bibliothek mit Mediathek, die sich über zwei Stockwerke erstreckt, der Kulturdienst der Gemeinde, als auch ein Mehrzwecksaal. Der frühere Festsaal, der über eine Aufnahmekapazität von 200 Plätzen verfügt, wurde mit modernster Technik ausgestattet, was qualitativ hochwertige Darbietungen jeglicher Art ermöglicht. Froh ist man auch in Differdingen, dass die Musikschule jetzt endlich eine definitive Bleibe gefunden hat. Die Brasserie „La Tartine“ im Erdgeschoss ist auch ein idealer Treffpunkt, dies nicht nur im Rahmen kultureller Veranstaltungen.

„Jeder Bürger des Landes hat Anrecht darauf, auf hochwertige Kultur in seiner Region zurückgreifen zu können“, lautete die Botschaft von Tom Gantenbein. Er verschwieg nicht, dass das Kulturjahr 1995 den Ansporn gegeben hatte, einen gewissen Rückstand im Bereich Kultur aufzunehmen. Dabei ging es vor allem um eine kulturelle Dezentralisierung, wobei die Kufa in Esch den Anfang gemacht hatte. Das kulturelle Angebot sei groß, jedoch ergebe es keinen Sinn, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, so Gantenbein.

Sich auf der Landkarte positionieren

„Wir müssen uns nun auf der kulturellen Landkarte positionieren“, meinte François Meisch, der Vorsteher des Kulturamtes der Gemeinde Differdingen. Das kulturelle Angebot in der Cité du Fer solle sich von den Programmen anderer Standorte unterscheiden und so sei eine Nische gefunden worden, mit zwei Hauptpunkten: Komödie und Blues, mit dem Differdingen seit Jahren fest verwurzelt ist. Ein weiteres Ziel bestehe darin, die kulturellen Aktivitäten lokaler Vereinigungen aufzuwerten.
Weitere Infos: www.stadhaus.lu