LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Journées du Livre et du Droit d’Auteur“ diesmal unter dem Motto „Mat alle Sënner liesen“

Diesmal geht es gleich um alle fünf Sinne bei den „Journées du Livre et du Droit d’Auteur“. „Les cinq sens du livre - Mat alle Sënner liesen“ lautet das Thema dieser zwölften Auflage, die vom 23. bis zum 28. April in ganz Luxemburg das Buch in den Vordergrund rückt. Den Welttag des Buchs und des Urheberrechts gibt es bereits seit 1995. Damals hat die Unesco den 23. April - unter anderem das Geburts- sowie Todesdatum von William Shakespeare und der Todestag von Miguel de Cervantes - als weltweiten Aktionstag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren ausgerufen.

Da sich in Luxemburg derart viele dynamische Akteure an der Aktion beteiligen würden, werde sie gleich auf eine ganze Woche ausgedehnt, bemerkte Monique Kieffer, Direktorin der Nationalbibliothek, gestern bei der Programmvorstellung. „Ziel dieser Aktionswoche ist es, dem Lesen und dem Buch mehr Sichtbarkeit zu verleihen. Wenn wir von Leseförderung reden, so ist klar, dass die Schule von fundamentaler Bedeutung ist“, erklärte sie.

Buch ermöglicht Zugang zu vielem

Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Fühlen würden dem Menschen erlauben, die Welt wahrzunehmen, zu entdecken und zu verstehen. Im übertragenen Sinn gelte dies auch fürs Buch. „Bücher zu lesen, Hörbücher zu hören, ermöglicht uns den Zugang zu anderen Denkweisen, Kulturen und zur Geschichte. Bücher gehören zur Bildung, sie tragen aber auch zur Förderung von Toleranz, Offenheit und Demokratie bei. Diese Punkte sollte man nicht vergessen, denn es gibt immer noch autoritäre Regime, die die Tendenz haben, Kultur zu unterdrücken, Bücher zu verbrennen oder Zensur zu praktizieren. Aus diesen Gründen ist es wichtig, dass wir uns fürs Lesen und fürs Buch einsetzen“, meinte die Direktorin der BnL.

Dass in rund 15 Lyzeen und 45 Grundschulen Aktivitäten im Rahmen der „Journées du Livre et du Droit d’Auteur“ laufen würden, zeige das Engagement fürs Buch des ganzen Schulsystems, sagte Bildungsminister Claude Meisch. Das Vermitteln von Lesekompetenzen und Textverständnis sei ohnehin eine Kernaufgabe des Bildungswesens, die im digitalen Zeitalter noch an Wichtigkeit gewonnen habe.

Kinder möglichst früh ans Buch heranführen

„Statt erst im Kindergarten sollten wir noch früher damit anfangen, das Kinderbuch zu fördern und gezielt auf die Eltern zugehen. Wir wissen, wie wichtig es für das gesunde Aufwachsen eines Kindes ist, dass es Zeit mit seinen Eltern verbringt. Zusammen bei einem Kinderbuch bietet sich eigentlich die beste Gelegenheit dazu. Es kann einen enormen Bildungseffekt haben, wenn wir Kindern das Buch so früh wie möglich nahebringen, letztlich als ein Instrument oder ein Begleiter, der zum Leben dazugehört“, führte der Minister weiter aus. „Wenn man ein Buch zur Hand nimmt, kann man innerhalb weniger Minuten die schönste Reise unternehmen, in Gedankenwelten eintauchen, die Welt verstehen lernen und sich selbst am Ende vielleicht sogar ein Stück besser verstehen“, beschrieb er, um schließlich zu schlussfolgern, dass das Buch alles andere als oldschool sei und zur Zukunft dazugehöre. „Wir werden auch weiterhin in der klassischen Schule dafür sorgen, dass es seinen Platz behält“, versicherte er. Initiativen wie diese seien natürlich eine tolle Gelegenheit, das Ganze auf eine andere Art und Weise anzupacken als im regulären Schulprogramm.

Großes Programm

Das Lehrpersonal hat sich in der Tat einiges einfallen lassen. Das Programm reicht von spielerischen Schreibateliers und -wettbewerben über eine „Harry Potter Nacht der Sinne“ sowie eine „Liesrallye“ bis hin zum Mangaworkshop, einer Lesenacht und Poetry Slam. Sensibilisierung gehört ebenfalls dazu. So wird etwa am 23. April eine große Konferenz im hauptstädtischen Athenäum organisiert, die sich dem Thema „Autorenrechte“ widmet. Besonders im digitalen Zeitalter sei es wichtig, den jungen Leuten zu erklären, was es mit dem Urheberrecht auf sich habe, meinte Romain Jeblick von Luxorr, „Inhalte müssen in einer Informationsgesellschaft wertgeschätzt werden, deshalb ist die Medienerziehung von großer Wichtigkeit“.

Das breite Publikum darf sich derweil am 23. April wieder auf das traditionelle „Buch am Zuch“ freuen. Es ist bereits die 21. Ausgabe, die auf Initiative der „Freed um Liesen a.s.b.l.“ gratis in den Bahnhöfen Luxemburg (ab 16.00), Bettemburg, Mersch, Ettelbrück und Wasserbillig (jeweils ab 6.00) verteilt wird. 46 Autoren haben diesmal zum Thema „Bauen und Wohnen“ einen Beitrag geliefert.

Eine Auswahl für das breite Publikum

Mersch, 23. April, 19.30

„Literatur fir d’Ouer - Iwwert d’Geschicht vum Lauschterstéck zu Lëtzebuerg“ im Literaturarchiv CNL)

Grevenmacher, 23. und 25. April, 14.30 und 15.30 „So mol, Lobo! - Programm ronderëm d’Kannerbuch mam Christiane Kremer“ im Kulturhuef

Luxemburg, 27. April, 10.00 bis 13.00

„Entdeckt d’Buch mat alle Sënner - Parcours fir Kanner vu 4 bis 12 Joer“, Startpunkt am Knuedler (Anmeldung bis 19. April über jdleda@bnl.etat.lu)

Düdelingen, 27. April, 15.00 bis 19.00

„Touch me - Blind date with books“ im opderschmelz, und um 20.00 „Lauschterstéck - Wou ginn Elteren nuets hin?“ im Ciné Starlight

Informationen zu allen weiteren Veranstaltungen im Rahmen der „Journées du Livre et du Droit d’Auteur“ unter www.liesen.lu