LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Am 13. Dezember nimmt die Trambahn ihren Verkehr zum Hauptbahnhof auf – Probebetrieb ab Montag

Auch wenn die nächsten Karnevalszüge wohl ausfallen werden; dieser „Zoch“ kommt.  Trotz Corona erreicht die Trambahn Mitte Dezember den Hauptbahnhof Luxemburg. Am 13., einem Sonntag, ist es soweit. Die Trambahn nimmt dann ihren Regelverkehr zwischen der LuxExpo und dem Hauptbahnhof auf.

Aber aufgepasst! Die Trambahn ist  schon einige Wochen vorher auf der neuen Teilstrecke zwischen dem Stäreplatz und dem Bahnhof zu Erprobungsfahrten unterwegs. Schon ab nächsten Montag werden die ersten Wagengarnituren dort rollen – es heißt Augen und Ohren aufsperren, um dem neuen Verkehrsmittel, das gute dreißig Tonnen wiegt, aber dennoch sehr leise ist, nicht in die Quere zu kommen. Aus Vorsorgegründen hat das Betreiberunternehmen Luxtram extra eine Plakatserie in Auftrag gegeben, um Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger zu warnen. Luxtram-Direktor André von der Mark warnte gestern ausdrücklich vor den Gefahren dieser Übergangsphase.

Seine Warnung verdarb aber keineswegs die gute Stimmung bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Transport- und Bauminister François Bausch und Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer, denn mit dem 13. Dezember ist der bisherige Zeitplan wieder einmal eingehalten worden.

Laut Minister Bausch folgt danach der weitere Streckenabschnitt bis zum geplanten Knotenpunkt Bonneweg, der 2022 fertig sein soll. Damit ist allerdings auch der schon länger laufende und sehr komplexe Umbau der Pont Buchler verbunden. Einfacher wird dagegen die Stromversorgung der Trambahn. Die Wagengarnituren werden auf dem Streckenabschnitt ab dem Hauptbahnhof wieder per Oberleitung mit Energie versorgt. Im innerstädtischen Bereich zwischen Theater und Bahnhof, laufen die  Trambahnzüge im Akku-Betrieb, deren schnelle Unterboden-Aufladung an jeder Haltestelle technisch sehr aufwändig ist.

Für Lydie Polfer gilt vor allem eines: Wenn die Trambahn das Herz der Stadt erreicht, ändert sich die Lebensqualität für die Menschen in der Stadt. „Wir freuen uns auf den 13. Dezember“. Zu verdanken sei das einer „exemplarischen Zusammenarbeit“ zwischen Straßenbauverwaltung, Stadt, Luxtram und den beteiligten Baufirmen. Wie vorgesehen habe man die erste Strecke im Dezember 2017 eröffnen können und die Verlängerung zum Stäreplatz im Juli 2018, jetzt erfolge der Anschluss des Hauptbahnhofs wie geplant. Bürgermeisterin Polfer betonte auch, dass die Avenue de la Liberté mit neuem Pflaster und neuen Bäumen  wieder „als schönste  Avenue der Stad“ erstrahlt und sich die Kosten für die unterirdische Art der Stromversorgung  - ohne Oberleitung – allein schon aus diesem Grund gelohnt haben.

Eine komplexe Aufgabe

André von der Marck sprach einerseits von den komplexen Aufgaben, die beim Bau der Trambahnlinie zu bewältigen sind, andererseits von dem intensiven Ausbildungsprogramm für die Fahrer, um einen sicheren und dicht getakteten Verkehr zwischen LuxExpo und Hauptbahnhof zu gewährleisten. Aber zunächst sei es am Wichtigsten, dass die anderen Verkehrsteilnehmer „Augen und Ohren aufmachen“, um sich an den neuen Mitspieler im Stadtverkehr zu gewöhnen.

Die neue Strecke umfasst vier Haltestellen: Royal Hamilius, Place de Metz, Pariser Platz und Hauptbahnhof. Wobei die erste und die letzte jeweils einen Knotenpunkt für das Umsteigen auf andere Verkehrsmittel (Bus oder Bahn) darstellen. Mit der Inbetriebnahme der Tram werden  - laut Bausch -  täglich 1.750 Busfahrten durch das Stadtzentrum wegfallen. So fahren die Überlandbusse dann nur noch die Knotenpunkte Stäreplatz und Hauptbahnhof an, ohne die Stadt zu durchqueren.

Endgültige Fertigstellung der Plätze bis Sommer 2021

Zwar wird die Trambahn schon bald fahren, was aber nicht heißt, dass auch alle Arbeiten abgeschlossen sind. Die definitive Instandsetzung der verschiedenen Straßen und Plätze, die die Trambahntrasse durchläuft, wird noch bis zum Frühjahr (Avenue de la Liberté, Bahnhofsvorplatz) oder sogar bis zum Sommer 2021 (Place de Metz, Place de Paris) dauern.

Auf unsere Frage ob das vorgesehene Budget eingehalten wurde, gab es zwar keine konkrete Antwort, aber ein dreifaches, breites Grinsen – was für sich sprach.