CLAUDE KARGER

Na da schau her: kürzlich hat die grüne Kulturministerin auf Empfehlung der hiesigen Unesco-Kommission neben der Tradition der Haus- und Flurnamen und der Hebammenkunst auch den „Niklosdag“ auf die nationale Liste des immateriellen Kulturerbes setzen lassen. Eine tolle Sache.

Da, dachten wir, müsste doch besonders die größte Oppositionspartei laut applaudieren.

Hatte sich deren ehemaliger Boss Spautze Marc doch Anfang Dezember 2016 schreckliche Sorgen über die angebliche Verbannung des „Kleeschen“ und sogar der „Kleesercheslidder“ aus diversen Schulen gemacht und natürlich zwischen den Zeilen der Dreierkoalition die Schuld für die genauso angebliche Aushöhlung christlicher Traditionen in die Schuhe geschoben.

„Du schwaarzen Houseker. Kee krut verbueden de Kleeschen ze feieren“, stellte Bildungsminister Claude Meisch damals prompt-zackig die künstlich aufgebauschte Kontroverse bloß. Mag sein, dass die Christsozialen, die gestern ja freudig im orangenen Peloton durch den Süden strampelten, noch keine Zeit für das dicke Lob an die Regierung für die Aktion „schützt den Nikolaustag“ hatten. Aber das kommt doch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit noch, nicht wahr?