BERLIN/LUXEMBURG
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Rollerfahren kann in der Fußgängerzone teuer werden

Tretroller, ob elektrisch oder durch Muskelkraft betrieben, prägen mittlerweile auch die Verkehrslandschaft, nicht nur in Luxemburg. Die kleinen und leichten Gefährte erfreuen sich immer mehr einer großen Beliebtheit.

Gefahren für Kinder, ältere und sehbehinderte Menschen?

Der deutsche Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will das Fahren von Elektro-Tretrollern auf Gehwegen entgegen der bisherigen Planung nicht erlauben. Scheuer sagte gestern der Deutschen Presse-Agentur, er sei bereit, auf die Länder, die Bedenken hätten, zuzugehen und das Fahren auf Gehwegen mit Schrittgeschwindigkeit aus der geplanten Verordnung herauszustreichen: „Mir geht es darum, neue Formen der Fortbewegung so zu ermöglichen, dass sie niemanden gefährden.“

Die auf den Weg gebrachten Pläne sahen bisher vor, dass nur E-Roller, die schneller als zwölf Kilometer pro Stunde (km/h) sind, in der Regel auf Radwegen fahren sollen - und langsamere bis zwölf km/h auf Gehwegen. Dort sollten sie nur mit Schritttempo unterwegs sein dürfen. Mehrere deutsche Bundesländer, Fußgänger-Vertreter und Experten warnten aber vor neuen Gefahren etwa für Kinder, ältere und sehbehinderte Menschen, sollten zusätzliche Gefährte auf die Bürgersteige kommen.

Der Minister: „Egal ob jung oder alt - die Bürger sollen sich auf den Verkehrswegen sicher fühlen.“ Wichtig sei, jetzt zügig eine Regelung zu bekommen. „Wir brauchen jetzt im Sommer das Ja der Länder - und nicht erst in der Weihnachtszeit, wenn Schnee liegt.“ Der Bundesrat soll voraussichtlich am 17. Mai über die Verordnung abstimmen. Im Verkehrsausschuss der deutschen Länderkammer hatten sich jedoch bereits Bedenken formiert. Das Gremium empfahl mehrheitlich, dass alle E-Roller auf Radwege gehören - und langsamere Modelle nicht auf Gehwege sollen.

Keine genaue Regelung

In Luxemburg gibt es aktuell keine genauen Regelungen bezüglich der Nutzung, ist doch der Begriff Roller in der Gesetzgebung nicht als solcher definiert. Offiziell gelten sie daher im rechtlichen Sinn als Fahrräder.

Somit darf mit den Rollern auf Radwegen gefahren, die Geschwindigkeit von 25 km/h aber nicht überschritten werden. Werden Elektroroller auf einem Bürgersteig oder in einer Fußgängerzone genutzt, droht dem Fahrer eine Geldstrafe in Höhe von 74 Euro. Die Roller müssen darüber hinaus mit Bremsen, Leuchten und Reflektoren ausgestattet sein - wie Fahrräder eben auch.